Kontenplan von Unternehmen

Zum letzten Mal aktualisiert am 06.09.2019

Bestimmte Unternehmen unterliegen dem standardisierten Kontenplan (plan comptable normalisé - PCN).

Die Verpflichtung, eine Buchhaltung in Übereinstimmung mit einem geeigneten Kontenplan zu führen und einen Jahresabschluss aufzustellen, betrifft:

Andere Unternehmen unterliegen möglicherweise einer spezifischen oder vereinfachten Regelung.

Für Unternehmen, die allgemeinen Buchhaltungsregeln unterliegen, variieren die Buchhaltungspflichten nach bestimmten Kriterien wie der Größe des Unternehmens, ihrer Rechtsform, ihrer Niederlassung, dem Tätigkeitsbereich, der Ausgabe von Wertpapieren, dem Begriff des öffentlichen Interesses usw.

Der Inhalt des standardisierten Kontenplans (PCN) ändert sich für Geschäftsjahre ab dem 1. Januar 2020. Mit neuen Regeln für die Eingabe und Validierung der verschiedenen Felder und Konten ändert sich auch die allgemeine Funktionsweise des neuen Kontenplans.

Zielgruppe

Die Verpflichtung zur Führung einer angemessenen Buchhaltung und zur Erstellung eines Inventars im Sinne des Handelsgesetzbuchs (code de commerce) gilt für folgende Unternehmen:

Diese Unternehmen sind grundsätzlich verpflichtet, den standardisierten Kontenplan (PCN) zu verwenden.

Folgende Unternehmen müssen den PCN jedoch nicht beachten:

  • als Kaufleute tätige natürliche Personen und Personengesellschaften (SENC, SCS) mit einem Jahresumsatz von weniger als 100.000 Euro ohne MwSt.;
  • Spezialkommanditgesellschaften (SCSp), unabhängig von ihrem Umsatz;
  • Kreditinstitute;
  • Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften;
  • Gesellschaften der Form SEPCAV;
  • Anlagegesellschaften mit variablem Kapital (SICAV) und Finanzbeteiligungsgesellschaften, deren Geschäftstätigkeit auf die Anlage in Wertpapieren oder auf Beteiligungen beschränkt ist;
  • Associations commerciales momentanées (Arbeitsgemeinschaften/ARGE) und Associations commerciales en participation (stille Gesellschaften);
  • Gesellschaften, die mit Genehmigung des Justizministers ihre Abschlüsse gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS oder sonstigen Buchhaltungsregeln erstellen dürfen.

Vorgehensweise und Details

Verpflichtungen

Die Buchführung des Unternehmens muss gemäß den üblichen Regeln der doppelten Buchführung geführt werden.

Dies gilt nicht für als Kaufleute tätige natürliche Personen, deren Umsatz im letzten Geschäftsjahr ohne MwSt. 100.000 Euro nicht übersteigt. Diese können:

  • eine vereinfachte Buchhaltung führen;
  • die erforderlichen Buchhaltungsunterlagen im Handels- und Firmenregister (RCS) hinterlegen – gemäß den für sie geltenden Bedingungen.

Das Gesetz sieht keine computergestützte Buchhaltung vor. Die Buchhaltung muss jedoch:

  • chronologisch sein;
  • so erfolgen, dass alle Einträge unverzüglich erfolgen und wahrheitsgemäß sind;
  • vollständig sein und sämtliche Einträge enthalten:
    • Transaktionen;
    • Vermögenswerte und Rechte jeglicher Art;
    • Verbindlichkeiten, Schuldverschreibungen und Verpflichtungen jeglicher Art.

Unternehmen, die den Regeln des PCN unterliegen, müssen:

Verwendung des PCN

Luxemburgische Unternehmen sind nicht dazu verpflichtet, für ihre interne Buchführung die Struktur des PCN zu verwenden. Dies gilt vor allem dann, wenn sie über Folgendes verfügen:

  • einen eigenen Kontenplan oder;
  • einen Kontenplan, der innerhalb einer Gruppe verwendet wird, der sie angehören.

Sie müssen ihre Abschlüsse jedoch zwingend gemäß dem PCN vorlegen, um:

Betroffene Unternehmen können beim House of Entrepreneurship – One-Stop Shop ein Exemplar des PCN in elektronischer Form anfordern.

Struktur des PCN

Die Struktur des PCN ist in Form eines Kontenkatalogs aufgebaut, der 7 verschiedene Kontoklassen vorsieht:

  • Kapital-, Rückstellungs- und Schuldenkonten;
  • Konten für Gründungskosten und Anlagevermögen;
  • Bestandskonten;
  • Drittkonten;
  • Finanzkonten;
  • Aufwandskonten;
  • Ertragskonten.

Einige Unternehmen müssen nicht alle Posten des standardisierten Kontenplans ausfüllen:

  • wenn es alternative Rechnungslegungsmethoden gibt, die die Verwendung dieser Posten nicht erfordern, oder;
  • wenn die jeweilige Geschäftstätigkeit die Verwendung bestimmter Posten nicht rechtfertigt.

Zuständige Kontaktstellen

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