Standardisierter Kontenplan

Der standardisierte Kontenplan (Plan comptable normalisé - PCN) gibt für sämtliche Unternehmen dieselbe Struktur für die Buchführung vor. Auf diese Weise kann:

  • die Erfüllung der Unternehmenspflichten im Berichtswesen gegenüber Behörden und Verwaltung erleichtert werden;
  • die Analyse der Finanzlage von Unternehmen durch ihre Partner (Prüfer, Banken, Lieferanten usw.) vereinfacht werden.

Luxemburgische Unternehmen müssen grundsätzlich Ihre Buchhaltung gemäß dem PCN führen.

Bestimmte Unternehmen unterliegen jedoch nicht dieser Formvorschrift (insbesondere Einzelunternehmen, SENC und SECS mit einem Umsatz von weniger als 100.000 Euro vor Steuern - siehe „Zielgruppe“).

Zielgruppe

Sämtliche luxemburgischen Unternehmen, die zur Vorlage eines Jahresabschlusses verpflichtet sind, müssen ihre Konten grundsätzlich gemäß dem PCN darstellen.

Die folgenden Unternehmen müssen den PCN jedoch nicht beachten:

  • Kaufleute, die natürliche Personen sind, und Personengesellschaften (SENC, SECS) mit einem Umsatz von weniger als 100.000 Euro ohne Umsatzsteuer (mit Genehmigung des Justizministers);
  • spezielle Kommanditgesellschaften unabhängig von ihrem Umsatz (mit Zustimmung des Justizministers);
  • Kreditinstitute;
  • Versicherungs- und Rückversicherungsgesellschaften;
  • Gesellschaften der Form SEPCAV;
  • Anlagegesellschaften mit variablem Kapital (SICAV) und Finanzbeteiligungsgesellschaften, deren Geschäftstätigkeit auf die Anlage in Wertpapieren oder auf Beteiligungen beschränkt ist;
  • Associations commerciales momentanées (Arbeitsgemeinschaften/ARGE) und Associations commerciales en participation (stille Gesellschaften);
  • Gesellschaften, die mit Genehmigung des Justizministers ihre Abschlüsse gemäß den internationalen Rechnungslegungsvorschriften IFRS oder sonstigen Vorschriften erstellen dürfen.

Vorgehensweise und Details

Verwendung des PCN

Die luxemburgischen Unternehmen sind für die Zwecke ihrer internen Buchführung nicht zur Verwendung der PCN-Struktur verpflichtet. Dies gilt vor allem, wenn sie über Folgendes verfügen:

  • einen eigenen Kontenplan;
  • bzw. über einen Kontenplan, der innerhalb einer Gruppe, der sie zugehörig sind, verwendet wird.

Sie müssen ihre Abschlüsse jedoch zwingend gemäß dem PCN vorlegen, um:

  • sie in elektronischer Form auf der Plattform für die Erhebung von Finanzdaten (Plateforme de Collecte de Données Financières - eCDF) vorbereiten und validieren lassen zu können;
  • und sie danach im Handels- und Firmenregister (Registre de Commerce et des Sociétés - RCS) zum Zwecke der Veröffentlichung in elektronischer Form hinterlegen zu können.

Die betroffenen Unternehmen können ein Exemplar des PCN in elektronischer Form beim House of Entrepreneurship – One-Stop Shop unter der Adresse info@houseofentrepreneurship.lu anfordern.

Struktur des PCN

Die Struktur des PCN sieht 7 verschiedene Kontenklassen vor:

1. Kapital-, Rückstellungs- und Schuldenkonten

2. Konten für Anlagevermögen und für die Kosten der Ingangsetzung des Geschäftsbetriebs

3. Bestandskonten

4. Drittkonten

5. Finanzkonten

6. Aufwandskonten

7. Ertragskonten

Einige Unternehmen müssen nicht alle Posten des standardisierten Kontenplans ausfüllen:

  • wenn es alternative Methoden der buchmäßigen Erfassung gibt, die die Nutzung dieser Posten nicht erfordern;
  • oder wenn aufgrund der jeweiligen Geschäftstätigkeit die Nutzung einiger Posten nicht begründet ist.

Zuständige Kontaktstellen

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