Als Drittstaatsangehöriger für weniger als 90 Tage in Luxemburg arbeiten

Ein Drittstaatsangehöriger, der während seines weniger als 3-monatigen Aufenthalts in Luxemburg arbeiten möchte, benötigt eine Arbeitserlaubnis.

Zielgruppe

Eine Arbeitserlaubnis ist für sämtliche Drittstaatsangehörigen (d. h. Angehörige eines Landes, das weder ein EU-Mitgliedstaat noch einem EU-Mitgliedstaat gleichgestellt ist - Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz) erforderlich, die während eines weniger als 3-monatigen Aufenthalts einer arbeitnehmerischen Tätigkeit nachgehen möchten (einschließlich Praktikanten).

Folgende Personen unterliegen nicht der Arbeitserlaubnispflicht, vorausgesetzt die Beschäftigung auf luxemburgischem Staatsgebiet dauert weniger als 3 Monate pro Kalenderjahr:

  • Schausteller, Zirkuspersonal und Personal sonstiger Fahrgeschäfte;
  • Kurzzeit-Beschäftigte des Kulturbetriebs;
  • Sportler;
  • Gastforscher, Universitätsreferenten und -dozenten;
  • Geschäftsreisende, d. h. Personen auf Reisen zum Zweck des Besuchs von Geschäftspartnern, des Aufbaus und der Pflege von beruflichen Kontakten, der Aushandlung und des Abschlusses von Verträgen, der Teilnahme an Fachmessen, Handelsmessen und Ausstellungen oder der Teilnahme an Verwaltungsratssitzungen und Hauptversammlungen von Gesellschaften;
  • Personen, die innerhalb ein und desselben Unternehmenskonzerns Dienstleistungen erbringen (ausgenommen Unterlieferanten).

Der Antrag auf Arbeitserlaubnis muss vom Drittstaatsangehörigen eingereicht werden. Er kann jedoch eine Drittperson, z. B. den zukünftigen Arbeitgeber, bevollmächtigen, die erforderlichen Schritte zu unternehmen.

Es sei angemerkt, dass Drittstaatsangehörige, bei denen es sich um Familienangehörige eines Bürgers eines EU-Mitgliedstaates (oder eines gleichgestellten Staates) handelt, keine Arbeitserlaubnis benötigen, um einer vergüteten Tätigkeit nachzugehen.

Voraussetzungen

Um einen Antrag auf Bewilligung einer Arbeitserlaubnis einreichen zu können, muss der Drittstaatsangehörige die Bedingungen für einen Kurzaufenthalt erfüllen, d. h.:

  • er muss im Besitz eines gültigen Reisedokuments sein;
  • und er muss gegebenenfalls im Besitz eines Visums sein.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Jeder Arbeitgeber, der beabsichtigt, einen Drittstaatsangehörigen einzustellen, muss eine Meldung der freien Stelle bei der Arbeitsagentur (Agence pour le développement de l'emploi - ADEM) vornehmen. Nach der Meldung der freien Stelle bei der ADEM überprüft diese, ob es auf dem nationalen oder EU-Arbeitsmarkt eine Person gibt, die diese Stelle besetzen könnte.

Kann die Stelle nicht mit einer bei der ADEM gemeldeten Person besetzt werden, ist der Arbeitgeber nach Ablauf einer 3-wöchigen Frist und unter gewissen Bedingungen berechtigt, eine Person seiner Wahl einzustellen.

Der Arbeitgeber muss formlos eine entsprechende Bescheinigung des Direktors der ADEM beantragen, die ihm gestattet, einen Drittstaatsangehörigen einzustellen.

Dazu muss er einen datierten Arbeitsvertrag mit dem zukünftigen Arbeitnehmer abschließen. Unter „Datum des Inkrafttretens“ kann der Vermerk „ab Erlangung der Arbeitserlaubnis“ eingetragen werden.

Der Arbeitgeber muss dem Drittstaatsangehörigen das Original der Bescheinigung der ADEM aushändigen, damit dieser sie seinem Antrag auf Bewilligung einer Arbeitserlaubnis beilegen kann.

Ein Arbeitgeber, der einen Arbeitnehmer aus einem Drittstaat einstellt, muss:

  • vor Dienstantritt auf der Vorlage der Arbeitserlaubnis des Arbeitnehmers bestehen;
  • eine Kopie der Arbeitserlaubnis des Arbeitnehmers verlangen, die er während der gesamten Beschäftigungszeit aufbewahren muss;
  • dem Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten (Ministère des Affaires étrangères et européennes) den Beginn der Beschäftigungszeit innerhalb von 3 Werktagen nach dem 1. Arbeitstag mitteilen.

Arbeitgeber, die Drittstaatsangehörige beschäftigen, die sich illegal in Luxemburg aufhalten, setzen sich verwaltungs- und strafrechtlichen Sanktionen aus.

Vorgehensweise und Details

Antrag auf Arbeitserlaubnis

Vor Aufnahme seiner Beschäftigung in Luxemburg, muss der Drittstaatsangehörige eine Arbeitserlaubnis beantragen.

Der Antragsteller muss seinen Antrag auf Bewilligung einer Arbeitserlaubnis formlos bei der Einwanderungsbehörde (Direction de l'immigration) des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten einreichen.

Er muss dabei seine Personalien (Name(n), Vorname(n)) und genaue Adresse im Wohnsitzland angeben und folgende Unterlagen und Informationen beifügen:

  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses;
  • einen Lebenslauf;
  • eine beglaubigte Kopie der Diplome oder der beruflichen Qualifikationen;
  • eine Kopie des datierten von ihm und seinem Arbeitgeber unterzeichneten und gemäß dem luxemburgischen Arbeitsrecht abgeschlossenen Arbeitsvertrags;
  • ein Begründungsschreiben zur Bekräftigung des Antrags;
  • das Original der von der ADEM ausgestellten Bescheinigung, welche den Arbeitgeber dazu berechtigt, einen Drittstaatsangehörigen einzustellen;
  • gegebenenfalls eine Vollmacht.

    Vollmacht:
    Drittstaatsangehörige können einer Drittperson (beispielsweise ihrem zukünftigen Arbeitgeber) eine Vollmacht erteilen, um den Antrag an ihrer Stelle einzureichen. In diesem Fall muss der Vollmachtnehmer, mit Ausnahme von juristischen Beratern, eine vom Vollmachtgeber ordnungsgemäß datierte und unterzeichnete Vollmacht vorlegen können, wobei der Unterschrift der handschriftliche Vermerk „gilt als Vollmacht“ (bon pour procuration) vorangehen muss.

Die Unterlagen müssen in Form eines Originals oder einer beglaubigten Kopie beigefügt werden. Bei Zweifeln hinsichtlich der Echtheit eines Dokuments kann der für die Einwanderung zuständige Minister verlangen, dass von der zuständigen örtlichen Behörde die Echtheit bestätigt wird und das Dokument von der Botschaft beglaubigt wird (oder dass es mit der Haager Apostille versehen wird).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen.

Nur vollständige Anträge werden bearbeitet. Unvollständige Anträge werden an den jeweiligen Antragsteller zurückgeschickt.

Antwort des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten

Die Antwortfrist des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten liegt in der Regel bei maximal 3 Monaten. Bei Ausbleiben einer Antwort innerhalb dieser Frist ist davon auszugehen, dass der Antrag abgelehnt wurde.

Wird dem Antrag auf Arbeitserlaubnis stattgegeben, wird die Arbeitserlaubnis dem Antragsteller per Post zugeschickt.

Nach seiner Einreise mit seinem Reisepass und gegebenenfalls seinem Visum muss der Drittstaatsangehörige die im Rahmen eines Kurzaufenthalts vorgesehenen Formalitäten erledigen.

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