Urlaub aus familiären Gründen

Ein Arbeitnehmer kann Urlaub aus familiären Gründen nehmen, um ohne Verdienstausfall bei seinem kranken Kind, das jünger als 18 Jahre ist, zu bleiben.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen variiert je nach Alter des Kindes:

  • 12 Tage pro Kind bei Kindern unter 4 Jahren;
  • 18 Tage pro Kind bei Kindern ab 4 und unter 13 Jahren;
  • 5 Tage pro Kind bei Kindern ab 13 und unter 18 Jahren, die stationär im Krankenhaus behandelt werden.

Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber spätestens am 1. Tag des Urlaubs von seiner Abwesenheit in Kenntnis setzen.

Der Urlaub aus familiären Gründen wird einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt. Während dieses Zeitraums muss der Arbeitgeber die Vergütung des Arbeitnehmers weiterzahlen.

Zielgruppe

Jeder Elternteil hat pro unterhaltsberechtigtem Kind unter 18 Jahren Anspruch auf eine bestimmte Anzahl von Urlaubstagen aus familiären Gründen (außer in Ausnahmefällen), sofern der Zustand des Kindes im Falle einer schweren Krankheit, nach einem Unfall oder aus sonstigen gesundheitsbedingten Gründen die Anwesenheit eines der beiden Elternteile erfordert. Dies gilt für

Wenn nur ein Elternteil berufstätig ist und der andere zu Hause ist, hat der erwerbstätige Elternteil dennoch Anspruch auf Urlaub aus familiären Gründen. Der Urlaub aus familiären Gründen gilt demnach nicht nur für Haushalte, in denen beide Elternteile berufstätig sind.

Wenn beide Elternteile berufstätig sind, ist jeder Elternteil berechtigt, Urlaub aus familiären Gründen zu nehmen.

Um in den Genuss des Urlaubs aus familiären Gründen zu kommen, muss der Arbeitnehmer für das Kind, das jünger als 18 Jahre ist und die Anwesenheit eines der beiden Elternteile benötigt, unterhaltsverpflichtet sein.

Als unterhaltsberechtigt gelten Kinder, die zum Zeitpunkt der Erkrankung die physische Anwesenheit eines der beiden Elternteile benötigen. Dabei kann es sich um folgende Kinder handeln:

  • eheliche Kinder;
  • uneheliche Kinder;
  • Adoptivkinder.

In Bezug auf die Altersgrenze von 18 Jahren wird bei Kindern, die eine Behinderung eines bestimmten Schweregrades aufweisen, eine Ausnahme gemacht (nicht bei Jugendlichen, die an einer außerordentlich schweren Krankheit oder einem außerordentlich schweren Gebrechen leiden). Demzufolge gilt die Altersgrenze von 18 Jahren nicht für Kinder, für die eine Sonderzulage bezogen wird.

Voraussetzungen

Der Urlaub aus familiären Gründen wird gegen Vorlage eines ärztlichen Attests gewährt, das Folgendes bescheinigt:

  • die Krankheit, den Unfall oder die sonstigen dringenden gesundheitsbedingten Gründe;
  • die Notwendigkeit der Anwesenheit des Elternteils beim Kind;
  • die Dauer der Anwesenheit des Elternteils beim Kind.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Da der Urlaub aus familiären Gründen nur gegen Vorlage eines ärztlichen Attests bewilligt werden kann, muss sich die Person, die ihn beanspruchen möchte, zu einem Arzt begeben.

Vorgehensweise und Details

Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen variiert je nach Alter des Kindes und ist in 3 Alterskategorien unterteilt:

1. Alterskategorie Kinder unter 4 Jahren 12 Urlaubstage pro Kind

2. Alterskategorie Kinder ab 4 und unter 13 Jahren
18 Urlaubstage pro Kind

3. Alterskategorie Kinder ab 13 und unter 18 Jahren, die stationär im Krankenhaus behandelt werden 5 Urlaubstage pro Kind im Falle einer stationären Behandlung im Krankenhaus

 

Bei Kindern, für die die Sonderzulage bezogen wird, wird die Dauer des Urlaubs in jeder Alterskategorie verdoppelt.

Der Urlaub aus familiären Gründen kann aufgeteilt werden, d. h., er muss nicht zwingend in einem Zuge genommen werden. Ein Teilurlaub von höchstens 4 Stunden wird als halber Tag berücksichtigt.

Der Urlaub aus familiären Gründen kann nicht von beiden Elternteilen gleichzeitig in Anspruch genommen werden.

Die Dauer des Urlaubs aus familiären Gründen kann nach Stellungnahme des Kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) im Falle von folgenden Krankheiten und Gebrechen verlängert werden:

  • Krebsleiden im Entwicklungsstadium;
  • Krankheit (Erkrankung), die einen Krankenhausaufenthalt von mehr als 2 aufeinander folgenden Wochen erfordert.

Die Dauer der Verlängerung wird auf Einzelfallbasis bestimmt, wobei die Höchstdauer für die Verlängerung auf 78 Wochen während eines Bezugszeitraums von 104 Wochen begrenzt ist.

Inkenntnissetzung des Arbeitgebers

Der Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber oder dessen Vertreter persönlich oder durch eine vermittelnde Person am ersten Tag des Urlaubs aus familiären Gründen von seiner Abwesenheit in Kenntnis setzen.

Dies kann entweder schriftlich oder mündlich erfolgen.

Der Arbeitnehmer muss seine Abwesenheit schnellstmöglich durch ein ärztliches Attest belegen.

In diesem Attest müssen die nationalen Identifikationsnummern (13-stellige Sozialversicherungsnummern) des Kindes und des betreffenden Elternteils sowie folgende Informationen angeben sein:

  • die Krankheit, der Unfall oder die sonstigen dringenden gesundheitsbedingten Gründe;
  • die Notwendigkeit der Anwesenheit des Elternteils beim Kind;
  • die Dauer der Anwesenheit des Elternteils beim Kind.
Dem Arbeitgeber ist in jedem Fall ein ärztliches Attest zukommen zu lassen, ganz gleich, wie lange die Krankheit des Kindes andauert, auch wenn es sich dabei nur um einen Tag handelt.

Spätestens am 3. Tag seiner Abwesenheit muss der Arbeitnehmer der Nationalen Gesundheitskasse (Caisse nationale de Santé - CNS) das Attest zukommen lassen.

Lohnfortzahlung

Der Urlaub aus familiären Gründen wird einer krankheits- oder unfallbedingten Arbeitsunfähigkeit gleichgestellt.

Während des Urlaubs aus familiären Gründen kommt der Arbeitnehmer in den Genuss einer Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Die Mutualität der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs) erstattet dem Arbeitgeber/Selbständigen die gesamten Lohnkosten (Bruttovergütung + Arbeitgeberanteil der Soziallasten), die ihm während der Dauer der Lohnfortzahlung entstanden sind.

Diese Rückerstattung erfolgt unter der Bedingung, dass der Urlaub aus familiären Gründen anhand eines ärztlichen Attests vom Arbeitnehmer bei der zuständigen Kasse und vom Arbeitgeber bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) gemeldet wird.

Hat der Versicherte keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber (> 77 Krankentage während eines Bezugszeitraums von 18 Monaten), wird ihm die Vergütung direkt von der Nationalen Gesundheitskasse (CNS) gezahlt.

Selbständige, die Mitglied bei der Mutualität der Arbeitgeber sind, müssen ihrer zuständigen Kasse den Urlaub aus familiären Gründen ebenfalls durch Einreichung des ärztlichen Attests melden, damit diese ihnen die Vergütung zahlt.

Kündigungsschutz

Der Arbeitgeber, der am ersten Tag des Urlaubs aus familiären Gründen von der Abwesenheit des Arbeitnehmers in Kenntnis gesetzt wurde, ist demnach nicht befugt, dem Arbeitnehmer eine ordentliche Kündigung seines Arbeitsvertrags oder, gegebenenfalls, eine Vorladung zum Vorgespräch zukommen zu lassen.

Der betroffene Arbeitnehmer kann seine Wiedereinstellung verlangen und/oder eine Schadenersatzklage wegen missbräuchlicher Kündigung einreichen.

Dieser Kündigungsschutz gilt nur für die durch das ärztliche Attest begründete Abwesenheit des Arbeitnehmers. Er gilt demnach nicht während der gesamten Dauer der Krankheit des Kindes.

Um Kündigungsschutz zu genießen:

  • muss der betreffende Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber am ersten Tag des Urlaubs von seiner Abwesenheit in Kenntnis gesetzt haben;
  • muss das ärztliche Attest dem Arbeitgeber vorliegen;
  • muss die Vorlage des ärztlichen Attests vor Erhalt des Kündigungsschreibens oder der Vorladung zum Vorgespräch stattgefunden haben;
  • darf der betreffende Arbeitnehmer keine schwerwiegende Verfehlung begangen haben.

Der Arbeitnehmer ist nicht gegen eine Entlassung wegen schwerwiegender Verfehlung oder eine Auflösung des Vertrags aufgrund einer Einstellung der Geschäftstätigkeit des Arbeitgebers wegen Todes, Erwerbsunfähigkeit oder Insolvenz geschützt.

Urlaub aus familiären Gründen zu Beginn oder am Ende eines Arbeitsvertrags

Sollte der Urlaub aus familiären Gründen während der Probezeit genommen werden, wird diese um die Dauer des Urlaubs verlängert, wobei die Verlängerung höchstens 1 Monat betragen darf.

Sollte der Urlaub aus familiären Gründen über das Ende eines befristeten Arbeitsvertrags hinausgehen, wird das Enddatum des Vertrags nicht geändert.

Zuständige Kontaktstellen

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