Sonderurlaub für Entwicklungshilfe

Der Sonderurlaub für Entwicklungshilfe soll es Experten und Vertretern von anerkannten Nichtregierungsorganisationen (NGO) ermöglichen, neben ihrer beruflichen Tätigkeit an Entwicklungsprogrammen und -projekten zur Unterstützung der Bevölkerungen in Entwicklungsländern teilzunehmen, und zwar sowohl in Luxemburg als auch im Ausland.

Der Urlaub für Entwicklungshilfe darf pro Jahr nicht mehr als 6 Tage betragen und wird dem Jahresurlaub hinzugerechnet.

Zielgruppe

Anspruch auf Sonderurlaub für Entwicklungshilfe haben Arbeitnehmer und Selbstständige, die als Experten und Vertreter von NGO (mit Ausnahme der Arbeitnehmer dieser Organisationen) an Entwicklungsprogrammen teilnehmen und folgende Bedingungen erfüllen:

  • Sie sind volljährig.
  • Sie sind Bürger eines Mitgliedstaats der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
  • Sie sollen die Bevölkerung eines Entwicklungslandes im Rahmen eines Entwicklungsprogramms oder -projekts unterstützen.
  • Sie sind an der Umsetzung eines Entwicklungsprogramms oder -projekts zugunsten der Bevölkerungen in Entwicklungsländern beteiligt.
  • Sie verfügen über die erforderlichen Ausbildungen und Fähigkeiten und wurden entsprechend vorbereitet.

Voraussetzungen

Ein Arbeitnehmer muss seit mindestens einem Jahr bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt sein, um den Urlaub für Entwicklungshilfe beantragen zu können.

Der Urlaub für Entwicklungshilfe kann nur beantragt werden, um an folgenden Aktivitäten teilzunehmen:

  • Reisen in Verbindung mit der Identifikation, Planung, Ausführung, Weiterverfolgung, Überwachung und Bewertung von Entwicklungsprogrammen und -projekten zur Unterstützung von Bevölkerungen in Entwicklungsländern;
  • der administrativen und finanziellen Verwaltung eines Entwicklungsprogramms oder -projekts zugunsten der Bevölkerungen in Entwicklungsländern, dessen Durchführung einer NGO obliegt;
  • Sitzungen von Experten und Vertretern von Nichtregierungsorganisationen im Rahmen von internationalen Organisationen;
  • Austauschen, die im Rahmen von Entwicklungsprogrammen und -projekten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit organisiert werden;
  • jeglicher Art von Zusammenkunft in Bezug auf die Entwicklungszusammenarbeit, zu der ein luxemburgischer Vertreter von dem für die Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Minister abgesandt wird.

Vorgehensweise und Details

Dauer des Urlaubs für Entwicklungshilfe

Der Urlaub für Entwicklungshilfe darf 6 Tage pro Person und Jahr nicht übersteigen. Der Urlaub kann aufgeteilt werden.

Der Urlaub für Entwicklungshilfe gilt als tatsächliche Arbeitszeit und:

  • darf demnach nicht vom Jahresurlaub abgezogen werden;
  • muss bei der Berechnung der Tage des Jahresurlaubs berücksichtigt werden.

Während der Dauer seines Urlaubs für Entwicklungshilfe kommt der Arbeitnehmer weiterhin in den Genuss der Bestimmungen zum Arbeits- und Sozialschutz.

Antrag auf Sonderurlaub für Entwicklungshilfe

Der Antragsteller muss das Formular zur Beantragung von Urlaub für Entwicklungshilfe in 3-facher Ausfertigung ausfüllen und dabei Folgendes angeben:

  • Name und Vorname;
  • Geburtsdatum;
  • berufliche Qualifikationen;
  • Datum und Dauer des beantragten Urlaubs;
  • Angaben zum Programm oder Projekt, zu Sitzungen oder angestrebten Austauschen;
  • Beträge der Gagen, Honorare oder sonstigen vorgesehenen Vergütungen;
  • Name der zuständigen anerkannten Nichtregierungsorganisation.

Anschließend muss er den Antrag seinem Arbeitgeber vorlegen, der:

  • eine negative Stellungnahme abgeben kann, wenn die Abwesenheit des Arbeitnehmers den ordnungsgemäßen Betrieb des Unternehmens oder die Urlaubsplanung des restlichen Personals stören könnte.
    Zudem ist es vorbehaltlich einer ausdrücklichen Genehmigung des Arbeitgebers nicht möglich, Urlaub für Entwicklungshilfe im Anschluss an einen Erholungsurlaub oder an eine krankheitsbedingte Abwesenheit zu nehmen, falls sich dadurch eine Abwesenheit ergeben würde, die die Gesamtdauer des Jahresurlaubs überschreitet;

  • das Formular unterzeichnet und dem Arbeitnehmer zurückgibt.

Schließlich muss der Antragsteller den ordnungsgemäß ausgefüllten und unterzeichneten Antrag bei der zuständigen NGO einreichen, die die 3 Ausfertigungen mindestens 2 Monate vor Beginn des Urlaubs an die Direktion für Entwicklungszusammenarbeit (Direction de la coopération au développement) des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten (Ministère des Affaires étrangères) weiterleitet.

Auf der Grundlage der Stellungnahme eines interministeriellen Ausschusses gibt der Minister dem Antrag entweder statt oder weist ihn zurück und legt gegebenenfalls die Dauer des Urlaubs und den Betrag der Ausgleichsentschädigung fest.

Die Entscheidung wird dem Antragsteller innerhalb des auf die Antragstellung folgenden Monats übermittelt.

Im Falle einer positiven Antwort muss der Antragsteller seinen Arbeitgeber mindestens 15 Tage vor Beginn des Urlaubs informieren.

Vergütung des Arbeitnehmers

Während des Urlaubs zahlt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Ausgleichsentschädigung in Höhe des durchschnittlichen Tageslohns, die nicht mehr als das 4-Fache des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer betragen darf.

Nach Erhalt einer Bescheinigung von der zuständigen NGO, die die tatsächliche Teilnahme des Arbeitnehmers an der Aktivität, für die der Urlaub bewilligt wurde, bestätigt, kann der Arbeitgeber die Erstattung beantragen, indem er der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit einen Kostenerstattungsantrag zukommen lässt.

Der Antrag ist formlos zu verfassen, und ihm müssen folgende Dokumente beigefügt werden:

  • die von der zuständigen NGO ausgestellte Teilnahmebescheinigung an der Aktivität;
  • die Lohn-/Gehaltsabrechnung für den entsprechenden Zeitraum.

Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten erstattet dem Arbeitgeber den Betrag der Ausgleichsentschädigung sowie den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungsbeiträge.

Entschädigung des Selbstständigen

Selbstständige haben Anspruch auf eine Pauschalentschädigung in Höhe des Doppelten des sozialen Mindestlohns pro Tag für qualifizierte Arbeitnehmer (d. h. 4.615,12 Euro brutto pro Monat zum 1. August 2016).

Um diese Entschädigung zu erhalten, muss der Antragsteller der Direktion für Entwicklungszusammenarbeit einen ordnungsgemäß ausgefüllten Kostenerstattungsantrag zukommen lassen.

Dieser Antrag ist formlos zu verfassen, und ihm müssen folgende Dokumente beigefügt werden:

  • die von der zuständigen NGO ausgestellte Teilnahmebescheinigung;
  • der im vorangehenden Steuerjahr als Berechnungsgrundlage für die Rentenversicherung verwendete Einkommensnachweis (certificat de revenu).

Formulare/Online-Dienste

Demande d’octroi d’un congé de coopération au développement

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