Einen Saisonarbeitsvertrag abschließen

Der Saisonarbeitsvertrag ist ein spezieller befristeter Arbeitsvertrag, der bestimmten Sondervorschriften unterliegt.

Er dient nicht dazu, eine außergewöhnliche Zunahme der normalen Geschäftstätigkeit des Unternehmens auszugleichen, sondern um spezielle Arbeiten auszuführen (entsprechend der jeweiligen Saison oder der kollektiven Lebensweisen), die nicht das ganze Jahr über durchgeführt werden.

Zielgruppe

Im Rahmen des Abschlusses eines Saisonarbeitsvertrags sind folgende Personen betroffen:

  • Arbeitgeber, die einen Arbeitnehmer für Saisonarbeiten einstellen möchten;
  • Arbeitnehmer, die eine Saisonarbeit für Rechnung eines Arbeitgebers gegen ein Entgelt ausführen möchten.

Voraussetzungen

Als Saisonarbeiten gelten folgende Tätigkeiten:

  • Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Ernte oder Weinlese;
  • Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Verarbeitung der geernteten Produkte;
  • Animateur im Bereich von Freizeitaktivitäten und Ferienlagern;
  • Fremdenführer und Führer bei Besichtigungen;
  • Aufsicht und Unterhalt von Strandanlagen, Freibädern und Campingplätzen;
  • Tätigkeiten in Einzelhandelsläden, Hotels und Restaurants, die nur während einer bestimmten Zeit des Jahres geöffnet sind;
  • Tätigkeiten in Einzelhandelsläden, Hotels und Restaurants, deren Geschäftstätigkeit in der Hauptsaison regelmäßig und absehbar zunimmt;
  • Tätigkeiten in Luftfahrt- und Personentransportunternehmen, deren Geschäftstätigkeit in der Hauptsaison regelmäßig und absehbar zunimmt.

Vorgehensweise und Details

Medizinische Untersuchung vor der Einstellung

Saisonarbeiter, die keinen risikobehaftetn Arbeitsplatz haben, müssen lediglich im Besitz einer von ihrem Hausarzt in ihrem Herkunftsland oder einem in Luxemburg zugelassenen Allgemeinmediziner ausgestellten Eignungszeugnisses sein.

Diejenigen, die eine risikobehaftete Tätigkeit ausüben, müssen sich vom dem für ihren Arbeitgeber zuständigen Arbeitsmediziner untersuchen lassen.

Dauer

Während eines Bezugszeitraums von 12 aufeinanderfolgenden Monaten darf der Saisonarbeitsvertrag nicht für mehr als 10 Monate, einschließlich Verlängerungen, abgeschlossen werden.

Der Saisonarbeitsvertrag muss nicht unbedingt ein genau festgelegtes Ablaufdatum enthalten. Er kann ein bedingtes Ablaufdatum vorsehen, muss in diesem Fall jedoch die Mindestdauer angeben, für die er abgeschlossen wird.

Der Saisonarbeitsvertrag endet mit Erreichen des Ziels, für welches er abgeschlossen wurde.

Pflichtangaben und Probezeit

Mit Ausnahme einiger Sonderbestimmungen bezüglich der Dauer, muss der Saisonarbeitsvertrag sowohl hinsichtlich der Pflichtangaben als auch der Probezeit gemäß den gleichen Vorschriften verfasst werden, wie der befristete Arbeitsvertrag.

Arbeitsbedingungen des Saisonarbeiters

Saisonarbeiter haben die gleichen Rechte wie die anderen Arbeitnehmer. 

In Sachen Arbeitszeit und bezahlter Urlaub gelten im Hotel- und Gastronomiegewerbe jedoch Sonderbestimmungen.

In saisonal abhängigen Unternehmen beschäftigte Arbeitnehmer, die an gesetzlichen Feiertagen arbeiten müssen, können folgendermaßen vergütet werden:

  • für jeden gesetzlichen Feiertag, an dem sie gearbeitet haben, entweder durch die Bewilligung von 2 Ruhetagen innerhalb von 6 Monaten oder durch die Bewilligung von 2 zusätzlichen bezahlten Urlaubstagen;
  • oder für alle gearbeiteten gesetzlichen Feiertage durch die Bewilligung eines halben Ruhetags pro Woche während des ganzen Jahres.

Diese Ruhetage werden zusätzlich zu der wöchentlichen Ruhezeit von 44 Stunden bewilligt.

Ablauf des Saisonarbeitsvertrags

Der Saisonarbeitsvertrag endet automatisch mit Ablauf der vereinbarten Dauer oder Erreichen des Ziels, für welches er abgeschlossen wurde.

Bei Ablauf des Saisonarbeitsvertrags haben der Arbeitnehmer und der Arbeitgeber 3 Möglichkeiten:

  • das Arbeitsverhältnis in Form eines unbefristeten Arbeitsvertrags fortzusetzen;
  • das Arbeitsverhältnis in Form eines befristeten Arbeitsvertrags fortzusetzen;
  • das Arbeitsverhältnis nicht fortzusetzen.

Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses durch einen unbefristeten Arbeitsvertrag

Wenn der Arbeitnehmer nach Ablauf der in seinem Saisonarbeitsvertrag vorgesehenen Dauer weiter arbeitet, gibt es 2 Möglichkeiten:

  • der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer setzen ihr Arbeitsverhältnis unter den gleichen Bedingungen und mit den gleichen Verpflichtungen fort, wie im Saisonarbeitsvertrag vorgesehen;
  • der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer handeln einen neuen Arbeitsvertrag mit neuen Bedingungen und Verpflichtungen aus, welcher den Saisonarbeitsvertrag ersetzt.

In diesen 2 Fällen weist der unbefristete Arbeitsvertrag folgende Besonderheiten auf:

  • er darf keine Probezeit mehr vorsehen;
  • der Arbeitnehmer behält die aufgrund seines Saisonarbeitsvertrags erworbene Betriebszugehörigkeit.

Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses durch einen befristeten Arbeitsvertrag

  • Verlängerung des Saisonarbeitsvertrags: selbst wenn er von Saison zu Saison verlängert wird, ist der Saisonarbeitsvertrag ein befristeter Arbeitsvertrag;

Der Arbeitnehmer kann während einer unbegrenzten Anzahl an Saisons einen Saisonarbeitsvertrag mit dem gleichen Arbeitgeber abschließen. Wenn der Saisonarbeitsvertrag jedoch eine Verlängerung auf die nächste Saison vorsieht und das Arbeitsverhältnis eines und desselben Arbeitnehmers mit einem und demselben Arbeitgeber sich mehr als 2 Mal wiederholt, gilt das Arbeitsverhältnis als unbefristet.

  • Aufeinanderfolge von Saisonarbeitsverträgen.

Kündigung des Saisonarbeitsvertrags

Die Kündigung des Saisonarbeitsvertrags unterliegt den gleichen Modalitäten wie die Kündigung des befristeten Arbeitsvertrags.

Zuständige Kontaktstellen

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