Sich mit Devisengeschäften vertraut machen

Der internationale Handel (Ausfuhr oder Einfuhr) bringt häufig Devisengeschäfte mit sich. Dies ist bei Geschäften mit Partnern außerhalb der Eurozone und bei solchen Geschäften der Fall, bei denen für die Begleichung der Rechnung und für die reibungslose Abwicklung des Handelsgeschäfts die Umrechnung der Fremdwährung in Euro oder umgekehrt erforderlich ist.

Bei einem Devisengeschäft wird eine Währung zu einem bestimmten Wechselkurs und an einem bestimmten Datum in eine andere Währung umgetauscht. Ein solches Geschäft kann über eine Bewegung auf einem Bankkonto oder in bar erfolgen (sogenannter Barumtausch).

Zielgruppe

Selbstständige und Unternehmen können in folgenden Situationen mit Devisengeschäften konfrontiert sein:

  • Ausfuhr von Gütern (Rohstoffe, Halbfabrikate, Waren) und Dienstleistungen an Kunden, die in einer anderen Währung als Euro zahlen;
  • Einfuhr von Gütern und Dienstleistungen von Lieferanten, die den Euro nicht als Zahlungsmittel akzeptieren;
  • Anschaffung von Produktionsausrüstung bei einem ausländischen Lieferanten, der eine Bezahlung in einer anderen Währung als Euro wünscht.

Voraussetzungen

Für die reibungslose Abwicklung des Handelsgeschäfts ist es zwingend erforderlich, ausreichend Bargeld beziehungsweise Geld auf dem Bankkonto zur Verfügung zu haben und den Wechselkurs zu kennen, zu dem der Umtausch ausgeführt wird.

Vorgehensweise und Details

Wechselkurs

Der Wechselkurs (engl. „exchange rate“) zwischen 2 Währungen legt den Wert einer Währung ausgedrückt in der anderen Währung fest. Der Wechselkurs zwischen 2 Währungen wird am Devisenmarkt notiert und ändert sich entsprechend der Nachfrage und dem Angebot in Bezug auf die 2 betreffenden Währungen.

Der Wechselkurs kann auf 2 verschiedene Arten dargestellt werden:

  • Spotkurs“ (Kassakurs): Geld wird unverzüglich in eine Fremdwährung umgerechnet und der Umtausch erfolgt binnen 2 Geschäftstagen nach dem Tag des Geschäftsabschlusses.
  • Forwardkurs“ (Terminkurs): Die Umrechnung von Geld in eine Fremdwährung wird bereits heute vertraglich vereinbart und erfolgt an einem Datum in der Zukunft. Der Umtausch erfolgt frühestens drei Geschäftstage nach dem Tag des Geschäftsabschlusses.

Wechselkursschwankungen

Wechselkursschwankungen können die Rentabilität eines Unternehmens in mehrerlei Hinsicht beeinflussen:

  • Umrechnungsrisiko: Unternehmen, die internationale Geschäftsvorgänge in Fremdwährungen ausführen und die offene, d. h. ungeschützte, Positionen haben, sind im Falle einer nachteiligen Entwicklung des Wechselkurses Verlustrisiken ausgesetzt.
  • Risiko des Verlusts der Wettbewerbsfähigkeit: Der unmittelbare Einfluss des Wechselkurses auf Einkaufs- und Verkaufspreise kann die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens gegenüber einem ausländischen Mitbewerber verändern.

Arten von Kurssicherungsgeschäften

Es gibt mehrere Arten von Kurssicherungsgeschäften:

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