Eine berufliche Übergangsrente bei einer externen Wiedereingliederung infolge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit beantragen

Jeder Arbeitnehmer oder Selbständige kann eine berufliche Übergangsrente beantragen, wenn seine externe berufliche Wiedereingliederung oder seine berufliche Umorientierung auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen ist.

Arbeitnehmer müssen bei der Gemischten Kommission (Commission mixte) und beim Kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale - CMSS) vorstellig werden. Selbständige müssen beim Kontrollärztlichen Dienst vorstellig werden, der über die berufliche Umorientierung entscheidet.

Zielgruppe

Ein berufliche Übergangsrente beantragen kann jede Person, die Opfer eines von der Unfallversicherung (Association d'assurance accident - AAA) anerkannten Unfalls oder einer Berufskrankheit wurde und in den Genuss einer der folgenden Maßnahmen kommt:

  • einer externen Wiedereingliederung (Arbeitnehmer) oder;
  • einer beruflichen Umorientierung (Selbständige).

Voraussetzungen

Um in den Genuss der beruflichen Übergangsrente zu kommen, muss der Versicherte folgende Bedingungen erfüllen:

  • zum Zeitpunkt der Konsolidierung der Verletzungen nachweisen, dass er aufgrund eines Unfalls oder einer Berufskrankheit von einer dauerhaften Minderung seiner Erwerbsfähigkeit von mindestens 10 % betroffen ist;
Hinweis: Diese Bedingung gilt nur für Unfälle, die sich nach dem 1. Januar 2017 ereignet haben.
  • nicht mehr in der Lage sein, seine letzte Beschäftigung auszuüben oder seine bisherige Arbeitsregelung aufrechtzuerhalten, ohne jedoch auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt als erwerbsunfähig zu gelten;
  • diese Arbeitsunfähigkeit muss in erster Linie zurückzuführen sein auf:
    • einen Arbeitsunfall;
    • eine Berufskrankheit;
  • in den Genuss einer externen beruflichen Wiedereingliederung kommen;
Diese Bedingung gilt nicht für Selbständige.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Sowohl Arbeits- und Wegeunfälle als auch Berufskrankheiten müssen zuvor bei der Unfallversicherung gemeldet worden sein.

Fristen

Der Versicherte muss seinen Antrag innerhalb von 3 Jahren nach der Konsolidierung seiner Verletzungen oder seiner beruflichen Umorientierung bei der AAA einreichen.

Nach Ablauf dieser 3-jährigen Frist ist der Antrag nur zulässig, wenn der Versicherte:

  • nachweisen kann, dass die Folgen des Unfalls in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit nicht früher festgestellt werden konnten;
  • körperlich nicht in der Lage war, seinen Antrag zu stellen.

Die berufliche Übergangsrente wird nicht für einen Zeitraum von mehr als einem Jahr vor Eingang des Antrags bewilligt.

Beispiel: Der Zustand des Versicherten gilt ab dem 1. April 2017 als konsolidiert. Der Versicherte kann seinen Rentenantrag bis zum 1. April 2020 stellen. Stellt der Versicherte seinen Rentenantrag jedoch erst am 1. Oktober 2019, besitzt er den rückwirkenden Anspruch auf die Rente erst ab dem 1. Oktober 2018.

Vorgehensweise und Details

Modalitäten für die Bewilligung und Beginn der Zahlungen

Der Versicherte muss die berufliche Übergangsrente per einfachem Brief bei der AAA beantragen.

Der Versicherte kommt in den Genuss der Übergangsrente, bis die externe Wiedereingliederung vollständig abgeschlossen ist, also bis er eine neue Stelle antritt.

Die AAA kann die Kosten für die beruflichen Umschulungsmaßnahmen übernehmen, die im Rahmen der beruflichen Wiedereingliederung ergriffen werden.

Besonderheiten der beruflichen Übergangsrente

Die AAA kann die Zahlung der beruflichen Übergangsrente aussetzen, wenn die Bedingungen für die Bewilligung der Rente nicht länger erfüllt sind, insbesondere wenn der Versicherte:

  • nicht als Arbeitsuchender bei der Arbeitsagentur gemeldet bleibt;
  • nicht länger an den Maßnahmen zur Wiedereingliederung teilnimmt oder;
  • sich allen Versuchen einer beruflichen Umorientierung widersetzt.
Hinweis: Bezieht der Versicherte im Ausland Arbeitslosengeld oder eine vergleichbare Leistung, wird ihm die berufliche Übergangsrente entzogen.

Berechnung und Zahlung der Rente

Berechnung der Rente

Die Übergangsrente beträgt 85 % der Vollrente, d. h. des beitragspflichtigen Lohns des Arbeitnehmers in den letzten 12 Monaten vor dem Monat, in dem der Unfall eingetreten ist, bzw. der Beitragsbemessungsgrundlage des selbständigen Erwerbstätigen zum Zeitpunkt des Unfalls.

Hinweis: Übte der Versicherte zum Zeitpunkt des Unfalls bzw. der Berufskrankheit eine berufliche Tätigkeit auf eigene Rechnung aus, berücksichtigt der Betrag die Beitragsbemessungsgrundlage, die zu diesem Zeitpunkt angewandt wurde.

Bei jeder Neuberechnung dieser Bemessungsgrundlage muss die Rente angepasst werden.

Zahlung der beruflichen Übergangsrente

Die Rente wird monatlich im Voraus gezahlt.

Tritt eine Rente nach dem Ersten des Monats in Kraft, wird der Betrag für diesen Monat verhältnismäßig ab dem ersten Tag gezahlt.

Die Rente ist gemäß den für die Gehälter und Pensionen der Staatsbeamten geltenden Modalitäten an den Lebenshaltungskostenindex angepasst.

Die Rente unterliegt den Steuer- und Sozialabgaben, ist aber von folgenden Beiträgen befreit:

  • des Krankengeldes;
  • der Unfallversicherung;
  • des Kindergelds.

Der Versicherte hat kein Anrecht auf die Rente mehr, wenn die externe Wiedereingliederung abgeschlossen ist, also wenn er eine neue Stelle antritt.

Geht die externe Wiedereingliederung mit einem Einkommensverlust gegenüber dem vor dem Unfall bezogenen Einkommen einher, kann der Versicherte eine Teilrente beantragen.

Rechtsmittel

Den Betroffenen stehen mehrere Rechtsmittel zur Verfügung, um ihre Rechte geltend zu machen.

Zuständige Kontaktstellen

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