Eine Vertrauensperson benennen

Die Vertrauensperson vertritt den Patienten und fungiert als dessen „Sprachrohr“, wenn er selbst keine Entscheidungen bezüglich seiner Gesundheit mehr treffen kann.

Die Vertrauensperson darf nicht mit der Begleitperson des Patienten verwechselt werden, die den Patienten bei den Vorgängen und Entscheidungen bezüglich seiner Gesundheit unterstützt.

Die als Vertrauensperson benannte Person übt die Rechte des Patienten in Gesundheitsfragen aus, wenn dieser vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen bezüglich seines Gesundheitszustands selbst zu treffen.

Zielgruppe

Volljährige und einwilligungsfähige Patienten können eine Vertrauensperson benennen, die sie vertritt und in ihrem Namen ihren Willen äußern kann. Folgende Personen können als Vertrauensperson benannt werden:

  • eine Person aus dem Umfeld des Patienten;
  • ein Gesundheitsdienstleister.

Mündige Minderjährige können ebenfalls eine Vertrauensperson benennen.

Voraussetzungen

Mit seinem Umfeld gesprochen haben, damit es bestens über den Willen des Patienten im Bilde ist und ihn nach seinen Wünschen vertreten kann.

Vorgehensweise und Details

Benennung

Patienten, die dies wünschen, können für den Fall, dass sie vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr in der Lage sein sollten, ihren Willen zu äußern und die für eine ihre Gesundheit betreffende Entscheidung erforderlichen Informationen zu erhalten, jederzeit mittels eines datierten und unterzeichneten Schriftstücks eine Vertrauensperson benennen.  Der Arzt wird dann den Rat dieser Person einholen, um den Wünschen und Ansprüchen des Kranken gerecht zu werden.

Die Vertrauensperson muss sich mit ihrer Benennung nicht einverstanden erklären. Es ist jedoch ratsam, dass der Patient seine Wahl und seine besonderen Wünsche im Vorfeld mit ihr abklärt.

Es wird empfohlen, das Schriftstück zur Benennung der Vertrauensperson in 3 Ausfertigungen zu erstellen:

  • eine für den Patienten;
  • eine für den behandelnden (oder jeden sonstigen) Arzt, die in der Patientenakte aufbewahrt wird;
  • eine für die Vertrauensperson.

Ist es dem Patienten, der in der Lage ist, seinen Willen auszudrücken, nicht möglich, selbst zu schreiben und zu unterzeichnen, kann er 2 Zeugen bitten, zu bestätigen, dass das Dokument, das er nicht selbst verfassen konnte, seinen Willen zum Ausdruck bringt. Diese Zeugen müssen ihren Namen und ihre Eigenschaft angeben. Ihre Bescheinigung wird der Vollmacht beigebogen.

Das Dokument zur Bestellung der Vertrauensperson kann jederzeit an den behandelnden Gesundheitsdienstleister des Patienten übergeben werden. 

 Rolle

Die vom Patienten benannte Vertrauensperson spricht und handelt im Interesse des Patienten, wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, Entscheidungen bezüglich seines Gesundheitszustands selbst zu treffen. 

Missachtet der Gesundheitsdienstleister den Rat der Vertrauensperson, setzt er diese davon in Kenntnis und trägt die Gründe dafür in die Patientenakte ein.

Schweigepflicht

Die Schweigepflicht wird gegenüber der Vertrauensperson aufgehoben. Letztere wird über den Gesundheitszustand des Patienten in Kenntnis gesetzt, um Entscheidungen zu treffen, falls dieser außerstande sein sollte, seinen Willen zu äußern.

Zudem hat die Vertrauensperson, die die Rechte des Patienten ausübt, wenn dieser nicht mehr in der Lage ist, selbst zu entscheiden, Zugriff auf die Patientenakte.

Die Vertrauensperson setzt sich Strafen aus, falls sie die Vertraulichkeit der Informationen betreffend den Patienten missachten sollte.

Außer im Falle eines ausdrücklichen vom Patienten zu Lebzeiten schriftlich geäußerten gegenteiligen Wunsches hat die Vertrauensperson nach dem Tod des Patienten Zugang zu dessen Akte und kann sich eine Kopie ausstellen lassen, um die Todesursache zu erfahren, sein Andenken zu bewahren oder seine rechtmäßigen Ansprüche geltend zu machen.

Patientenverfügung

Ein Patient kann jederzeit seine Wünsche bezüglich seiner Behandlung, einschließlich seines Ablebens, äußern.

Außer im Falle einer anderslautenden Entscheidung durch Ankreuzen des Feldes „Nein“ im Formular, erklärt sich der Patient damit einverstanden, dass die Benennung seiner Vertrauensperson auch für sein Lebensende gilt, falls er nicht mehr in der Lage sein sollte, sich zu äußern. Dabei handelt es sich um den Wunsch, eine Behandlung, Reanimierung usw. einzustellen oder nicht.

Widerruf

Die Benennung kann jederzeit mittels eines datierten und unterzeichneten Schriftstücks widerrufen werden. Die Personen, die im Besitz der 1. Benennungsurkunde sind (widerrufene Vertrauensperson, behandelnder Arzt usw.), müssen davon in Kenntnis gesetzt werden.

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