Die steuerliche Behandlung einer vom Arbeitgeber gewährten Zusatzrente kennen

Einige luxemburgische Arbeitgeber entscheiden sich dafür, für die Gesamtheit ihrer Arbeitnehmer oder für eine bestimmte Zielgruppe ein Zusatzpensionsregime (2. Säule der Rentenversicherung) einzuführen. Durch die Zusatzrente gewähren die Arbeitgeber ihren Beschäftigten Leistungen, die die Ruhestand-, Todesfall-, Invalidität- oder Hinterbliebenenleistungen der gesetzlichen Sozialversicherungssysteme ergänzen.

Die Arbeitgeber haben dabei die Wahl, ob sie das Zusatzpensionsregime betriebsintern (Rückstellungen auf der Passivseite der Bilanz des Arbeitgebers) oder außerbetrieblich (Prämien an Versicherungsgesellschaften oder Beiträge an Pensionsfonds) im Rahmen festgelegter Leistungen oder festgelegter Beiträge finanzieren. Sofern der Plan des Zusatzpensionsregimes es vorsieht, sind die Arbeitnehmer berechtigt, selbst Beiträge in den Zusatzrentenplan einzuzahlen.

Zielgruppe

Folgende Personen sind betroffen:

  • gebietsansässige oder nicht gebietsansässige Arbeitnehmer, die in Luxemburg berufstätig sind bzw. waren;
  • Leistungsempfänger einer Zusatzrente aus dem Zusatzrentensystem ihres ehemaligen luxemburgischen Arbeitgebers gemäß dem Gesetz vom 8. Juni 1999.

Vorgehensweise und Details

Pauschaler Lohnsteuereinbehalt des Arbeitgebers

Die Rückstellungen, Versicherungsprämien und Beiträge zur Finanzierung der Zusatzrente sind als geldwerte Leistungen aus nichtselbständiger Arbeit steuerpflichtig. Diese geldwerten Leistungen sind mit einer Pauschalsteuer in Höhe von 20 % belegt, die vom Arbeitgeber als Quellensteuer einbehalten wird.

Diese Besteuerung hat für die Arbeitnehmer abgeltende Wirkung. Sie brauchen diese Beiträge sowie den Steuereinbehalt des Arbeitgebers nicht mehr in ihrer Einkommensteuererklärung anzugeben.

Höchstbetrag der abzugsfähigen persönlichen Beiträge

Bis zu einem Betrag von 1.200 Euro sind die persönlichen Beiträge eines Arbeitnehmers in das vom Arbeitgeber aufgesetzte Zusatzpensionsregime als Sonderausgabe abzugsfähig. Diese selbstgezahlten Beiträge können vom Nettoverdienst des Arbeitnehmers abgezogen werden und sind bis zu einem Betrag von 1.200 Euro quellensteuerfrei. Diese Beiträge sind im Feld 1435 der Einkommensteuererklärung anzugeben.

Steuerfreie Leistungen

Gebietsansässiger Steuerpflichtiger

Der gebietsansässige Steuerpflichtige, der Leistungen aus einem Zusatzpensionsregime erhält, das gemäß dem Gesetz vom 8. Juni 1999 von seinem Arbeitgeber eingeführt wurde, muss diese nicht versteuern, da diese Leistungen nicht steuerpflichtig sind.

Bei der Auszahlung des Zusatzrentenplans in Form einer Leibrente oder einer einmaligen Kapitalauszahlung sind die Leistungen in ihrer Gesamtheit von der Einkommensteuer befreit. Grund für diese Steuerbefreiung ist die Tatsache, dass die Beiträge zum Zusatzrentenregime bereits bei Einzahlung mit einem pauschalen Steuersatz von 20 % besteuert wurden.

Nicht gebietsansässiger Steuerpflichtiger

Der nicht gebietsansässige Steuerpflichtige, der Leistungen aus einem Zusatzpensionsregime erhält, das gemäß dem Gesetz vom 8. Juni 1999 von seinem luxemburgischen Arbeitgeber eingeführt wurde, ist in Luxemburg in Bezug auf diese Leistungen nicht steuerpflichtig. Dagegen sind diese Einnahmen in seinem Wohnsitzland grundsätzlich steuerpflichtig.

Der Nachtrag zum belgisch-luxemburgischen Doppelbesteuerungsabkommen besagt jedoch, dass die von einem in Belgien ansässigen Steuerpflichtigen bezogenen Leistungen aus einem luxemburgischen Zusatzpensionsregime in Belgien steuerfrei sind, sofern die vom Arbeitgeber eingezahlten Beträge in Luxemburg versteuert wurden.

Wahrung oder Übertragung erworbener Ansprüche

Falls der Arbeitnehmer das Unternehmen vor Erreichung des Renteneintrittsalters verlässt, müssen seine erworbenen Ansprüche am Zusatzpensionsregimes seines Arbeitgebers gewahrt bleiben, auch bei außerordentlicher Kündigung.

Die erworbenen Ansprüche können bis zur Erreichung des Renteneintrittsalters im Zusatzrentenplan des ehemaligen Arbeitgebers verbleiben.

Die erworbenen Ansprüche können in ein anderes Zusatzrentensystem, das von einem anderen Unternehmen bzw. einer anderen Unternehmensgruppe geschaffen wurde, oder in ein zugelassenes externes System (Pensionsfonds, Versicherungsgesellschaft) übertragen werden.

Die erworbenen Ansprüche können unter bestimmten Voraussetzungen auch zurückgekauft werden:

  • Der Arbeitnehmer wechselt zu einem Unternehmen außerhalb Luxemburgs;
  • der Arbeitnehmer hat bei Ende des Arbeitsverhältnisses das 50. Lebensjahr erreicht;
  • der Betrag der in Form einer Rente gezahlten Ruhestandsbezüge überschreitet nicht den 10. Teil des monatlichen Mindestlohnes eines ungelernten Arbeiters von mindestens 18 Jahren;
  • der Betrag der in Form eines Kapitalbetrags gezahlten Ruhestandsbezüge beläuft sich höchstens auf das Zehnfache des monatlichen Mindestlohnes eines ungelernten Arbeiters von mindestens 18 Jahren.

Zuständige Kontaktstellen

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  • Steuerverwaltung
    45, boulevard Roosevelt
    L-2982 Luxemburg
    Luxemburg
    Um sich an die zuständige Stelle zu wenden, folgen Sie bitte dem untenstehenden Link.
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