Eine Erbschaftserklärung abgeben

Nach dem Tod einer Person, die ihren letzten Wohnsitz in Luxemburg hatte, müssen die Erben und Vermächtnisnehmer bei der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung (Administration de l'enregistrement, des domaines et de la TVA) eine Erbschaftssteuererklärung abgeben.

Diese Erklärung dient als Grundlage für die Festsetzung der Erbschaftssteuer. In diesem Dokument sind Art und Wert der beweglichen und nicht beweglichen Vermögensgegenstände, die die Bereicherung des Erben darstellen, und die Verbindlichkeiten des Erblassers, anzugeben. Soweit das Erbe von der Erbschaftssteuer befreit ist, vermindert sich der Umfang der zu erklärenden Angaben.

Ebenso verhält es sich bei den Erben und Vermächtnisnehmern einer Person, die ihren letzten Wohnsitz nicht in Luxemburg hatte und innerhalb des Staatsgebiets des Großherzogtums Immobilien besaß. Auch sie müssen dem Steueramt eine Erklärung über die Art der Immobilien, deren Lage, Umfang und Wert sowie die Schulden im Zusammenhang mit den Immobilien vorlegen. Gemäß des zum 31. Dezember 2009 in Kraft getretenen Gesetzes sind diese Schulden absetzbar.

Diese Erklärung dient als Bemessungsgrundlage für die Festsetzung der Erbschaftssteuer.

Zielgruppe

Unabhängig von der Höhe der Erbschaft und der auf die Erbschaft entfallenden Steuer, sind die Erben und Vermächtnisnehmer verpflichtet eine Erbschaftssteuererklärung einzureichen, wenn der Verstorbene seinen letzten Wohnsitz in Luxemburg hatte oder ein nicht gebietsansässiger Verstorbener Immobilien in Luxemburg besaß.

Voraussetzungen

Die Erben können vorher prüfen, ob der Erblasser ein Testament aufgesetzt hat. Das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein eines schriftlichen Testaments ist für die Art und Weise der Erstellung der Erbschaftssteuererklärung in allen Fällen maßgeblich.

Unabhängig von ihrer eigenen Kenntnis über die Existenz eines Testaments, können die Erben bei der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung eine Testamentsuche im Verwahrungsregister für letztwillige Verfügungen veranlassen. Für die Testamentsuche wird eine Gebühr von 9,92 Euro erhoben.

Fristen

Die Erbschaftsteuererklärung ist schriftlich innerhalb von 6 Monaten nach Tod des Erblassers einzureichen, wenn der Erblasser im Großherzogtum Luxemburg verstorben ist. Es gelten längere Fristen, falls der Erblasser im Ausland verstorben ist (bei einem Todesfall im europäischen Ausland beträgt die Frist 8 Monate sowie 12 Monate bei einem Todesfall in Amerika oder 24 Monate bei einem Todesfall in Afrika, Asien oder Australien).

Kosten

Es gibt kein Formular für die Anzeige eines Erbfalls. Die Erklärung muss daher auf Stempelpapier verfasst werden, dessen Preis sich nach den Papiermaßen richtet (die Mindeststempelgebühr beträgt 2 Euro). Die Erklärung kann auch auf ungestempeltem Papier verfasst werden, wobei dann allerdings eine gesonderte Steuermarke anzubringen ist. Diese Kosten kommen noch zu den Kosten für die Testamentsuche hinzu.

Wird die Erklärung mithilfe eines Notars verfasst, werden zusätzliche Notarkosten fällig, die sich nach dem Schwierigkeitsgrad des Vorgangs errechnen.

Die Hinzuziehung eines Notars ist nicht vorgeschrieben, jedoch ratsam, insbesondere bei einer komplizierten Erbschaft.

Vorgehensweise und Details

Formulierung der Beschwerde

Da es kein Formular für die Anfertigung von Erbschaftssteuererklärungen gibt, ist die Erklärung zulässig, sobald sie alle gesetzlich vorgeschriebenen Angaben enthält. Es wird empfohlen, sich zwecks Abfassung einer Erbschaftssteuererklärung bei einer Dienststelle der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung oder einem Notar zu erkundigen.

Anzeige der Erbschaft von einem Erblasser, der seinen Wohnsitz im Großherzogtum Luxemburg hatte

Die Anmeldung des Erbfalls muss schriftlich bei der zuständigen Dienststelle der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung (Administration de l’enregistrement, des domaines et de la TVA) erfolgen. Zuständig ist die Dienststelle, die für den Ort im Großherzogtum zuständig ist, an dem der Erblasser zuletzt seinen Wohnsitz inne hatte. Sie können sich daher nicht an eine Dienststelle Ihrer Wahl wenden.

Zur Anmeldung des Erbfalls können die Erben und Vermächtnisnehmer einen Notar ihrer Wahl hinzuziehen.

Zur Anmeldung des Erbfalls können die folgenden Unterlagen verlangt werden:

  • das Original des Personalausweises oder Reisepasses des oder der Erklärenden;
  • das Original der Sterbeurkunde und die persönlichen Daten des Verstorbenen, d. h. Name, Vorname(n), Beruf und Verwandtschaftsgrad (Vater, Ehepartner, usw.) in Bezug auf die Erklärenden/Erben;
  • das Original des Katasterauszugs mit Angaben zum Gebäude, das dem Verstorbenen als Hauptwohnsitz diente, auch wenn es nicht Eigentum des Verstorbenen war (trifft letzteres zu, wird dies mit „entfällt” im Katasterauszug vermerkt). Das Original des Katasterauszugs gibt Auskunft über das Grundeigentum des Verstorbenen in Luxemburg;
  • beim Tod eines Ehepartners: eine beglaubigte Kopie des Ehevertrages (falls vorhanden).

Angaben, die in der Erbschaftserklärung enthalten sein müssen

Welche Angaben in der Erbschaftserklärung verlangt werden, hängt davon ab, ob Erbschaftsteuer zu zahlen ist.

Die Erbschaft unterliegt der Erbschaftsteuer

Unterliegt die Erbschaft der Erbschaftsteuer, müssen in der Erbschaftsteuererklärung die Vermögenswerte und die Nachlassverbindlichkeiten des Erblassers mit der jeweiligen Höhe aufgelistet werden. Die Erklärung muss daher die folgenden Angaben enthalten:

  • die Art (Immobilien, bewegliche Vermögensgegenstände, Aktien, Anleihen, Bankkonten, Kunstwerke, Fahrzeuge, usw.) und den Wert der Vermögensgegenstände, die Eigentum des Verstorbenen waren. Die Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung kann den Wert der von den Erklärenden angegebenen Vermögensgegenständen berichtigen;
  • bei Immobilien, die Eigentum des Erblassers waren, sind die Art der Immobilien, die Gemeinde, in der sie gelegen sind sowie die Adressen in den entsprechenden Gemeinden sowie die Größe des unbebauten Grundstücksanteils anzugeben (das Original des Katasterauszugs mit Angaben zu den Grundstücken des Verstorbenen in Luxemburg ist der Erklärung beizufügen);
  • bei Forderungen, d.h. dem Erblasser von anderen Personen geschuldeten Beträge, Angabe der Höhe mit Rechtsanspruch, des Namens, Berufs und Wohnsitzes der Person, die Schuldner des Verstorbenen ist;
  • die Schulden des Erblassers. Es kann sich um Darlehensschulden des Erblassers bei einer Bank handeln, um eine Schuld für den Kauf eines Gutes wie z.B. eines Fahrzeugs, um eine Steuerschuld wie z.B. ausstehende Einkommensteuer oder Grundsteuer auf Immobilieneigentum des Verstorbenen, um Beerdigungskosten, zum Todestag bestehende Kosten für tägliche Versorgungsleistungen (Wasser, Gas, Strom, usw.);
  • wenn der Verstorbene einen Nießbrauch an bestimmten Gütern hatte, sind die Güter, an denen Nießbrauch bestand, mit dem Vermerk anzugeben, dass dieser mit seinem Tode erloschen ist.

In der Erbschaftserklärung müssen ferner angegeben werden:

  • die Namen der Erben, Vermächtnisnehmer und Schenkungsempfänger;
  • deren Verwandschaftsverhältnis zum Verstorbenen und der Erbanteil, den jeder erhält.

Tritt der Erbfall ganz oder teilweise aufgrund testamentarischer Verfügung ein, muss in der Erklärung angegeben werden, wer die gesetzlichen Erben wären. Diese Angaben sind jedoch nicht erforderlich, wenn die gesamte Erbschaft mit dem Höchstsatz der Erbschaftssteuer von 15 % belegt ist. Der Satz von 15 % ist anwendbar, wenn die Erben/Vermächtnisnehmer sehr weitläufig oder überhaupt nicht mit dem Verstorbenen verwandt sind.

Die Erbschaft unterliegt nicht der Erbschaftsteuer

Unterliegt die Erbschaft nicht der Erbschaftsteuer (Erbschaft in gerader Linie oder unter dem Mindestbesteuerungsbetrag von 1.250 Euro), sind in der Erklärung nur die Namen der Erben und Einzelheiten zu den im Großherzogtum Luxemburg gelegenen Immobilien anzugeben, die ihnen zufallen.

Erklärung in Bezug auf Immobilien, die im Großherzogtum Luxemburg gelegen sind und Eigentum eines Erblassers waren, der dort nicht seinen letzten Wohnsitz hatte

Hinterlässt ein Erblasser, der nicht in Luxemburg gebietsansässig war, seinen Erben und Vermächtnisnehmern Immobilien, die innerhalb des Staatsgebiets des Großherzogtums Luxemburg liegen, müssen letztere der zuständigen Dienststelle der Einregistrierungs-, Domänen- und Mehrwertsteuerverwaltung (Administration de l’enregistrement, des domaines et de la TVA) eine Erklärung über die Art des Vermögensgegenstände, deren Lage, Umfang und Wert sowie die durch die Immobilien gedeckten Schulden, die aufgenommen wurden, um die Immobilien zu erwerben, zu modernisieren oder zu erhalten, abgeben.

Zuständig für die auf die Immobilien anfallende Erbschaftsteuer ist innerhalb der Finanzverwaltung die Dienststelle, in deren Zuständigkeitsbereich die Immobilien belegen sind.

Die Erbschaftsteuererklärung kann von einem Notar der Wahl erstellt werden.

Die Erbschaftsteuererklärung muss den Vermögenswert der im Großherzogtum Luxemburg belegenen, vererbten Immobilie sowie die damit im Zusammenhang stehenden Nachlassverbindlichkeiten enthalten. Daher muss Folgendes angegeben werden:

  • der Wert der Immobilien, die Eigentum des Erblassers waren. Die Finanzverwaltung (Administration de l’enregistrement, des domaines et de la TVA) kann den Wert der von den Erklärenden angegebenen Vermögensgegenständen berichtigen;
  • die Gemeinde, in der die Immobilien gelegen sind, die Art der Immobilien, Anschrift in dieser Gemeinde und Größe des unbebauten Grundstücksanteils (das Original des Katasterauszugs mit Angaben zu den Grundstücken des Verstorbenen in Luxemburg ist der Erklärung beizufügen);
  • Schulden im Zusammenhang mit den Immobilien (durch die Immobilien gedeckte Schulden, die für den Erwerb, die Modernisierung oder den Erhalt der Immobilien aufgenommen wurden);
  • der Name der Erben und Vermächtnisnehmer, deren Verwandtschaftsverhältnis zum Verstorbenen und Erbanteile der Erben.

Ferner müssen die Erklärenden die folgenden Unterlagen vorweisen:

  • das Original des Personalausweises oder Reisepasses des oder der Erben;
  • das Original der Sterbeurkunde und die persönlichen Daten des Verstorbenen, d.h. Name, Vorname(n), Beruf und Verwandtschaftsgrad (Vater, Ehepartner usw.); in Bezug auf die Erben;
  • das Original des Katasterauszugs mit Angaben zum Grundeigentum des Verstorbenen in Luxemburg;
  • beim Tod eines Ehepartners: eine beglaubigte Kopie des Ehevertrages (falls vorhanden).

Zuständige Kontaktstellen

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