Die Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CLLV) anrufen

Die Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (Commission luxembourgeoise des litiges de voyage - CLLV) ist ein Organ für eine gütliche Streitbeilegung, das damit beauftragt ist, eine außergerichtliche Einigung im Falle von Beschwerden von Reisenden im Rahmen einer Pauschalreise oder in Bezug auf eine andere Dienstleistung anlässlich einer über ein Reisebüro in Luxemburg gebuchten Reise zu erreichen.

Sie kümmert sich um Verbraucherbeschwerden betreffend Pauschalreisen, -ferien und -rundreisen, die bei oder über Dienstleister gebucht wurden, die im Großherzogtum Luxemburg niedergelassen sind. Sie bearbeitet ebenfalls Beschwerden über jede andere bei einem Reisebüro gebuchte Reisedienstleistung, beispielsweise die Buchung eines Hotelzimmers.

Die Kommission tritt einmal im Monat zusammen, um sich mit den ihr vorgetragenen Beschwerden zu befassen.

Zielgruppe

Reisende, die Probleme anlässlich von sogenannten „Pauschalreisen” hatten, können die Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CLLV) anrufen.

Sie können sich ebenfalls an die CLLV wenden, wenn sie eine Reisedienstleistung über ein Reisebüro gebucht haben, beispielsweise einen Beherbergungs- oder Verpflegungsgutschein.

Eine Pauschalreise wird als eine Verbindung von Dienstleistungen für Urlaubsreisen oder als Reise, die mehr als 24 Stunden dauert oder eine Übernachtung einschließt, definiert. Die Pauschalreise muss im Voraus organisiert werden und mindestens 2 der folgenden Dienstleistungen beinhalten:

  • den Transport;
  • die Unterkunft;
  • andere Dienstleistungen, die einen wesentlichen Teil der Pauschalreise ausmachen (organisierte Besichtigungen, Kosten für Aktivitäten usw.)

Die CLLV kann sich nicht um Beschwerden kümmern, die Folgendes betreffen:

  • Personenschäden;
  • nicht im Reisevertrag vorgesehene Reiseversicherungen oder Assistance-Leistungen;
  • Insolvenz oder Konkurs des Veranstalters, des Vermittlers, des Beförderers;
  • Flüge, die der Verordnung Nr. 261/2004 über Ausgleichs- und Unterstützungsleistungen für Fluggäste unterliegen.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Die Beschwerde ist nur dann zulässig, wenn der Verbraucher entweder persönlich oder über seinen Anwalt oder über den Luxemburgischen Verbraucherverband (Union Luxembourgeoise des Consommateurs - ULC) die während seiner Reise oder bei nicht erfolgter Abreise festgestellten Probleme vorab beim Dienstleister (Reiseveranstalter, Vermittler / Reisebüro, Beförderer usw.) schriftlich angezeigt hat.

Erhält er innerhalb von 3 Monaten von seinem Dienstanbieter keine zufriedenstellende Antwort, kann er die Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CLLV) anrufen.

Fristen

Die Anrufung der Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CCLV) muss innerhalb von 12 Monaten nach der beim Dienstleister (Reiseveranstalter, Vermittler / Reisebüro, Beförderer usw.) eingereichten Beschwerde erfolgen.

Nach dieser Frist ist die Beschwerde unzulässig.

Kosten

Die Anrufung der Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CCLV) ist kostenlos.

Vorgehensweise und Details

Einleitung der Anrufung

Die Beschwerde muss schriftlich (per Post, E-Mail oder Fax) auf Luxemburgisch, Französisch oder Deutsch eingereicht werden.

Hierzu muss der Verbraucher das datierte und unterzeichnete Beschwerdeformular samt der Belege für seine Beschwerde an das Sekretariat der Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CLLV) schicken.

Der Verbraucher muss dem Formular Folgendes beifügen, sofern er darüber verfügt:

  • eine Kopie des Reisevertrags und der allgemeinen Reisebedingungen;
  • die Broschüren/Prospekte, die er im Reisebüro erhalten hat;
  • jeden Beleg über die Beschwerde vor Ort (z. B. Mängelbericht);
  • den gesamten Briefwechsel mit dem Reisebüro und/oder dem Reiseveranstalter;
  • Belege wie Fotos, Videos, Zeugenaussagen.

Der Verbraucher muss zudem ein datiertes und unterzeichnetes Exemplar der Verordnung der CLLV einsenden.

Die Beschwerde wird abgewiesen, wenn:

  • sie unbegründet, missbräuchlich, nicht ausreichend belegt ist oder
  • wenn eine andere außergerichtliche Stelle bereits mit der gleichen Sache befasst wurde oder über die Beschwerde bereits gerichtlich entschieden wurde.

Bearbeitung der Beschwerde

Die Luxemburger Kommission für Reisestreitfälle (CLLV) hat die Versöhnung der Parteien zur Aufgabe.

Zu diesem Zweck kann sie die Parteien vorladen, um sie anzuhören, und alle zusätzlichen Unterlagen und Informationen verlangen.

Der Verbraucher erhält von der CLLV die vom Dienstleister vorgebrachten Argumente, Unterlagen und Sachverhalte.

Im Allgemeinen erfolgt die Versöhnung der Parteien innerhalb von 90 Kalendertagen, es sei denn, es handelt sich um außergewöhnlich komplexe Streitfälle. Wird die Frist von 90 Tagen überschritten, setzt die Kommission alle Parteien davon schriftlich in Kenntnis.

Wird zwischen den Parteien eine Einigung erzielt oder akzeptieren sie die von der CLLV vorgeschlagene Lösung, erstellt Letztere ein Protokoll und händigt jeder Partei ein Exemplar aus.

Der Vorschlag der CCLV muss gemäß dem Gesetz und der Billigkeit begründet werden, ist aber rechtlich nicht verbindlich. Eine Klage vor Gericht bleibt den Parteien trotz dieses Vorschlags immer möglich. Der Vorschlag kann vor den Gerichten nicht als Beleg dienen, es sei denn, die Parteien sind damit einverstanden.

Jede Partei kann sich jederzeit aus dem Streifall zurückziehen, vorausgesetzt sie hat die andere Partei und die CLLV schriftlich darüber informiert.

Formulare/Online-Dienste

Formulaire de saisine de la Commission luxembourgeoise des litiges de voyages (CLLV)

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