Sich arbeitsunfähig melden

Der Arbeitnehmer muss bestimmte Formalitäten einhalten, wenn er krankheits- oder unfallbedingt arbeitsunfähig ist. Um seine Abwesenheit vom Arbeitsplatz zu rechtfertigen und der Arbeit rechtmäßig fernbleiben zu dürfen, muss der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber und seiner Krankenkasse fristgerecht ein ärztliches Attest zur Bescheinigung seiner Arbeitsunfähigkeit und der voraussichtlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit zukommen lassen.

Wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als 2 Werktage andauert, muss der Nationalen Gesundheitskasse (Caisse nationale de santé - CNS) eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung übermittelt werden. Der Arbeitgeber kann bereits ab dem 1. Tag der Abwesenheit ein solches Attest verlangen.

Der Arbeitnehmer muss:

  • das 1. Blatt des Attests der CNS übermitteln;
  • das 2. Blatt des Attests seinem Arbeitgeber (oder dessen Vertreter) übermitteln;
  • das 3. Blatt des Attests selbst aufbewahren.

Zielgruppe

Jede gesetzlich krankenversicherte Person, unabhängig von ihrem beruflichen Status, die aus krankheits- oder unfallbedingten Gründen nicht zur Arbeit erscheint, ist verpflichtet, ihre Arbeitsunfähigkeit anhand einer ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu melden.

Fristen

Für die Meldung einer Arbeitsunfähigkeit bei der CNS und dem Arbeitgeber gelten bestimmte Fristen.

Vorgehensweise und Details

Modalitäten zur Meldung der Arbeitsunfähigkeit

Verpflichtungen von Arbeitnehmern aus dem Privatsektor und Selbstständigen gegenüber der CNS (1. Blatt)

Versicherte Arbeitnehmer aus dem Privatsektor müssen das 1. Blatt des ärztlichen Attests spätestens am 3. Tag ihrer Arbeitsunfähigkeit der CNS übermitteln (maßgeblich ist das Datum des Poststempels). Sofern der letzte Tag dieser Frist ein Samstag, Sonntag oder Feiertag ist, wird die Frist bis zum folgenden Werktag verlängert.

Die ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung muss spätestens am 3. Tag der Arbeitsunfähigkeit bzw. der Verlängerung erstellt werden. Diese Formalitäten sind ebenfalls einzuhalten, wenn der Arbeitnehmer im Urlaub ist.

Sollte der Arbeitnehmer seine ärztlichen Bescheinigungen nicht fristgerecht an die CNS übermitteln, ist eine Geldstrafe vorgesehen.

Verpflichtungen des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber (2. Blatt)

Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, seinen Arbeitgeber oder dessen Vertreter gleich am 1. Tag seiner Abwesenheit (mündlich oder schriftlich – per Email, Fax oder SMS – oder über eine andere Person) über seine Arbeitsunfähigkeit zu informieren. Zudem muss das ärztliche Attest (2. Blatt) zur Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit und der voraussichtlichen Dauer der Arbeitsunfähigkeit dem Arbeitgeber bzw. dem Vertreter spätestens am 3. Tag der Abwesenheit zukommen.

Beispiel: Ein ab Dienstag arbeitsunfähiger Arbeitnehmer muss seinen Arbeitgeber am gleichen Tag frühestmöglich informieren, und das Attest muss dem Arbeitgeber spätestens am Donnerstag zukommen.

Wenn der Arbeitnehmer nicht sicher sein kann, dass das Attest per Post fristgerecht zugestellt wird (insbesondere, wenn er sich im Ausland aufhält), ist es ratsam, auf andere Übermittlungswege zurückzugreifen.

Diese Vorgehensweise ist ebenfalls einzuhalten, wenn der Arbeitnehmer im Urlaub ist (in diesem Fall wird der Urlaub durch die krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit unterbrochen).

Nicht gebietsansässige Arbeitnehmer können sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung von einem in ihrem Wohnsitzland niedergelassenen Arzt ausstellen lassen.

Verpflichtungen des Arbeitnehmers gegenüber der Arbeitsagentur (ADEM) (2. Blatt)

Falls ein gebietsansässiger Arbeitsuchender krankheits- oder unfallbedingt nicht in der Lage ist, eine Tätigkeit auszuüben, muss er seinen Arbeitsvermittler bei der ADEM darüber informieren und ihm eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommen lassen.

Unter Androhung von Sanktionen und der Nichtigkeit der Bescheinigung dürfen weder der Versicherte noch eine Drittperson Zusätze, Eintragungen, Streichungen, Änderungen oder Hinzufügungen von Daten in den dem Arzt vorbehaltenen Rubriken des Formulars vornehmen.

Modalitäten bezüglich des Ausgangs im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit

In den ersten 5 Tagen der Arbeitsunfähigkeit ist kein Ausgang gestattet (unbeschadet gegenteiliger Angaben auf der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung). Ab dem 6. Tag der Arbeitsunfähigkeit (sofern der behandelnde Arzt nicht vom Ausgang abrät) sind die Zeiten, während denen der Ausgang gestattet ist, auf 10.00 bis 12.00 Uhr und 14.00 bis 18.00 Uhr festgelegt (unbeschadet gegenteiliger Angaben auf der ärztlichen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung). Bei Missachtung dieser Vorschriften kann die CNS Mahnungen aussprechen und/oder Bußgelder verhängen.

Arbeitsunfähige Personen dürfen:

  • nicht an sportlichen Aktivitäten teilnehmen (außer auf ärztliche Empfehlung);
  • keine mit ihrem Gesundheitszustand unvereinbare Tätigkeit ausüben;
  • sich ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit nicht in Getränkeausschänken oder Gastronomiebetrieben aufhalten, außer um eine Mahlzeit zu sich zu nehmen und vorbehaltlich einer vorherigen Unterrichtung der CNS per Telefon, Fax oder E-Mail.

Arbeitsunfähige Personen müssen der CNS die genaue Adresse (Ort, Straße, Hausnummer, Etage usw.) mitteilen, an der sie sich während der Arbeitsunfähigkeit aufhalten. Sollte diese Adresse vom üblichen Wohnsitz abweichen, muss sie in der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung angegeben sein oder der CNS per Telefon, Fax oder E-Mail mitgeteilt werden.

Die unverzichtbaren Ausgänge, um sich zum Kontrollärztlichen Dienst der Sozialversicherung (Contrôle médical de la sécurité sociale), zum behandelnden Arzt oder zu einem anderen Dienstleister des Gesundheitswesens zu begeben, sind jederzeit gestattet und müssen gegebenenfalls vom Betroffenen belegt werden.

Im Rahmen der von den Kon­t­rol­leuren der CNS durchgeführten administrativen Kontrolle, die zwischen 8.00 und 21.00 Uhr stattfinden kann, wird die Anwesenheit bzw. Abwesenheit des Kranken an seinem Wohnsitz festgestellt. Diese Kontrolle betrifft sowohl gebietsansässige als auch nicht gebietsansässige Arbeitnehmer und kann ab dem 1. Tag der Arbeitsunfähigkeit erfolgen.

Im Rahmen der administrativen Kontrolle wird ein Protokoll erstellt, in dem entweder die Anwesenheit oder der Verstoß festgehalten wird. Im Falle der Abwesenheit hinterlässt der Kontrolleur an der Adresse der kontrollierten Person eine Benachrichtigung. Die arbeitsunfähige Person muss ihre Abwesenheit binnen 3 Werktagen ab dem Datum der Kontrolle rechtfertigen.

Auslandsaufenthalt bei Arbeitsunfähigkeit

Auslandsaufenthalte während der Arbeitsunfähigkeitszeit können von der CNS im Falle einer schweren Krankheit genehmigt werden. In einem solchen Fall (z. B. bei einer Krebserkrankung, einem Schlaganfall, einer schweren Herzinsuffizienz oder Sklerose) kann ein Auslandsaufenthalt nur auf vorherigen Antrag, für einen bestimmten Zeitraum und nach befürwortender Stellungnahme des behandelnden Arztes und des Kontrollärztlichen Dienstes der Sozialversicherung bewilligt werden. Wenn es sich um einen Aufenthalt in der Grenzregion handelt, wird er unter bestimmten Bedingungen immer genehmigt.

Außerdem kann es Personen, die Anspruch auf Palliativpflege haben, gestattet werden, sich während der Dauer des Anspruchs auf Palliativpflege im Ausland aufzuhalten. Hierfür muss im Vorfeld ein schriftlicher Antrag an die CNS gerichtet werden.

Abschließend kann die CNS in folgenden Fällen – immer auf vorherigen Antrag und ausschließlich auf Empfehlung des behandelnden Arztes – einen Auslandsaufenthalt von höchstens einer Woche genehmigen:

  • Feststellung einer konsolidierten Krankheit im Rahmen eines Verfahrens zur Versetzung in den Ruhestand wegen Erwerbsunfähigkeit;
  • Todesfall eines Verwandten oder Verschwägerten ersten Grades oder des Partners im Ausland;
  • Geburt eines Kindes der arbeitsunfähigen Person im Ausland.

Die Anträge auf Genehmigung eines Auslandsaufenthalts sind mindestens 3 Wochen vor der Abreise an die zuständige Dienststelle der CNS zu richten. Bei einem Todesfall oder einer Geburt muss diese Frist nicht eingehalten werden.

Die Anträge auf Genehmigung eines Auslandsaufenthalts sind an folgende Stelle zu richten:

Caisse national de santé
Services Contrôle et gestion des certificats d’incapacité de travail
L-2978 Luxemburg

Bestimmung der Vergütung des Arbeitnehmers während seiner Arbeitsunfähigkeit

Arbeitnehmer (mit Ausnahme der im Haushalt des Arbeitgebers angestellten Arbeitnehmer)

Im Falle einer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit bezieht der Arbeitnehmer aus dem Privatsektor:

  • bis zum Ende des Monats, in dem sich der 77. Tag der Arbeitsunfähigkeit befindet, weiterhin seine vom Arbeitgeber gezahlte Vergütung, dies bei einem Bezugszeitraum von 12 aufeinander folgenden Monaten;
  • anschließend, gegebenenfalls, ab dem Monat, der auf den 77. Tag der Arbeitsunfähigkeit folgt, Krankengeld. Das Krankengeld wird von der CNS gezahlt.

Während des Zeitraums der Entgeltfortzahlung muss der Arbeitgeber sämtliche Elemente des Arbeitsvertrags einhalten, da der arbeitsunfähige Arbeitnehmer Anspruch auf die volle Aufrechterhaltung seines Lohns und der anderen sich aus seinem Arbeitsvertrag ergebenden Vergünstigungen hat, einschließlich der in seinem Arbeitsvertrag vereinbarten Provisionen.

Freiberufliche Tätigkeiten (Selbstständige)

Für Versicherte, die einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, gelten dieselben allgemeinen Grundsätze wie für Arbeitnehmer.

Für Selbstständige, die freiwillig bei der Mutualität der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs - MDE) versichert sind, stellt Letztere während des Aussetzungszeitraums die Auszahlung des Krankengeldes sicher.

Im Haushalt des Arbeitgebers angestellte Arbeitnehmer

Für im Haushalt des Arbeitgebers angestellte Versicherte (Reinigungskräfte, Privatpfleger usw.) wird das Krankengeld anhand der Anzahl an Stunden berechnet, während derer der Versicherte die Bedingungen für die Bewilligung des Krankengeldes erfüllt, sowie auf der Grundlage des für die Berechnung der Beiträge für den vorhergehenden Kalendermonat berücksichtigten Stundenlohns.

Bedienstete des öffentlichen Sektors (Beamte, staatliche und kommunale Angestellte)

Bedienstete des öffentlichen Sektors haben während der gesamten Dauer ihrer krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf Gehaltsfortzahlung.

Formulare/Online-Dienste

AUTHENTISCHE QUELLEN

Krankenkasse - Meine Situation

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