Als Arbeitsuchender einen Wiedereingliederungsvertrag abschließen

Die Arbeitsagentur (ADEM) kann Arbeitsuchenden unter gewissen Voraussetzungen anbieten, einen Wiedereingliederungsvertrag (contrat de réinsertion-emploi) mit einem Unternehmen abzuschließen. Mit dieser Maßnahme soll den Schwächsten auf dem Arbeitsmarkt – Menschen ab 45 Jahren, Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit und behinderten Menschen – ein Wiedereinstieg in die Arbeitswelt ermöglicht werden.

Der Wiedereingliederungsvertrag sieht einen Wechsel zwischen praktischen und theoretischen Aus-/Weiterbildungsinhalten vor. Ziel ist, dass der Arbeitsuchende dem Arbeitgeber einerseits konkret seine Kompetenzen und Fähigkeiten zeigen kann und andererseits neue Kenntnisse erwirbt.

Der Wiedereingliederungsvertrag erstreckt sich über 12 Monate.

Zielgruppe

Der Wiedereingliederungsvertrag wird zwischen der Arbeitsagentur (ADEM), dem Arbeitsuchenden und dem Arbeitgeber geschlossen.

Nur Arbeitsuchende, auf die eine der folgenden Bedingungen zutrifft, kommen für einen Wiedereingliederungsvertrag infrage:

Unternehmen, die einen Wiedereingliederungsvertrag abschließen möchten, müssen dem Arbeitsuchenden nach Ablauf des Vertrags eine reale Beschäftigungsperspektive bieten können.

Voraussetzungen

Der Arbeitsuchende muss bereits mindestens einen Monat bei der Arbeitsagentur (ADEM) gemeldet sein, bevor er einen Wiedereingliederungsvertrag abschließen kann.

Vorgehensweise und Details

Dauer des Vertrags

Der Wiedereingliederungsvertrag wird für 12 Monate abgeschlossen.

Wenn der Vertrag im Anschluss an ein Berufsbildungspraktikum (stage de professionnalisation) folgt, wird die Praktikumsdauer bei den 12 Monaten berücksichtigt.

Möchten der Arbeitgeber oder der Arbeitsuchende den Wiedereingliederungsvertrag vor Ablauf der vorgesehenen Vertragsdauer beenden, müssen sie dies schriftlich unter Darlegung der Gründe bei der ADEM beantragen. Ein Wiedereingliederungsvertrag kann nur mit vorheriger Zustimmung der ADEM vorzeitig beendet werden.

Abschluss des Vertrags

Arbeitgeber, die einen Wiedereingliederungsvertrag mit einem Arbeitsuchenden abschließen möchten, sollten Kontakt mit dem Arbeitgeberservice der ADEM (Service employeurs) aufnehmen und die freie Stelle melden.

Arbeitsuchende können einen von der ADEM angebotenen Wiedereingliederungsvertrag nicht ohne anerkannten Grund ablehnen (Beispiel für einen anerkannten Grund: Der Vertrag entspricht nicht den Kriterien einer angemessenen Beschäftigung), da ansonsten die gesetzlich vorgesehenen Sanktionen drohen.

Der Arbeitgeber bestimmt einen Tutor, der den Arbeitsuchenden während der gesamten Dauer des Wiedereingliederungsvertrags unterstützt und betreut. Das Unternehmen, der Tutor und der Arbeitsuchende erstellen innerhalb eines Monats nach Unterzeichnung des Wiedereingliederungsvertrags einen Aus-/Weiterbildungsplan. Eine Kopie dieses Plans ist an den Arbeitgeberservice der ADEM zu schicken.

Der Arbeitsuchende hat während der Dauer des Wiedereingliederungsvertrags Anspruch auf 2 Urlaubstage pro Monat.

Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die ADEM während der Dauer des Vertrags über sämtliche Änderungen zu informieren (per Telefon, Fax, E-Mail, Post).

Arbeitsuchende, die im Rahmen eines Wiedereingliederungsvertrags Nachtarbeit verrichten, Überstunden leisten oder an Sonn- und Feiertagen arbeiten, unterliegen den geltenden gesetzlichen Bestimmungen.

Vergütung

Arbeitsuchende, die kein Arbeitslosengeld beziehen, erhalten eine Vergütung in Höhe des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer.

Arbeitsuchende, die Arbeitslosengeld, eine Übergangsvergütung, eine berufliche Übergangsvergütung, eine berufliche Übergangsrente oder das Einkommen für schwerbehinderte Personen beziehen, erhalten diese Zahlungen weiter. Zusätzlich bekommen sie von der ADEM eine Vergütung in Höhe von 41,67 Euro/Monat (Index 100) oder von 339,36 Euro/Monat (Index 814,40).

Sollten die vorgenannten Übergangsvergütungen oder das Einkommen für schwerbehinderte Personen niedriger sein als der soziale Mindestlohn für nicht qualifizierte Arbeitnehmer, wird dieser Betrag auf die Höhe des sozialen Mindestlohns für nicht qualifizierte Arbeitnehmer aufgestockt, und der Arbeitsuchende erhält zusätzlich die monatliche Zahlung der ADEM von 331 Euro.

Damit die Zahlung geleistet wird, muss der Arbeitgeber der ADEM jeden Monat eine Anwesenheitsmeldung übermitteln.

Der Arbeitgeber kann dem Arbeitsuchenden außerdem auf freiwilliger Basis eine Leistungsprämie zahlen. Diese Prämie ist Bestandteil der Vergütung des Arbeitsuchenden und als solche zu versteuern.

Vertragsende

Der Arbeitgeber informiert die ADEM schriftlich über die Eingliederungsmöglichkeiten des Arbeitsuchenden im Unternehmen.

Wenn der Arbeitsuchende oder der Arbeitgeber den Wiedereingliederungsvertrag beenden wollen, muss diese Absicht der ADEM vorher mitgeteilt werden. Daraufhin überprüft die ADEM die Gründe der Kündigung, und gegebenenfalls erteilt sie ihre Zustimmung.

Der Arbeitsuchende wird eingestellt

Wenn der Arbeitsuchende nach Ablauf des Wiedereingliederungsvertrags im Unternehmen eingestellt wird, ist die Dauer dieses Vertrags sowie gegebenenfalls auch die Dauer des Berufsbildungspraktikums als Probezeit anzurechnen.

Sofern der Arbeitsuchende die verschiedenen Voraussetzungen erfüllt, kann er außerdem die Wiedereingliederungshilfe beantragen.

Der Arbeitsuchende wird nicht eingestellt

Wurde der Arbeitsuchende nach Ablauf des Wiedereingliederungsvertrags nicht eingestellt, muss der Arbeitgeber die ADEM schriftlich über die während der Dauer des Wiedereingliederungsvertrags erworbenen Kenntnisse und über eventuell festgestellte Defizite informieren.

Der Arbeitsuchende sollte seinen individuellen Betreuer bei der ADEM kontaktieren, um weitere Maßnahmen festzulegen.

Unternehmen, die nach dem Ende eines Wiedereingliederungsvertrags Mitarbeiter rekrutieren, müssen vorrangig den Arbeitsuchenden einstellen, der im Rahmen des Wiedereingliederungsvertrags bei ihnen tätig war. Voraussetzung ist, dass dieser die geforderten Qualifikationen und das entsprechende Profil mitbringt. Diese Pflicht endet 3 Monate nach Ablauf des Wiedereingliederungsvertrags.

Der Arbeitgeber muss den Arbeitsuchenden rechtzeitig über die Stelle informieren. Daraufhin hat der Arbeitsuchende 8 Tage Zeit, um zu- oder abzusagen.

Eine Absage kann als Ablehnung einer angemessenen Beschäftigung gewertet werden und die gesetzlich vorgesehenen Sanktionen nach sich ziehen.

Formulare/Online-Dienste

Contrat de réinsertion-emploi - relevé de présence

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