Eine Baugenehmigung für Bau-, Umbau- oder Abrissvorhaben beantragen

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Vor Beginn von Bauarbeiten für die Errichtung, den Umbau, die Renovierung oder den Abriss eines Gebäudes muss der Verantwortliche im Besitz einer Baugenehmigung sein, da andernfalls die Einstellung der Bauarbeiten angeordnet werden kann.

Der Antrag auf Genehmigung muss Auskünfte über den Eigentümer und die genaue Lage des Grundstücks sowie eine Beschreibung der vorgesehenen Arbeiten enthalten.

Der Antrag auf Baugenehmigung ist an die Gemeindeverwaltung zu richten, in deren Gebiet sich das Gebäude oder die entsprechende Parzelle befindet.

Das Verfahren zur Erteilung von Baugenehmigungen unterliegt den Bauvorschriften einer jeden Gemeinde und kann daher unterschiedlich sein.

Zielgruppe

Eine solche Genehmigung müssen Personen einholen, die:

  • den Ausbau oder Neubau von Einfamilienhäusern, Wohn- und Geschäftsgebäuden, Garagen, Anbauten, Nebengebäuden, Industriehallen und Verwaltungsgebäuden planen;
  • Gebäude umbauen, erweitern oder einer anderen Nutzung zuführen wollen.

Voraussetzungen

Eine Baugenehmigung ist bei folgenden Arbeiten erforderlich:

  • Neubau;
  • Erweiterungs-, Aufstockungs- und Umbaumaßnahmen am Bestand wie auch bei allen Änderungen am äußeren Mauerwerk, an tragenden Teilen und am Dach oder der Änderung der Zweckbestimmung der Räumlichkeiten;
  • Anbringen von Vordächern, Markisen, Leuchtschildern und Werbetafeln am Rande von öffentlichen Wegen und Plätzen;
  • Errichtung und Veränderung von Einfriedungen jeder Art entlang öffentlicher Wege und angrenzender Grundstücke;
  • Bau von Brunnen, Wassertanks, Futtersilos sowie Dung- und Jauchegruben;
  • Abrissarbeiten;
  • Aushub- und Verfüllarbeiten sowie Errichtung von Stützmauern;
  • Gestaltung von Straßen, Bürgersteigen und Parkplätzen;
  • Gestaltung von Freiflächen;
  • Einbau von Tanks für die Lagerung von flüssigen Brennstoffen und Chemikalien;
  • Bau von Gartenlauben, Schwimmbecken und Teichen;
  • Verlegung oder Erneuerung von Anschlüssen an die öffentlichen Versorgungsnetze (Wasser, Kanalisation, Gas usw.);
  • Abriss eines Gebäudes.

Folgende Arbeiten unterliegen lediglich einer Meldepflicht und müssen dem Bürgermeister der Gemeinde spätestens 10 Tage vor Baubeginn schriftlich mitgeteilt werden:

  • Instandsetzungsarbeiten größeren Umfangs im Innern des Gebäudes;
  • Erneuerung der Fassadenverkleidung;
  • Dacherneuerung;
  • Baugerüste;
  • Montage und Abänderung von Erdgasheizungsanlagen.

Fristen

Die Frist für die Erteilung der Baugenehmigung ist in der Regel in den Bauvorschriften der jeweiligen Gemeinde nicht festgelegt. Die Bauvorschriften der verschiedenen Gemeinden können auf dem Rechtsportal der Regierung eingesehen werden.

Die Baugenehmigung verfällt, wenn innerhalb einer Frist von einem Jahr die genehmigten Bauarbeiten nicht in erheblichem Umfang begonnen haben. Diese Frist kann auf begründeten Antrag des Begünstigten um ein weiteres Jahr verlängert werden.

Vorgehensweise und Details

Antragstellung

Das Antragsformular für die Baugenehmigung ist bei der Gemeinde erhältlich, in der sich das Gebäude befindet, das Gegenstand der Bauarbeiten ist. Einige Gemeinden bieten an, die Dokumente auf ihrer Website herunterzuladen.

In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass für die erforderlichen Nachweise sowie die Einreichung je nach Gemeinde unterschiedliche Vorschriften gelten können.

Dem Antrag sind im Allgemeinen folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein aktueller Katasterauszug der betreffenden Parzelle im Maßstab 1:2.500;
  • ein Lageplan im Maßstab 1:2.500 (der Maßstab kann je nach Gemeinde unterschiedlich sein);
  • Baupläne im Maßstab 1:100 oder 1:50;
  • eine Bescheinigung über die Eintragung des Architekten oder Ingenieurs bei der Kammer für Architekten und beratende Ingenieure (Ordre des Architectes et Ingénieurs-Conseils - OAI).
  • gegebenenfalls ein Lageplan, mindestens im Maßstab 1:200, mit Angabe der Höhenlinien, der Abstände zwischen Gebäuden und zu den Begrenzungen, der Zufahrtswege, der bebauten Fläche sowie der Bezeichnung der Gebäude;
  • die Bezeichnung des Teilbebauungsplans (PAP) oder der Parzellierungsgenehmigung, auf die sich der Antrag bezieht.

Alle neuen Wohngebäude sowie – unter bestimmten Voraussetzungen – bestehende Wohngebäude (bei Änderung oder Erweiterung) müssen die Mindestbedingungen für energiefreundliches Bauen erfüllen. Daher ist einem Antrag auf Baugenehmigung für den Neubau eines Wohngebäudes bzw. die Erweiterung oder Änderung eines Wohngebäudes grundsätzlich eine Berechnung der Energieeffizienz und ein Energiepass beizufügen.

Die Baupläne müssen Folgendes umfassen:

  • die Stockwerkspläne, einschließlich der Pläne der Kellerräume und des Dachstuhls, mit Angabe der Form des Dachs. Diese Pläne geben Auskunft über die Lüftungsanlagen, Feuerstellen und Kamine;
  • die für die Planung des Bauprojekts unerlässlichen Längs- und Querschnitte mit Angabe der aktuellen topografischen Daten des Grundstücks und der geplanten Änderungen;
  • den Aufriss aller Fassaden, auf der die Niveaus der Höfe, das Gefälle der öffentlichen Straßen und die Fassaden etwaiger angrenzender Bauwerke verzeichnet sind.

Die Pläne dürfen nur von einem Architekten oder einem beratenden Ingenieur angefertigt und unterzeichnet werden, außer im Falle von natürlichen Personen, die den Innenumbau einer Wohnung zum eigenen Gebrauch anmelden, sofern die Bauarbeiten nicht die tragenden Teile des Gebäudes, die Fassade oder das Dach betreffen. Die Pläne müssen ferner vom Eigentümer des Gebäudes gegengezeichnet werden.

Sobald die erforderlichen Unterlagen vorliegen, kann zur Beantragung der Baugenehmigung ein Formular ausgefüllt werden, das bei der Gemeindeverwaltung erhältlich ist. Einige spezialisierte Vermittler (Büros, Architekten usw.) bieten ebenfalls ihre Dienste an, um die Antragsteller bei der Erledigung der Formalitäten bei der zuständigen Gemeinde zu unterstützen.

Der Antrag auf Baugenehmigung ist in mehrfacher Ausfertigung schriftlich an den Bürgermeister zu richten. Die Bauarbeiten dürfen nicht vor Erteilung der Baugenehmigung beginnen.

Der Antragsteller muss für die Prüfung seiner Unterlagen an die Gemeindekasse eine Gebühr entrichten. Der Betrag dieser Gebühr fällt je nach Gemeinde und Projektumfang unterschiedlich aus.

Die Baugenehmigung wird dem Antragsteller gegen Quittung ausgehändigt.

Prüfung der Vereinbarkeit des Antrags mit den baulichen Anforderungen

Die Dienststellen der Gemeinde prüfen, ob das Baugesuch und die dazugehörigen Pläne mit den Vorgaben des allgemeinen Bebauungsplans (PAG), bestehend aus grafischen Darstellungen und einem schriftlichen Teil, sowie mit den Bauvorschriften vereinbar sind. Auf diese Weise stellt die Gemeinde sicher, dass sich die Bauvorhaben in die vorhandene Bausubstanz einfügen und ein harmonischer Anschluss an die angrenzenden Gebäude gewährleistet ist. Zweck der Bauordnung ist ferner die Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, Sauberkeit und Hygienebedingungen.

Damit das historische und architektonische Erbe erhalten bleibt und der harmonische Gesamteindruck gewahrt wird, können besondere Bau- und Umbauauflagen erteilt werden. Es ist auf jeden Fall ratsam, bei der zuständigen Stelle der Gemeinde, in der sich das Grundstück oder Gebäude befindet, entsprechende Informationen einzuholen, bevor der Kauf eines Grundstücks oder die Planung von Bauarbeiten ins Auge gefasst werden.

Die Baugenehmigung wird vorbehaltlich bestimmter Bedingungen, die diesbezüglich bestehen, erteilt. Insbesondere muss das Gebäude, falls es sich um die Errichtung eines Gebäudes für den langfristigen Aufenthalt von Personen handelt, auf Kosten des Eigentümers an die Gas-, Wasser- und Stromversorgung sowie an die Kanalisation angeschlossen werden. Im Allgemeinen reicht es aus, ein Formular auszufüllen, das entweder bei der Gemeindeverwaltung erhältlich oder direkt auf der Website der Gemeinde verfügbar ist.

Die Baugenehmigung wird nur erteilt, wenn das Projekt im Einklang mit den Bauvorschriften, dem PAG und dem PAP steht.

Voraussetzungen für die Gültigkeit und sonstige erforderliche Genehmigungen

Die Baugenehmigung ist nur gültig, wenn der Antragsteller die erforderlichen Genehmigungen für Bauarbeiten an öffentlichen Wegen und der Infrastruktur erhalten hat, die für die Erschließung der baulichen Anlage notwendig sind.

Neben der Baugenehmigung kann die Einholung weiterer Genehmigungen erforderlich sein, insbesondere beim Erwerb eines Grundstücks oder Gebäudes:

  • Genehmigung des Straßenbauamts: Für alle Bau- und Umbauarbeiten in der Umgebung von staatlichen Straßen, im Bereich von 10 m entlang untergeordneter Straßen (Chemins repris - CR) und je nach Lage im Bereich von 10 oder 25 m entlang von Nationalstraßen (N) ist eine Genehmigung des Straßenbauamts erforderlich. Diese Abstände gelten ab der Grundstücksgrenze des Antragstellers;
  • Genehmigung Commodo/Incommodo für Gebäude mit Sonderstatus: Für bestimmte Arten von Einrichtungen ist eine solche Betriebsgenehmigung erforderlich. Die Baugenehmigung tritt erst in Kraft, wenn die beiden Betriebsgenehmigungen des Gewerbe- und Grubenaufsichtsamts (Inspection du Travail et des Mines) und des Umweltamts (Administration de l'environnement) vorliegen;
  • Genehmigungen im Rahmen des Schutzes der Natur und der natürlichen Ressourcen;
  • Genehmigung zur Rodung bzw. Baulandgewinnung: eine Genehmigung zur Rodung/Baulandgewinnung der Natur- und Forstverwaltung (Administration de la nature et des forêts) ist erforderlich, wenn ein Grundstück von mehr als 2 ha gerodet bzw. baureif gemacht werden soll;
  • Genehmigung im Bereich des Denkmalschutzes;
  • Genehmigung der CFL oder der Verkehrsabteilung (Département des transports) des Ministeriums für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur (Ministère du Développement durable et des Infrastructures).

Überwachung der Bauarbeiten durch die Baupolizei

Sobald der Bau der Wände, Zwischenwände, Decken und Treppenhäuser sowie des Daches abgeschlossen ist, muss der Eigentümer schriftlich die Abnahme des Rohbaus durch die Baupolizei der betreffenden Gemeinde beantragen.

Es ist untersagt, vor Abnahme des Rohbaus mit der Baufertigstellung zu beginnen.

Erhebt die Bauaufsichtsbehörde innerhalb von 3 Wochen nach ihrer Ortsbegehung keinerlei Beanstandungen, gilt der Bau als der Baugenehmigung entsprechend und die Fertigstellungsarbeiten dürfen beginnen.

Nach Erteilung der Baugenehmigung vorgenommene Arbeiten, die Einfluss auf die Energieeffizienz haben

Werden nach Erteilung der Baugenehmigung während des Bauvorgangs Anpassungen vorgenommen, die keinerlei Änderung bezüglich der Baugenehmigung mit sich bringen, jedoch Einfluss auf die Energieeffizienz haben, muss eine neue Berechnung der Energieeffizienz vorgenommen und ein neuer Energiepass ausgestellt werden, welcher zur Information der in Sachen Baugenehmigungen zuständigen Behörde vorzulegen ist.

Die Ausstellung des Energiepasses ist bei wesentlichen Veränderungen oder Umbauten nicht obligatorisch, wenn:
  • weniger als 10 % der Fläche der Elemente mit der gleichen Funktion der Gebäudehülle (Außenmauern, Dach, Fenster, Bodenplatten) betroffen sind;
  • die Kosten für die Arbeiten bezüglich der technischen Anlagen weniger als 1.500 Euro (Einfamilienhaus) bzw. 3.000 Euro (Mehrfamilienhaus) betragen.

Terminplan für eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz

Es wurde ein Terminplan mit den maximalen Energieverbrauchskennwerten für eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz (u. a. abhängig von der Kompaktheit des Gebäudes) eingeführt.

Terminplan für eine kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz von Wohngebäuden
Daten, an denen die neuen Wohngebäude den festgelegten Energieverbrauchswerten entsprechen müssen Wärmeschutzklasse Energieeffizienzklasse
1. Juli 2012 C B
1. Januar 2015 B A
1. Januar 2017 A A

Beim Ausbau von Wohngebäuden mit einer Energiebezugsfläche von über 80 m2 müssen die oben stehenden Kriterien eingehalten werden. Für Wohngebäude mit einer Energiebezugsfläche von unter 80 m2 gelten strengere Werte.

Ab dem 1. Januar 2019 müssen neu gebaute Wohngebäude einen Energieverbrauch von fast null haben.

Zuständige Kontaktstellen

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