Einschreibung in die Sekundarschule (> 12 Jahre)

Zum letzten Mal aktualisiert am 27.11.2018

In Luxemburg besteht bis zum Alter von 16 Jahren Schulpflicht.

Der Sekundarunterricht folgt auf den Grundschulunterricht. Er wird an öffentlichen weiterführenden Schulen, an Privatschulen, die die offiziellen Lehrpläne des Ministeriums anwenden, an Privatschulen, die andere Lehrpläne anwenden, sowie an Europäischen Schulen angeboten.

Die öffentlichen weiterführenden Schulen richten sich an Jugendliche ab 12 Jahren. Ein gesamter Zyklus in der weiterführenden Schule (Sekundarstufe) ohne Klassenwiederholung dauert 7 Jahre.

Im öffentlichen Bildungssystem gibt es:

  • den klassischen Sekundarunterricht (enseignement secondaire classique - ESC);
  • den allgemeinen Sekundarunterricht (enseignement secondaire général - ESG);
  • den Unterricht nach dem europäischen Lehrplan;
  • den Unterricht nach dem internationalen Lehrplan;
  • den Unterricht nach dem britischen Lehrplan;
  • den Unterricht nach dem deutsch-luxemburgischen Lehrplan.

Nach der Grundschule werden die Schüler entsprechend ihren Fähigkeiten entweder in den klassischen Sekundarunterricht oder den allgemeinen Sekundarunterricht orientiert.

Nach dem Sekundarunterricht ist ein Übergang zum Hochschulunterricht möglich.

Mit der beruflichen Erstausbildung bereitet der allgemeine Sekundarunterricht auf das Berufsleben vor.

Die Orientierung zur beruflichen Erstausbildung erfolgt nach Abschluss der 9. Klasse (5ème) des allgemeinen Sekundarunterrichts.

Schüler, die die 11. Klasse (3ème) bestanden haben, erhalten eine Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss der ersten 5 Jahre des Sekundarunterrichts.

Schüler, die die Schulpflicht erfüllt haben, erhalten ebenfalls eine entsprechende Bescheinigung.

Das Abschlusszeugnis des Sekundarunterrichts wird durch Bestehen der Abschlussprüfungen der entsprechenden Schulform erworben.

Zielgruppe

Der Besuch einer weiterführenden Schule steht Schülern offen, die den Grundschulunterricht beendet haben und deren Orientierungsbescheid die entsprechende Schulform empfiehlt. Dieser Bescheid wird im gemeinsamen Einvernehmen des Klassenlehrers und der Eltern oder gegebenenfalls von der Orientierungskommission am Ende des 4. Zyklus der Grundschule (6. Klasse) erstellt.

Voraussetzungen

Für die Einschreibung muss der Schüler den Orientierungsbescheid berücksichtigen, der entweder den klassischen oder den allgemeinen Sekundarunterricht empfiehlt.

Bei Uneinigkeit zwischen dem Klassenlehrer und den Eltern betreffend den Orientierungsbescheid wird eine Orientierungskommission angerufen.

Schüler, die im Ausland einen dem Abschluss des Grundschulunterrichts entsprechenden Bildungsstand erreicht haben, können diesen gegen Zahlung einer Gebühr von 75 Euro vom Minister für Bildung anerkennen lassen.

Fristen

Der Anmeldezeitraum erstreckt sich von Ende Juni bis Anfang Juli.

Vorgehensweise und Details

Einschreibung in eine öffentliche Schule

Schüler, die zum Besuch der Unterstufe des Sekundarunterrichts zugelassen sind, schreiben sich in einer weiterführenden Schule ihrer Wahl und vorrangig in einer Schule in der Nähe ihres Wohnorts ein. An der Schule, die ein anderes Kind des gleichen Haushalts besucht, hat der jeweilige Schüler Vorrang bei der Anmeldung.

Auf schriftlichen Antrag der Eltern, des Leiters der weiterführenden Schule oder der Kommission für angemessene Vorkehrungen (Commission des aménagements raisonnables) an den Leiter einer anderen weiterführenden Schule kann sich ein Schüler in dieser Schule einschreiben, wenn die Aufnahmekapazität dieser Schule es zulässt oder wenn diese Schule auf den Förderbedarf des Schülers zugeschnittene angemessene Vorkehrungen anbietet.

Schülern, die eine 5ème générale de détermination, eine 5ème générale d’adaptation oder mindestens 5/6 der auf der Vorbereitungsstufe vorgesehenen Module bestanden haben, wird eine Bescheinigung über den erfolgreichen Abschluss der Unterstufe ausgestellt.

Schüler, die zur Oberstufe des Sekundarunterrichts oder zur beruflichen Erstausbildung zugelassen werden, müssen sich entsprechend dem Angebot und der Aufnahmekapazitäten der weiterführenden Schulen persönlich einschreiben.

Folgende Unterlagen werden für die Einschreibung in einer weiterführenden Schule benötigt:

  • der Orientierungsbescheid (Original);
  • das ordnungsgemäß ausgefüllte Anmeldeformular (beim Lehrer erhältlich);
  • eine durch den Lehrer beglaubigte Kopie des Zeugnisses des letzten Grundschuljahres;
  • eine auf den Namen des Schülers lautende erweiterte Wohnsitzbescheinigung (bei der Gemeindeverwaltung erhältlich);
  • ein kürzlich aufgenommenes Passbild des Kindes.

        Einschreibung in einer Privatschule

Gegen Zahlung von Schulgeld oder eines speziellen Beitrags können Eltern ihre Kinder an einer Privatschule anmelden.

In diesem Fall müssen die Eltern das Schöffenkollegium der Wohnsitzgemeinde darüber informieren und die Einhaltung der Schulpflicht durch die Vorlage einer Schulbescheinigung nachweisen.

Es gibt 2 Arten von privaten Schulstrukturen in Luxemburg:

Außerdem gibt es noch die Europäischen Schulen I und II in Luxemburg und in Mamer.

Alternative pädagogische Strukturen

Die alternativen pädagogischen Strukturen des öffentlichen Sekundarunterrichts genießen einen Sonderstatus zum Zweck des Experimentierens und der pädagogischen Innovation. Gleichzeitig bieten sie die gleichen Lehrpläne an und bereiten auf die gleichen Abschlusszeugnisse wie die traditionellen Schulen des Sekundarunterrichts vor.

Folgende Schulen gehören zu diesen alternativen pädagogischen Strukturen:

  • das Lycée Ermesinde in Mersch: Diese Schule nimmt Schüler ab 12 Jahren auf, die für den allgemeinen oder technischen Sekundarunterricht zugelassen sind, unabhängig vom Wohnsitzort ihrer Familie;
  • das Schengen-Lycée oder „Deutsch-Luxemburgisches Schengen-Lyzeum“: binationale Schule in Perl (Deutschland), die deutsch-luxemburgischen Unterricht anbietet. Sie nimmt Schüler ab 10 Jahren aus der Großregion unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, ihrer Muttersprache oder ihrem Wohnsitz auf und stellt deutsch-luxemburgische Doppeldiplome aus;
  • das „Sportlycée“ oder Sportgymnasium: Diese Schule richtet sich an Schüler, die Hochleistungssport betreiben, ab der 7. Klasse in den Sekundarunterricht orientiert werden und Sport und Schule miteinander vereinen wollen. Die Aufnahme erfolgt auf Antrag des Nationalverbands der entsprechenden Sportart;
  • die Ecole nationale pour adultes (ENAD): Diese Schule richtet sich an junge Menschen, die die Schule ohne anerkannten Abschluss abgebrochen haben oder keinen Ausbildungsplatz finden, obwohl sie die Bedingungen für den Zugang zu einer Berufsausbildung erfüllen;
  • das Nationale Zentrum für berufliche Weiterbildung (Centre national de formation professionnelle continue - CNFPC): Der berufsbildende Unterricht richtet sich an Jugendliche, die am 1. September des laufenden Jahres jünger als 18 Jahre alt sind und die Bedingungen für den Zugang zur Berufsausbildung nicht erfüllen bzw. nicht über die erforderlichen Kompetenzen verfügen, um Zugang zum Arbeitsmarkt zu haben, oder die Schule frühzeitig abgebrochen haben. Das Ziel besteht darin, sie wieder in das ordentliche Schulsystem zu integrieren.

Internationales Abitur

Verschiedene (öffentliche und private) Sekundarschulen in Luxemburg bieten internationale Klassen an, die auf das internationale Abitur vorbereiten. Der Unterricht findet auf Französisch oder Englisch statt.

Bei den betreffenden Schülern handelt es sich um Schüler:

  • ab 12 Jahren, die erst kürzlich nach Luxemburg eingereist sind;
  • die sich für den Sekundarunterricht in französischer oder englischer Sprache entschieden haben.

Da die Schulen unterschiedliche Anmeldemodalitäten vorschreiben, ist es empfehlenswert, sich mit der Schule seiner Wahl in Verbindung zu setzen:

Europäisches Abitur

Verschiedene (öffentliche und private) Sekundarschulen in Luxemburg bieten europäische Klassen an, die auf das Europäische Abitur vorbereiten. Die verschiedenen Sprachsektionen (Deutsch, Englisch und Französisch) sind auf mehrere Schulen aufgeteilt:

A-Levels

Die International School Michel Lucius (LML) ist eine öffentliche weiterführende Schule, die internationale englischsprachige Klassen anbietet, die auf folgende Abschlüsse vorbereiten:

  • International General Certificate of Secondary Education (IGCSE);
  • International General Certificate of Education Advanced Subsidiary Levels AS-Levels;
  • International General Certificate of Education Advanced Levels A-Levels.

Zuständige Kontaktstellen

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