Den Vorruhestand für Schicht- und Nachtarbeiter beantragen

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Dieses Vorruhestandsmodell ermöglicht es einem Arbeitnehmer, der nachweislich mindestens 20 Jahre lang in Schicht- oder Nachtarbeit beschäftigt war, sich früher aus dem Berufsleben zurückzuziehen.

Durch die Verminderung der Arbeitszeit wird ein Arbeitsplatz frei und Arbeitslose oder Auszubildende können einfacher vermittelt werden.

Der Vorruhestand darf nicht mit der vorgezogenen Altersrente vor dem 65. Lebensjahr verwechselt werden: Die Altersrente gehört zur Rentenversicherung, während der Vorruhestand, der auf 3 Jahre begrenzt ist, ein Instrument zur Bekämpfung von Arbeitslosigkeit darstellt. In dieser Eigenschaft ist er den Versicherungsjahren gleichgestellt, die für die Altersrente angerechnet werden.

Zielgruppe

Der Vorruhestand für Schicht- und Nachtarbeiter kann von Arbeitnehmern in Anspruch genommen werden, die:

  • im privaten und öffentlichen Sektor tätig sind;
  • das 57. Lebensjahr vollendet haben;
  • 20 Jahre in Schicht- oder Nachtarbeit beschäftigt waren.
Weitere Informationen sind beim Ministerium für Arbeit, Beschäftigung sowie Sozial- und Solidarwirtschaft ( Ministère du Travail, de l'Emploi et de l'Economie sociale et solidaire) - Abteilung Vorruhestand ( Service en charge de la préretraite) erhältlich unter: 247-86115 (Tel.: nur morgens)/247-86325 (Fax).

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Um den Vorruhestand für Schicht- und Nachtarbeiter nutzen zu können, muss der Arbeitnehmer folgende Bedingungen erfüllen:

  • er muss das 57. Lebensjahr vollendet haben;
  • er muss 20 Jahre als Schichtarbeiter (im Rahmen von aneinander anschließenden Schichten) oder 20 Jahre ausschließlich in Nachtarbeit beschäftigt gewesen sein;
  • bei einem Bediensteten des öffentlichen Dienstes werden die vor der Übernahme als Arbeiter des öffentlichen Dienstes oder einer Gemeinde in staatlichem Dienst geleisteten Jahre bei der Berechnung der 20 Jahre Schicht- oder Nachtarbeit mitgezählt;
  • er muss die Kriterien für die Begründung des Anspruchs, d. h. entweder auf eine Altersrente oder eine vorgezogene Altersrente, erfüllen, und zwar spätestens 3 Jahre nach der Bewilligung seines Vorruhestands.
Sind diese Bedingungen erfüllt, kann die Zulassung zum Vorruhestand nicht abgelehnt werden: Im Gegensatz zu anderen Formen des Vorruhestands stellt der Vorruhestand für Schicht- und Nachtarbeiter einen Rechtsanspruch dar.

Fristen

Arbeitnehmer, die die Zulassung zum Vorruhestand für Schicht- oder Nachtarbeiter beantragen, müssen bis spätestens 3 Monate vor dem angenommenen Bewilligungstermin beim Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag stellen.

Vorgehensweise und Details

Modalitäten

  1. Arbeitnehmer, die die Zulassung zum Vorruhestand für Schicht- oder Nachtarbeiter beantragen, müssen bis spätestens 3 Monate vor dem angenommenen Bewilligungstermin beim Arbeitgeber einen schriftlichen Antrag stellen.
  2. Er muss seinem Antrag eine Bescheinigung über den zeitlichen Beginn des Anspruchs auf Rente oder vorgezogene Altersrente beifügen, die von der bzw. den zuständigen Stelle(n) der Sozialversicherung ausgestellt wird.
  3. Der Arbeitnehmer muss ferner alle Unterlagen, Bescheinigungen oder Erklärungen beibringen, die als Nachweis dafür dienen, dass er die besonderen Bedingungen für diese Form des Vorruhestandes erfüllt (z. B. Bescheinigung des Arbeitgebers über die Art des Arbeitsplatzes).
  4. Der Arbeitgeber wiederum übermittelt eine Kopie des Antrags an den Hauptbetriebsrat des Unternehmens und legt dem für die Arbeit zuständigen Minister spätestens einen Monat vor Entstehung des Rechtsanspruchs die Aufstellung aller Arbeitnehmer vor, die die Bedingungen für die Zulassung zum Vorruhestand erfüllen werden. Der Arbeitgeber muss eine Kopie der an den für die Arbeit zuständigen Minister übermittelten Liste in den Haupteingängen der Arbeitsorte aushängen und eine weitere Kopie an die Hauptbetriebsräte des Unternehmens weiterleiten. Die Entscheidung über die Zulassung zum Vorruhestand wird von dem für die Arbeit zuständigen Minister getroffen.
  5. Sobald der Eintritt in den Vorruhestand feststeht, wird die Beendigung des normalen Arbeitsverhältnisses durch eine vom Arbeitgeber ausgestellte Abmeldung dokumentiert, die an das Sozialversicherungszentrum (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) geschickt wird. In dieser Erklärung muss der Arbeitgeber „Vorruhestand“ als Begründung für das Ausscheiden des Arbeitnehmers angeben.
    Mit der Entscheidung des für die Arbeit zuständigen Ministers auf Zulassung zum Vorruhestand erhält der Arbeitnehmer Anspruch auf Zulassung zum Vorruhestand und auf Zahlung von Vorruhestandsgeld durch den Arbeitgeber, der wiederum Anspruch auf Mittel des Beschäftigungsfonds (Fonds pour l’emploi) erlangt.

Höhe des Vorruhestandsgelds

Das Vorruhestandsgeld wird auf der Grundlage des Bruttomonatsverdienstes berechnet, den der Arbeitnehmer während der letzten 3 Monate vor dem Leistungszeitraum tatsächlich bezog. Das Vorruhestandsgeld muss für den variablen Teil des Verdienstes auf der Grundlage eines Referenzzeitraums von 12 Monaten berechnet werden, falls dieses Berechnungsverfahren sich als vorteilhafter für den Arbeitnehmer erweist. Die Referenzvergütung, die als Grundlage für die Berechnung der monatlichen Leistungen dient, umfasst Krankengeld sowie übliche Prämien und Zulagen, jedoch nicht Überstundenvergütungen und Spesenentschädigungen.

Gratifikationen und das 13. Monatsgehalt sind in Höhe eines Zwölftels pro Monat zu berücksichtigen.

Die Dauer des Vorruhestandes darf 3 Jahre nicht überschreiten. Von der sich über diesen Zeitraum erstreckenden Zahlung werden progressiv 5 % pro Jahr abgezogen. Die Höhe des Vorruhestandsgelds entspricht daher:

  • 85 % des monatlichen Bruttoverdienstes, den der Arbeitnehmer während der 3 Monate unmittelbar vor dem Bezugszeitraum für den ersten Zwölfmonatszeitraum bezog;
  • 80 % dieser Leistung für den zweiten Zwölfmonatszeitraum;
  • 75 % dieser Leistung für den verbleibenden Zeitraum bis zu dem Tag, an dem der Leistungsanspruch endet.

Das Vorruhestandsgeld muss gemäß den Bestimmungen von Artikel 11 Absatz (1) des geänderten Gesetzes vom 22. Juni 1963 über die Besoldung von Staatsbeamten an die Lebenshaltungskosten angepasst werden.

Finanzierung

Das Vorruhestandsgeld wird dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber gezahlt. Der Beschäftigungsfonds erstattet dem Arbeitgeber grundsätzlich die gesamten Kosten, die ihm aus der Zahlung der Vorruhestandsgelder entstehen, einschließlich des Arbeitgeberanteils an den entsprechenden Sozialabgaben.

Zuständige Kontaktstellen

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