Mezzanine-Finanzierung

Die Mezzanine-Finanzierung nimmt generell die Form eines mittelfristigen Kredits an und erfolgt zwischen zwei Beteiligten: einem Investor (dem Kreditgeber) und dem Unternehmen, das den Kredit unter bestimmten Bedingungen annimmt. Diese Art von Finanzierung stellt eine Alternative zu den gängigen Formen der Kreditaufnahme dar und sie kann sowohl die Form von Eigenkapital als auch jene des Fremdkapitals annehmen. In der Regel ist diese Finanzierungsform auf eine Zeitspanne von 7 bis 10 Jahren ausgelegt. Meist findet eine Rückzahlung des geliehenen Betrages in voller Höhe am Ende des Zeitraumes statt.

Im Zuge der immer schwierigeren Fremdkapitalaufnahme unter Einbeziehung von Banken, da diese immer höheren Anforderungen bezüglich der Risikobewertung unterworfen sind, erlebt diese Form der Kapitalaufnahme im Geschäftsleben wieder eine stärkere Bedeutung.

Sie eignet sich insbesondere für Unternehmen, welche eine Finanzierungsform suchen, die:

  • ohne klassische Geldgeber wie eine Bank auskommt;
  • den Investoren keine Mitspracherechte bezüglich der Unternehmensführung gewährt;
  • eine möglichst freie Gestaltung der Verzinsung beinhaltet;
  • keine direkte Rückzahlungsverpflichtung beinhaltet.

Zielgruppe

Eine Mezzanine-Finanzierung kann insbesondere von Interesse sein für:

  • Unternehmen, die:
    • sich in der Gründungsphase befinden;
    • auf absehbare Zeit einem erhöhten Finanzbedarf unterliegen (z. B. große Investitionen);
    • bereits einen hohen Grad der Verschuldung erreicht haben;
    • Schwierigkeiten bei der klassischen Fremdkapitalaufnahme über Banken haben.
  • Investoren, die:
    • sich an einer Gesellschaft beteiligen möchten ohne auch Verantwortung für die Unternehmensführung übernehmen zu müssen;
    • gewillt sind, sich langfristig mit ihrem Kapital an einer Unternehmung zu beteiligen.

Voraussetzungen

Unternehmen die sich über Mezzanine-Kapital finanzieren möchten, müssen interessierte Investoren finden und können sich hierfür an ihre Bank wenden. Diese kann ihnen unter Umständen den Zugang zu folgenden Kapitalgebern gewähren:

  • Venture Capital-Gesellschaften;
  • Unternehmensbeteiligungsgesellschaften;
  • Versicherungen;
  • Private Investoren;
  • Mezzanine-Fonds.

Bei einem überschaubaren Kapitalbedarf bietet sich als Unterform der Mezzanine-Finanzierung auch die Nutzung des „Crowdfundings“ an.

Der potentielle Investor lässt das Unternehmen in der Regel durch eine Ratingagentur prüfen bevor er eine Investition tätigt. Für seine Investition erhält der Kapitalgeber eine Beteiligung an den Gewinnen des Unternehmens.

Sollten jedoch keine Gewinne erzielt werden erhält der Kapitalgeber keine Gegenleistung für seine Einlage.

Der Investor muss sich darüber im Klaren sein, dass er beim Eintritt einer Insolvenz des geförderten Unternehmens Gefahr läuft, sein Kapital zu verlieren. Dieses Risiko wird jedoch meist durch eine angemessene Gewinnbeteiligung kompensiert.

Vorgehensweise und Details

Eigenkapitalähnliches Mezzanin

Wird das Mezzaninkapital eigenkapitalähnlich ausgestaltet, führt dies dazu, dass es auch als solches in der Bilanz dargestellt wird. Dies führt im Gegenzug zu einer Senkung des Verschuldungsgrades und somit zu einer Verbesserung der Kreditwürdigkeit. Eigenkapitalähnliches Mezzanine kann in den folgenden Formen aufgenommen werden:

  • Ausgabe von Genussscheinen (mit Gewinnbeteiligung);
  • Ausgabe von Optionsanleihen (auch Inhaberschuldverschreibung oder verzinsliches Wertpapier genannt);
  • Eintritt von stillen Gesellschaftern in die Gesellschaft.

Vorteile für den Kapitalnehmer

Die eigenkapitalähnliche Ausgestaltung mehrt nicht das Fremdkapital innerhalb des Unternehmens und führt daher nicht zu einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit.
Der Unternehmer muss den Teilhabern keine Mitspracherechte bezüglich der Geschäftsführung gewähren.
Diese Form der Investition ist meist auf ein langfristiges Engagement des Investors ausgelegt, führt also nicht zu einem direkten Erfolgsdruck auf das geförderte Unternehmen.
Der Mezzanine-Geber verlangt im Regelfall keine Sicherheiten für seine Beteiligung.

Nachteile für den Kapitalnehmer

Oftmals höhere Kosten, dadurch veranlasst, dass der Mezzanine-Geber auf eine besonders gründliche Prüfung des Unternehmens besteht. Diese findet häufig durch externe Ratingagenturen statt.
der Kapitalgeber lässt sich sein gesteigertes Risiko meist durch höhere Zinsen vergüten.

Vorteil für den Investor

Durch eine prozentuale Gewinnbeteiligung sind im Erfolgsfall hohe Renditen möglich.

Nachteile für den Investor

Im Falle der Insolvenz des Unternehmens wird das investierte Kapital als Eigenkapital des Unternehmens eingestuft und ist kaum gesichert.
Der Investor hat lediglich einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn des Unternehmens, ohne hinreichende Gewinne findet also keine Verzinsung des Kapitals statt.

Fremdkapitalähnliches Mezzanine

Eine fremdkapitalähnliche Ausgestaltung des Mezzanine-Kapitals, also eine Ausgestaltung als Verbindlichkeit, führt dazu, dass es innerhalb der Bilanz auch als solche deklariert werden muss.  Diese Art der Mezzaninfinanzierung genießt im Falle der Insolvenz des geförderten Unternehmens einen besseren Schutz. Es wird nämlich in diesem Fall als wirtschaftliches Fremdkapital eingestuft. Hierdurch entsteht dem Kapitalgeber ein Anspruch gegenüber der Insolvenzmasse. Jedoch ist es gegenüber dem klassischen Fremdkapital nur nachrangig gesichert. Fremdkapitalähnliches Mezzanine kann durch folgende Formen erhoben werden:

  • Darlehen, welche nachrangig gesichert sind, dafür jedoch eine höhere Verzinsung genießen;
  • Gesellschafterdarlehen.

Vorteile für den Kapitalnehmer

Da die fremdkapitalähnlichen Beteiligungen im Falle einer Insolvenz besser geschützt sind, werden sie in der Regel etwas niedriger verzinst.
Der Unternehmer muss den Teilhabern keine Mitspracherechte bezüglich der Geschäftsführung gewähren.
Diese Form der Investition ist meist auf ein langfristiges Engagement des Investors ausgelegt, führt also nicht zu einem direkten Erfolgsdruck auf das geförderte Unternehmen.
Der Mezzaningeber verlangt im Regelfall keine Sicherheiten für seine Beteiligung.

Nachteile für den Kapitalnehmer

Die Beteiligung muss in der Bilanz als Fremdkapital ausgewiesen werden und erhöht aufgrund dessen den Verschuldungsgrad.
Verschlechterung der Kreditwürdigkeit.

Vorteil für den Investor

Stärkere Sicherung des Kapitals im Insolvenzfall als bei der eigenkapitalähnlichen Form.
Meist höhere Renditen als bei vergleichbar langfristigen Kapitalanlagen.

Nachteile für den Investor

Im Falle der Insolvenz des Unternehmens wird das investierte Kapital zwar nicht als Eigenkapital eingestuft, ist jedoch aufgrund fehlender Sicherheiten dennoch dem gewöhnlichen Fremdkapital gegenüber schlechter gestellt.
Der Investor hat lediglich einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn des Unternehmens, ohne hinreichende Gewinne findet keine Verzinsung des Kapitals statt.

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