Kaufmann/-frau

Letzte Änderung dieser Seite am 08-09-2016

Um als Kaufmann/-frau tätig sein zu können, muss der Gewerbetreibende im Besitz einer Niederlassungsgenehmigung (autorisation d'établissement) sein.

Diese Niederlassungsgenehmigung wird dem Unternehmen (entweder dem Gewerbetreibenden in eigenem Namen oder der Gesellschaft, die er leitet) erteilt, wenn:

  • der Betreiber die gesetzlichen Bedingungen der erforderlichen beruflichen Qualifikation und Ehrenhaftigkeit erfüllt;
  • und das Unternehmen über eine feste Betriebsstätte in Luxemburg verfügt (keine „Briefkastengesellschaft“).

Die Generaldirektion KMU und Unternehmertum (Direction générale PME et Entrepreneuriat) überprüft bei der Einreichung des Antrags auf Niederlassungsgenehmigung, ob die Bedingungen für den Zugang zum jeweiligen Beruf erfüllt sind.

Je nach gewählter Rechtsform, muss das Unternehmen vor Beginn seiner Tätigkeit verschiedene Anmeldungen/Beitritte vornehmen.

Ordnungsgemäß auf dem Gebiet der Schweiz oder eines EWR-Mitgliedstaats niedergelassene Kaufleute benötigen keine Niederlassungsgenehmigung, um gelegentliche und vorübergehende Dienstleistungen in Luxemburg zu erbringen, und müssen auch keine entsprechende Anzeige bei der Mittelstandsabteilung vornehmen.

Formulare / Online-Dienste

Erledigen Sie Ihren Vorgang:

  • Online

    • Antrag auf Niederlassungsgenehmigung
    • Auszug aus dem Strafregister für natürliche Personen - Verwaltungsvorgang online
  • Indem Sie das Formular herunterladen

Zielgruppe

Die Tätigkeit als Kaufmann-/frau umfasst:

  • den Großhandel;
  • den Einzelhandel;
  • die Erbringung von kaufmännischen Dienstleistungen;
  • den Verkauf von Getränken und zubereiteten Speisen, ohne dass diese vor Ort verzehrt werden (Beispiel: aus Imbisswagen)
  • Dienstleistungen intellektuellen Charakters, die unter der Form einer Handelsgesellschaft geleistet werden;
  • und die industriellen Tätigkeiten.

Die Tätigkeit als Kaufmann-/frau umfasst nicht:

Voraussetzungen

Um den Nachweis für die zum Zugang zum Beruf des Kaufmannes/ der Kauffrau erforderlichen Qualifikationen zu erbringen, muss der Gewerbetreibende Folgendes besitzen:

  • entweder ein Diplom über die berufliche Reife (diplôme d'aptitude professionnelle - DAP), ein gleichwertiges Diplom (CATP, CAP usw.) oder ein höheres Diplom (Abitur, Bachelor, Master usw.)
  • oder eine mindestens 3-jährige Berufserfahrung in einem EU-Mitgliedstaat;
  • oder ein Abschlusszeugnis der von der Handelskammer über das House of Training angebotenen Ausbildung für den Zugang zum Beruf des Kaufmannes/der Kauffrau oder einer in einem anderen EU-Mitgliedstaat absolvierten gleichwertigen Ausbildung;
  • oder eine zuvor erteilte Niederlassungsgenehmigung.

Der Berufsanwärter kann bei Bedarf bei der Abteilung für Diplomanerkennung (Service de la reconnaissance des diplômes) eine Anerkennung seiner beruflichen Qualifikationen beantragen, bevor er seinen Antrag auf Niederlassungsgenehmigung stellt.

Kaufleute, die ihre Tätigkeit ausschließlich auf Messen und Märkten oder an öffentlichen Orten ausüben, müssen keinen Nachweis für ihre beruflichen Qualifikationen erbringen.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Beabsichtigt der Betreiber, ein Lokal zu betreiben, in dem einige Tätigkeiten/Anlagen noch nicht genehmigt sind, muss er eine Betriebsgenehmigung für klassifizierte Einrichtungen beantragen.

Beispiele für genehmigungspflichtige Tätigkeiten/Anlagen:
  • Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln;
  • Baustellen und Einrichtungsarbeiten;
  • Gründung/Gestaltung von Gewerbegebieten;
  • Einkaufszentren, Verkaufsflächen von mehr als 600 m2;
  • Garagen, überdachte Parkplätze;
  • Bürogebäude;
  • Aufzüge, Lastenaufzüge;
  • Arbeitsverfahren, Einrichtungen oder Projekte, durch die wesentliche Nachteile für die Nachbarschaft oder spezielle Gefahren für Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer entstehen können, usw.
Das Verfahren zum Erhalt der Betriebsgenehmigung für klassifizierte Einrichtungen kann mehrere Monate in Anspruch nehmen.
Der Antrag sollte also gleich zu Beginn des Vorhabens eingereicht werden.

Vorgehensweise und Details

Niederlassungsgenehmigung in Luxemburg

Dokumente, die die Qualifikationen belegen

Um den Nachweis für seine beruflichen Qualifikationen als Kaufmann/-frau zu erbringen, muss der Gewerbetreibende seinem Antrag auf Niederlassungsgenehmigung Folgendes beifügen:

  • Kopien seiner Titel, Diplome oder Abschlusszeugnisse (bei Titeln, die von Einrichtungen außerhalb der EU ausgestellt wurden, sind beglaubigte Kopien erforderlich);
  • oder sofern die Berufserfahrung in einem anderen EU-Mitgliedstaat erworben wurde:
    • eine von der zuständigen Behörde oder Stelle des Herkunftslands (in der Regel eine Berufskammer) ausgestellte Bescheinigung (EU-Bescheinigung oder gleichwertig);
  • oder bei Berufserfahrung in Luxemburg:
    • entweder einen von der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) ausgestellten Sozialversicherungsnachweis;
    • oder eine Kopie der zuvor erteilten Niederlassungsgenehmigung;
    • oder eine Bescheinigung ihrer Mitgliedschaft bei der Nationalen Rentenversicherungskasse (Caisse Nationale d'Assurance Pension - CNAP);
  • gegebenenfalls: den Beleg der Anerkennung von beruflichen Qualifikationen der Abteilung für Diplomanerkennung.

Dokumente zum Nachweis der beruflichen Ehrenhaftigkeit

Um den Nachweis seiner beruflichen Ehrenhaftigkeit zu erbringen, muss der Betreiber seinem Antrag auf Niederlassungsgenehmigung Folgendes beifügen:

  • wenn er seit mehr als 10 Jahren in Luxemburg wohnhaft ist:
  • wenn er nicht gebietsansässig oder weniger als 10 Jahre in Luxemburg wohnhaft ist:
    • eine eidesstattliche Erklärung in Bezug auf mögliche Posten in der Geschäftsführung in Unternehmen während der 3 dem Antrag vorangehenden Jahre;
    • eine (Kürzlich) vor einem Notar abgelegte (unbeschränkte) Erklärung zur Insolvenzfreiheit.
    • Diese unter Eid erfolgte Erklärung muss attestieren, dass der Antragsteller weder als Einzelunternehmer noch im Hinblick auf eine Gesellschaft in eine Insolvenz involviert war;
  • einen Auszug aus dem Strafregister oder ein ähnliches Dokument (Leumundszeugnis), ausgestellt durch den Staat oder die Staaten, in dem/denen er im Laufe der letzten 10 Jahre vor der Antragstellung gelebt hat (ggf. einschließlich eines luxemburgischen Strafregisterauszugs).
  • In Ermangelung eines solchen: ein Affidavit (eidesstattliche Erklärung).

Andere dem Antrag beizufügende Belege:

Dem Antrag auf Niederlassungsgenehmigung sind ebenso folgende Unterlagen beizufügen:

  • Kopie des Personalausweises des Betreibers;
  • Beleg über die Zahlung der Verwaltungsgebühr, d. h.:
    • entweder eine bei der Einregistrierungs- und Domänenverwaltung (Administration de l'enregistrement et des domaines - AED) erworbene Steuermarke von 24 Euro;
    • oder ein Beleg für die Überweisung von 24 Euro auf das Konto CCP LU09 1111 7026 5281 0000, BIC-Code: CCPLLULL des Büros in Diekirch - Einnahmestelle, mit dem Überweisungszweck: „Niederlassungsgenehmigung“
  • im Falle eines Antrags im Namen einer Gesellschaft (juristische Person), die Gesellschaftssatzung die im Handels- und Firmenregister hinterlegt wurde.
Bei einem Onlineantrag auf Niederlassungsgenehmigung via MyGuichet.lu (mittels einer LuxTrust-Karte), erstellt das System je nach den vom Betreiber eingegebenen Informationen automatisch eine Liste der dem Antrag beizufügenden Belege.

Eintragungen/Mitgliedschaft je nach Rechtsform

Nach Erhalt der Niederlassungsgenehmigung muss der Betreiber verschiedene Verwaltungsvorgänge erledigen, die von der gewählten Rechtsform abhängen.

Einzelunternehmen

Im Falle eines Einzelunternehmens muss der Betreiber:

Personengesellschaften (SECS, SENC)

Im Falle einer Personengesellschaft (SECS, SENC) müssen die Geschäftsführer:

Kapitalgesellschaften (SA, SARL, SECA, SE)

Im Falle einer Kapitalgesellschaft (SA, SARL, SECA, SE) müssen die Geschäftsführer:

Sonstige Anmeldungen je nach Tätigkeit

Je nach angestrebter Tätigkeit muss der Betreiber ebenfalls bestimmte Eintragungen/Anmeldungen beantragen, insbesondere:

  • Gewerbetreibende der Lebensmittelbranche müssen sich als Betrieb aus dem Lebensmittelsektor bei der Abteilung für Lebensmittelsicherheit (Division de la sécurité alimentaire) anmelden; Lebensmittelgeschäft, Spätshop, Großhandel, Einzelhandel im Lebensmittelbereich, Verpackungsindustrie mit Lebensmittelkontakt, usw.);
  • Hersteller oder Importeure von Kosmetikprodukten müssen jede erste Inverkehrbringung eines kosmetischen Produkts auf dem Gemeinschaftsmarkt der Abteilung Pharmazie und Medikamente (Division de la Pharmacie et des Medicaments - DPM) melden, usw.

Genehmigte Tätigkeiten

Die Niederlassungsgenehmigung für Kaufleute genehmigt die Ausübung der Tätigkeit, die auf der Genehmigung aufgeführt ist, sowie:

  • die Durchführung an den Waren, die Gegenstand des genehmigten Gewerbes sind, sämtlicher üblicher Handlungen, die der Verkauf, die Instandsetzung und die Wiederinstandsetzung beinhalten, mit Ausnahme der eigentlichen handwerklichen Reparaturen;
  • die Ausübung der genehmigten Tätigkeit auf Messen und Märkten und an öffentlichen Orten.

Die Niederlassungsgenehmigung für „Kaufleute“ ist nicht auf einen speziellen Handelszweig beschränkt: sie ermöglicht die Ausübung sämtlicher kaufmännischer Tätigkeiten, mit Ausnahme der speziell geregelten kaufmännischen Tätigkeiten.

Übertragung des Unternehmens

Im Falle des Ablebens, der Berufsunfähigkeit, der ordnungsgemäß festgestellten Erwerbsunfähigkeit oder des Renteneintritts des Geschäftsleiters eines Unternehmens der Handelsbranche kann die Niederlassungsgenehmigung auf eine der folgenden Personen übertragen werden:

  • den Ehegatten;
  • einen Vorfahren;
  • einen Nachkommen;
  • auf einen Verwandten oder Verschwägerten in Seitenlinie bis einschließlich 3. Grades.

Zuständige Kontaktstellen

14, rue Erasme
L-1468 - Luxemburg
Luxemburg
Tel: (+352) 42 39 39 - 330
E-Mail info@houseofentrepreneurship.lu

Öffnungszeiten
von 8:30 bis 17:30 Uhr
Ministerium für Wirtschaft

B.P. 535 - L-2937 - Luxemburg
Luxemburg
Tel: (+352) 247-74700
Fax: (+352) 247-74701
E-Mail info.pme@eco.etat.lu

Öffnungszeiten
Telefonzentrale montags bis freitags von 13.00 bis 17.00 Uhr