Internationaler Straßengüterverkehr (TIR) – Warentransit zwischen EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern

Zum letzten Mal aktualisiert am 22.03.2019

Das Übereinkommen über den internationalen Straßengütertransport (TIR-Abkommen) ermöglicht die verplombte Beförderung von Waren auf internationaler Ebene mit einem Minimum an Zollformalitäten, ohne dass Garantien zur Deckung der Abgaben und Steuern an den Grenzen der jeweils durchquerten Staaten hinterlegt werden müssen.

Luxemburgische Unternehmen müssen ihre Carnets TIR bei der Königlich belgischen Föderation der Transportunternehmer und Logistikdienstleister (Fédération royale belge des transporteurs und des prestataires de services logistiques - FEBETRA) beantragen.

Im Juli 2013 hat der russische Zollverband einseitig entschieden, das TIR-Verfahren in Russland einzuschränken. Um betroffenen Straßengütertransporteuren, LKW-Fahrern, Unternehmen und allen am TIR-Verfahren Beteiligten zu helfen, hat die Internationale Transportunion (IRU) auf Ihrer Website alle Informationen und Verwaltungsdokumente betreffend der Probleme beim Verfahren TIR in Russland zusammengestellt.

Zielgruppe

Transportunternehmer, die Waren über verschiedene Drittländer, die das TIR-Übereinkommen unterzeichnet haben, befördern, können das TIR-Verfahren in jedem durchquerten Staat nutzen.

Für den Transport von Waren innerhalb der Europäischen Union muss das Carnet TIR nicht benutzt werden.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Das Transportfahrzeug muss vorher von der Zollbehörde des Landes, in dem die Verkehrszulassung erfolgte, für eine Dauer von höchstens 2 Jahren zugelassen werden. Anschließend kann die TIR-Plakette am Fahrzeug angebracht werden.

In Luxemburg muss sich der Transportunternehmer an die Abteilung technische Hilfe (Brigade d'appui technique) der Zoll- und Verbrauchsteuerverwaltung (Administration des douanes et accises) wenden.

Das Transportunternehmen muss ferner eine EORI-Nummer vorweisen.

Das Carnet TIR entbindet nicht von der Erledigung der Einfuhr- und Ausfuhrformalitäten.

Vorgehensweise und Details

TIR-Kaution und -Zulassung

Luxemburgische Transportunternehmen müssen:

  • eine Bankgarantie in Höhe von 100.000 Euro (Höchstbetrag der Garantie pro Carnet TIR) zugunsten der FEBETRA stellen. Der Mustertext für die Bankgarantie ist bei der FEBETRA erhältlich: info@febetra.be;
  • der FEBETRA Folgendes übermitteln:
    • den Nachweis über die Bankgarantie;
    • die vollständige Anschrift der Bank und des Ansprechpartners bei der Bank;
    • einen Auszug der letzten verfügbaren geprüften Bilanz.

Das Unternehmen erhält anschließend ein Handbuch für Inhaber eines Carnet TIR und 2 Verpflichtungserklärungen.

Der Verantwortliche muss eine der Erklärungen ausfüllen, jede Seite abzeichnen sowie die letzte Seite unterzeichnen und mit dem Siegel des Unternehmens versehen.

Die Unterschriften müssen von der Gemeindeverwaltung beglaubigt werden.

Sobald die Zulassung endgültig geprüft ist und nach Zahlung einer einmaligen Gebühr von 250 Euro erhält das Unternehmen seine TIR-Zulassungsnummer per Post.

Es ist ratsam, sich an eine Versicherung zur Deckung der Risiken, die mit der Verpflichtung des Verantwortlichen verbunden sind, zu wenden.

Kauf und Benutzung der Carnets TIR

Unmittelbar nach der Zulassung kann das Unternehmen die Carnets TIR im Umfang von 4 Seiten (72 Euro) oder 14 Seiten (95 Euro) bei der FEBETRA erwerben.

Jedes Carnet darf nur für einen einzigen Transport verwendet werden. Wenn derselbe Konvoi aus mehreren Lastkraftwagen besteht, muss das Transportunternehmen für jedes einzelne Fahrzeug ein Carnet verwenden.

Vor der Abfahrt muss der Unternehmer alle Teile des Carnet ausfüllen. Es wird empfohlen, sich einen Unternehmensstempel zu beschaffen, der Namen und Anschrift des Unternehmens, die TIR-Zulassungsnummer und die EORI-Nummer trägt.

Die Zollbehörden jedes durchquerten Landes entnehmen dem Carnet bei der Einreise und beim Verlassen einen Abschnitt.

Sind die Waren am Bestimmungsort eingetroffen, legt der Transportunternehmer das Carnet den Zollbehörden vor, die den TIR-Transportvorgang abschließen. Er übergibt anschließend die Waren an den Empfänger und schickt das Carnet TIR an die FEBETRA zurück.

Zuständige Kontaktstellen

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