Mehrwertsteuer - elektronischer Handel

Unter elektronischem Handel versteht man den Handelsverkehr über einen elektronischen Vertriebskanal.

Man unterscheidet 2 Arten des elektronischen Handels:

  • teilweise oder „offline“: die Bestellungen werden auf elektronischem Wege getätigt, die Leistung bzw. Lieferung erfolgt physisch.
  • vollständig oder „online“: die Bestellungen und Leistungen bzw. Lieferungen werden elektronisch abgewickelt.

Mit einem MwSt.-Satz von höchstens 17 %, dem niedrigsten in der Europäischen Union, bietet Luxemburg Unternehmen, die ihre elektronischen Handelstätigkeiten ausbauen wollen, beste Voraussetzungen.

Zielgruppe

Um Einzelheiten über die für den elektronischen Handel geltende MwSt. zu erfahren, ist zu unterscheiden zwischen:

  • Unternehmen mit teilweise elektronischem Handel, wenn die Bestellungen zwar auf elektronischem Wege getätigt werden, die Leistung bzw. Lieferung jedoch physisch erfolgt.
    Beispiele:
    • Fernverkauf, Online-Verkauf über Websites (Kleidung, Bücher, Schuhe usw.);
    • Montage, Aufbau von Möbeln;
    • Online-Buchungen (Flugtickets, Bahnfahrkarten, Konzertkarten, Mietwagen usw.).
  • Unternehmen mit vollständig elektronischem Handel (so genannte „elektronische Dienste“), wenn die Bestellung UND Leistung bzw. Lieferung elektronisch (Internet) erfolgen.
    Beispiele:
    • Bereitstellung und Hosting von Websites;
    • Fernwartung von Programmen und Geräten;
    • Bereitstellung von Software und deren Aktualisierung;
    • das Anbieten von Bildern, Texten und kulturellen Produktionen (Musik, Filme, Spiele usw.);
    • Bereitstellung von Datenbanken;
    • Bereitstellung von Fernunterrichtsangeboten.

Voraussetzungen

Ein Unternehmen, das einen Online-Vertrieb einrichten will, muss die spezifischen Bestimmungen beachten, insbesondere in Bezug auf:

  • die elektronischen Unterschriften;
  • die Informationen, die auf einer Internetseite für elektronischen Handel zur Verfügung gestellt werden müssen;
  • die Präsentation der den Kunden angebotenen Produkte und Dienstleistungen;
  • den Ablauf des Bestellvorgangs;
  • die Ausführung der Bestellung.

Ein ausländischer Betreiber, der sich in Luxemburg niederlassen will, muss ferner für eine feste Niederlassung im Großherzogtum (keine „Briefkastenfirma“) sorgen.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

In Luxemburg ansässige Unternehmen müssen:

Seit dem 1. Januar 2015 unterliegen elektronische Dienstleistungen (Onlinehandel), die von luxemburgischen Unternehmen an private Kunden, die in einem anderen Mitgliedstaat der EU niedergelassen sind, erbracht werden, der Mehrwehrsteuer des Mitgliedstaates des Verbrauchs. Der Dienstleister muss demnach von nun an die Mehrwertsteuer des Mitgliedstaates des Kunden anwenden und dort die MwSt. erklären und abführen. Um Verwaltungsvorgänge in jedem einzelnen dieser Staaten zu vermeiden, haben Unternehmen die Möglichkeit, sich bei der kleinen einzigen Anlaufstelle ( Mini-guichet unique) anzumelden.

Vorgehensweise und Details

Luxemburgische Mehrwertsteuer/Mehrwertsteuer der Mitgliedstaaten der Europäischen Union

In Luxemburg liegt der Normalsatz der Mehrwertsteuer bei 17 %, was dem wettbewerbsfähigsten Satz innerhalb der Europäischen Union (EU) entspricht.

Für bestimmte Güter und Dienstleistungen gelten übrigens niedrigere Sätze als der Normalsatz.

Beispiel: Bücher und E-Books unterliegen dem superermäßigten Satz von 3 %.
In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) geltende Mehrwertsteuersätze

EU-Mitgliedstaat

Normaler Steuersatz (%)

Ungarn

27

Kroatien, Dänemark, Schweden

25

Finnland, Rumänien

24

Griechenland, Irland, Polen, Portugal

23

Italien, Slowenien

22

Belgien, Spanien, Lettland, Litauen, Niederlande, Tschechische Republik

21

Österreich, Bulgarien, Estland, Frankreich, Slowakische Republik, Vereinigtes Königreich

20

Deutschland, Zypern

19

Malta

18

Luxemburg

17

Quelle: Europäische Kommission

Jeder Betreiber mit Sitz in Luxemburg kann daher diese vorteilhaften Sätze nutzen, sofern seine Geschäfte der luxemburgischen Mehrwertsteuer unterliegen. Der anwendbare Satz hängt im Wesentlichen vom Ort der Niederlassung der Kunden und von der Art des Geschäfts ab: teilweiser oder vollständiger elektronischer Handel

Teilweise elektronischer Handel

Die Art der Bestellung (elektronisch) ändert nichts an den allgemeinen Vorschriften im Bereich der Mehrwertsteuer.

Die für Geschäfte des teilweise elektronischen Handels geltende Regelung ist daher:

Vollständig elektronischer Handel

Die Mehrwertsteuerregelung, die für Geschäfte des vollständig elektronischen Handels luxemburgischer Unternehmen gilt, hängt von der Art und dem Ort der Niederlassung ihrer Kunden ab:

  • wenn die Kunden außerhalb der EU niedergelassen sind, ist das Geschäft innerhalb der EU mehrwertsteuerbefreit (der Empfänger bezahlt gegebenenfalls* eine Mehrwertsteuer in seinem Land)
  • wenn die Kunden innerhalb der EU niedergelassen sind:
    • und wenn sie mehrwertsteuerpflichtig sind, ist das Geschäft von der luxemburgischen Mehrwertsteuer befreit (der Empfänger bezahlt die MwSt. in seinem Mitgliedstaat)
    • und wenn es sich um Privatleute handelt, unterliegt das Geschäft der MwSt. des Mitgliedstaates des Empfängers.
Zusammenfassung: Lieferant von Gütern oder Erbringer elektronischer Dienstleistungen in Luxemburg

Außerhalb der EU ansässiger Leistungsnehmer

In der EU ansässiger steuerpflichtiger Leistungsnehmer

In der EU ansässiger nicht steuerpflichtiger Leistungsnehmer

Keine MwSt. in der EU berechnet


(Mehrwertsteuer des EU-Mitgliedstaates des Leistungsnehmers*)

Keine luxemburgische MwSt.


Kunde Steuerschuldner hinsichtlich der MwSt. (Umkehr der Steuerschuldnerschaft)

Mehrwertsteuer des EU-Mitgliedstaates des Leistungsnehmers

* Gibt es im Drittland keine Mehrwertsteuer, so ist das Geschäft grundsätzlich mehrwertsteuerfrei.

Zuständige Kontaktstellen

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