Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine Realsteuer, die von den Gemeinden erhoben wird und alle bebauten oder nicht bebauten Grundstücke von natürlichen und juristischen Personen betrifft, und zwar unabhängig von:

  • ihrer steuerlichen Leistungsfähigkeit (d. h. ihrer Fähigkeit, die Gemeindeausgaben zu finanzieren);
  • der Nutzung, der dieses Eigentum dient: gewerbliche, private, gemischte Nutzung;
  • den Finanzierungsmitteln, die für ihren Erwerb eingesetzt werden: Eigenmittel oder Darlehen.

Jedes Jahr erhalten die Eigentümer einen Grundsteuerbescheid mit Angabe des fälligen Betrages sowie dem Fälligkeitstermin für die Entrichtung der Steuer.

Zielgruppe

Natürliche und juristische Personen unterliegen in ihrer Eigenschaft als Eigentümer eines bebauten oder unbebauten Grundstücks, das auf luxemburgischem Staatsgebiet liegt, in Bezug auf die Güter, die am 1. Januar des Steuerjahres zu ihrem Eigentum zählen, der Grundsteuer.

Handelt es sich um mehrere Eigentümer, haften alle gesamtschuldnerisch für die Entrichtung der Steuer.

Im Bau befindliche bauliche Anlagen sind nicht von der Grundsteuer betroffen.

Vorgehensweise und Details

Steuerbare Güter

Steuerpflichtiges Eigentum wird in zwei Klassen eingeteilt:

  • A für land- und forstwirtschaftliches Grundeigentum;
  • B für sonstiges Grundeigentum. Diese Kategorie kann je nach Gemeinde und Zweckbestimmung in 6 Klassen unterteilt werden:
    • B1 - Gewerbliche Gebäude;
    • B2 - Gebäude für gemischte Nutzung;
    • B3 - Gebäude für sonstige Nutzung;
    • B4 - Einfamilienhäuser und Mietshäuser;
    • B5 - nicht bebaute Grundstücke außer Baugrund zu Wohnzwecken;
    • B6 - Baugrund zu Wohnzwecken.

Es wird darauf hingewiesen, dass Grundeigentum als Teil des Betriebsvermögens ebenfalls steuerpflichtig ist.

Von der Grundsteuer befreit sind:

  • Grund und Boden des Staates und der Gemeinden, die von einer staatlichen Stelle genutzt werden;
  • Grund und Boden, die Eigentum wohltätiger Vereinigungen sind;
  • Krankenhausgebäude und religiöse Gebäude, wenn sie für medizinische oder kultische Zwecke, Religionsunterricht oder Verwaltungszwecke genutzt werden;
  • Kunstbauwerke, Gleisanlagen und Verkehrsflächen sowie Verwaltungsgebäude der nationalen Eisenbahngesellschaft CFL.

Berechnung der Steuer

Die Grundsteuer errechnet sich nach der folgenden Formel:

Grundsteuer = Bemessungsgrundlage x Gemeindehebesatz

Bemessungsgrundlage

Die Steuerverwaltung (Administration des contributions directes - ACD) ermittelt und bewertet den steuerpflichtigen Betrag nach folgender Formel:

Bemessungsgrundlage = Einheitswert x Steuermesszahl

  • Einheitswert

Er wird von der Abteilung Gebäudebewertung (Service des évaluations immobilières) der ACD zugewiesen und stuft die Gebäude nach ihrer Zweckbestimmung ein (siehe oben).

Der Einheitswert wird nach der Erhebung der Mietimmobilien vom 1. Januar 1941 ermittelt und ist an den heutigen Wert indexmäßig gekoppelt. Diese Vorschrift gilt auch für jeden Neubau, der so nach den Mieteinnahmen, die er am 1. Januar 1941 erzielt hätte, bewertet und anschließend indexiert wird, um den aktuellen Wert zu ermitteln.

Nach der Feststellung wird er im Jahr nach dem Kauf oder der Baufertigstellung per Post mitgeteilt:

    • dem Steuerpflichtigen mittels eines „Bescheides über den Einheitswert und die Bemessungsgrundlage der Grundsteuer“; 
    • der Gemeindebehörde, in der sich die Immobilie befindet.
  • Steuermesszahl

Die Steuermesszahl wird vom Gesetzgeber bestimmt und insbesondere nach Art und Lage der Immobilie festgelegt. Sie bewegt sich normalerweise zwischen 0,7 % und 1 %.

Gemeindehebesatz

Dieser Satz wird von der Gemeindebehörde für jedes Kalenderjahr festgesetzt und fällt je nach dem Standort des Anwesens und der Kategorie der Immobilie (gewerbliche Nutzung, Baugrund, Mietshaus usw.) unterschiedlich aus.

Die unterschiedlichen Gemeindehebesätze werden jedes Jahr im Mémorial B (Amtsblatt B) veröffentlicht

Beispiel: ein Unternehmer besitzt auf Gemeindegrund der Stadt Luxemburg ein Gewerbegebäude, dessen Einheitswert 5.000 Euro beträgt. Für 2013 errechnet sich die Grundsteuer wie folgt:

Bemessungsgrundlage: 5.000 Euro x 1 % (Steuermesszahl) = 50 Euro

Grundsteuer: 50 Euro x 750 % (Gemeindehebesatz B1) = 375 Euro

Zahlung der Steuer

Den betreffenden Eigentümern wird von der Gemeindeverwaltung per Post ein Grundsteuerbescheid zugestellt, in dem der zu zahlende Betrag und die Fälligkeit angegeben sind.

Die Häufigkeit der Steuerzahlung schwankt je nach dem geltenden Steuerbetrag und richtet sich nach folgendem Fälligkeitsplan:

Steuerbetrag

Zahlungstermin(e)

Zu entrichtende Summe
(je Fälligkeitstermin)

weniger als 55 Euro

15. November

Jährlicher Gesamtsteuerbetrag

zwischen 55 Euro und 110 Euro

15. Mai und 15. November

Halber jährlicher Steuerbetrag

über 110 Euro

15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November

Viertel des jährlichen Steuerbetrags

 

Der Betrag dieser Steuer kann von der Gesellschaft bei der Erklärung der Einkommensteuer als Abzug vom Gewinn aus Gewerbebetrieb geltend gemacht werden, wenn die besteuerte Immobilie Teil ihres investierten Nettovermögens ist.

 

Bei Beschwerden:

  • in Bezug auf den Grundsteuerbescheid muss sich der Steuerpflichtige an das Bürgermeister- und Schöffenkollegium (Collège des bourgmestres et échevins) der Gläubigergemeinde wenden;
  • in Bezug auf den Bescheid zur Bemessungsgrundlage muss sich der Steuerpflichtige an den Direktor der Steuerverwaltung (Administration des contributions directes) wenden.

Zuständige Kontaktstellen

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