Mittelfristiges Darlehen für ein laufendes Invesititionsvorhaben

Das Ziel des mittelfristigen Darlehens ist das gleiche wie beim Roll-Over-Kredit oder bei der Operate-Leasing-Finanzierung, nämlich die Finanzierung durch ein Bankdarlehen von laufenden Investitionen in bewegliche und unbewegliche Güter, die der Gründung, Verbesserung oder Entwicklung der beruflichen Aktivität dienen.

Zweck: Es ermöglicht u. a. die Finanzierung der Einrichtung von Büroräumen/Ausstellungsräumen/Werkshallen/Lagern sowie von Produktionsmitteln, Maschinen, Fahrzeugen oder von immateriellen Gütern (Firmenwert, Patente, Lizenzen) und manchmal von Zahlungsverzügen bei Steuerschulden (Steuern, Sozialabgaben).

Zielgruppe

Das mittelfristige Darlehen kann in folgenden Fällen von Selbstständigen und sämtlichen Unternehmen beantragt werden:

  • Unternehmensgründung;
  • Erwerb oder Fusion von Gesellschaften;
  • Wechsel vom Mieterstatus in den Eigentümerstatus;
  • Entwicklung, Modernisierung und Rentabilisierung des Unternehmens;
  • Neufinanzierung der immateriellen Güter, der beweglichen Güter oder der Lagerbestände durch Bankschulden, um Eigenkapital im Hinblick auf andere Investitionen freizugeben.

Voraussetzungen

Dokumentation oder Beschreibung des Unternehmens

  • Kopie der Satzung des Unternehmens;
  • Gliederung des Konzerns, wenn das Unternehmen zu einem komplexeren Konzern gehört;
  • die letzten 3 geprüften Bilanzen des Antragstellers des Darlehens und gegebenenfalls die letzte verfügbare Bilanz;
  • aktuelle Belege für die Situation in Sachen MwSt., Steuern und Sozialversicherung;
  • Auftragsbuch (gegebenenfalls);
  • Liste der Kunden und Angabe ihres relativen Anteils am Umsatz;
  • Liste der Lieferanten;
  • voraussichtliche Bilanz oder Businessplan, wenn es sich um eine neue Tätigkeit oder einen umfassenden Expandierungsplan handelt.

Projektpräsentation

  • ausführliche Beschreibung der geplanten Investition mit Zahlenangaben, gegebenenfalls eine Marktstudie;
  • Finanzierungsplan;
  • Berechnung von Durchführbarkeit und Ertrag, Berechnung der Gewinnschwelle;
  • Anlagen:
    • Maschinen: Liste der Investitionen, Ersetzung von bestehendem Material, zusätzliches Material, Bestellscheine oder Rechnungen;
    • Gesellschaft: Kaufvorvertrag, Due-Diligence-Risikoprüfung, geprüfte Konten usw.

Sicherheiten

Die von der Bank vor der Gewährung von Darlehen verlangten Sicherheiten sind die Solvenz des Antragstellers und die Rentabilität des zu finanzierenden Projekts. Darüber hinaus nennt die Bank dem Darlehensnehmer die dinglichen, persönlichen oder moralischen Sicherheiten, die sie zur Bewilligung des Darlehens für erforderlich erachtet.

Die gängigsten Sicherheiten, die verlangt werden, um ein mittelfristiges Darlehen zu besichern, sind:

  • Hypothekeneintragung;
  • Pfand auf Firmenwert;
  • Bürgschaft des Mutterhauses oder der Gesellschafter/Aktionäre;
  • diverse moralische Sicherheiten.

Wenn der oder die Gesellschafter/Aktionär(e) eines Unternehmens für die Gesellschaft bürgen müssen, ist es erforderlich der Bank deren finanzielle Situation ausführlich darzulegen.

Vorgehensweise und Details

Dauer und Betrag

Dauer

  • mittelfristig
  • 18 - 60 Monate (angepasst an die Abschreibungsdauer des zu finanzierenden Gutes)

Betrag

in der Regel Finanzierung von 70 % bis 80 % des zu finanzierenden Wertes

Zinssatz

  • Zinssatz in Abhängigkeit von der Eignung des Kunden, des Projekts und der vorgeschlagenen Sicherheiten;
  • fester oder variabler Zinssatz

Rückzahlung

Rückzahlung in Abhängigkeit von verschiedenen Kriterien, darunter z. B. Betrag, Zinssatz, Abschreibungsdauer des zu finanzierenden Gutes usw.

  • monatlich, seltener vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich;
  • in der Regel gleichbleibender Jahrestilgungssatz (Rückzahlung eines gleichbleibenden Betrages, bestehend aus Kapital und Zinsen in unterschiedlichen Anteilen)

Umsetzungsfristen

Die Fristen für die Prüfung und Bearbeitung der Unterlagen hängen von der Komplexität, dem Umfang und der Dringlichkeit des Antrags ab.

Vorteile, Nachteile und Risiken

Vorteile

  • hilft, durch eine Finanzierung durch betriebsnotwendiges Kapital von Investitionen entstandene Kassenbestandsengpässe zu vermeiden
  • flexible Finanzierung mit an die Cashflows angepasstem Rückzahlungsplan;
  • Möglichkeit, Aktiva (Möbel, Lagerbestände) oder Verbindlichkeiten (z. B. Steuerschulden) zu refinanzieren
  • progressive Verwendung je nach Zahlungsmodalitäten und Zinsberechnung lediglich auf dem tatsächlich verwendeten Teil

Nachteile

  • Zinssatz
    • fester Zinssatz: Vorfälligkeitsentschädigung zu zahlen
    • variabler Zinssatz: fehlende Absicherung gegen das Zinsanstiegsrisiko
  • gekaufte Güter werden direkt als unbewegliches Vermögen verbucht
  • strenger Tilgungsplan
  • Stellung von Sicherheiten an die Bank.

Risiken

  • Verschuldung der Gesellschaft, falls die Rentabilitätsanalyse zu optimistisch war
  • Wertminderung der laufenden Güter, insbesondere der technischen Ausstattung oder des Fuhrparks
Beispiel

Gegenstand

Fuhrpark Maschinen/Werkzeuge

Erwartete Lebensdauer

5 Jahre 10 Jahre

Betrag der Investition

1.000.000 5.000.000

Betrag des Investitionskredits

800.000 4.000.000

Laufzeit des Kredits

5 Jahre 8 Jahre

Variabler Richtzinssatz

5,00 % 5,00 %

Konstante vierteljährliche Kapitalrückzahlung

40.000 125.000

Zur 1. vierteljährlichen Fälligkeit geschuldete Zinsen

10.000 50.000

 

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