Crowdfunding

Das „Crowdfunding“ ist eine Möglichkeit für Unternehmer ihr Projekt über eine Internetplattform zu präsentieren und zu finanzieren. Es kann als eine besondere Form der Mezzaninfinanzierung betrachtet werden.

Über die Internetplattform können sich somit zum Beispiel Investoren an der Finanzierung eines Start-up-Unternehmens oder der Realisation eines bestimmten Projektes (auch „Crowdfunding-Auktion“ genannt) beteiligen. Als Gegenleistung für ihren Einsatz erhalten die Investoren eine Beteiligung am Unternehmen, meist als stille Gesellschafter. Allerdings sind vom Unternehmer keine Mitspracherechte im Hinblick auf die Geschäftsführung zu gewähren. Diese Finanzierungsform erlaubt es auch langwierige, bürokratische Finanzierungswege zu umgehen.

Die Investition wird jedoch nur im Erfolgsfall vergütet und die Einlagen der Investoren sind auch nicht abgesichert.

Zielgruppe

Die Finanzierungsform des „Crowdfundings“ ist insbesondere für die folgenden Marktteilnehmer von Bedeutung:

  • Unternehmen oder Unternehmer, die
    • über eine potentiell vielversprechende Geschäftsidee oder einen erfolgversprechenden Prototypen eines Produktes verfügen jedoch nicht über die notwendigen Mittel um dieses Projekt auch bis zur Marktreife zu realisieren.
    • sich in der Gründungsphase befinden.
    • sich innerhalb einer Expansionsphase nicht in Form von Bankkrediten finanzieren können.
  • Erfinder und Entwickler, die sich nicht finanziell von einem Konzern abhängig machen möchten, sondern ihre Idee in Eigenregie vermarkten möchten.
  • Investoren, die in ein vielversprechendes Start-up-Unternehmen oder innovative Ideen investieren möchten.

Voraussetzungen

Der Kontakt zwischen dem potentiellen Investor und dem Kapitalnehmer wird in der Regel über den Anbieter einer Internetplattform gewährleistet. Auf dieser Plattform veröffentlicht der Kapitalnehmer sein Projekt und die Einladung zur Investition.

In den meisten Fällen muss der Kapitalnehmer vor dem Start der Auktion eine Mindestkapitalmenge festsetzen mit welcher er glaubt das Projekt finanzieren zu können.

Diese festgesetzte Mindestkapitalmenge muss durch die Einzelbeiträge von vielen Einzelinvestoren aufgebracht werden. Das Risiko eines späteren Scheiterns des Projektes wird also von der Masse an Investoren getragen.

Der Beitrag eines Investors kann je nach Projekt variieren und es kann auch ein Mindestbeitrag festgelegt werden.

Für seine Beteiligung an der Unternehmung erhält der „Crowdfunder“ eine Gegenleistung, die in unterschiedlicher Art und Weise ausgestaltet sein kann z. B. in Form von Verwertungsrechten, dem kostenlosen Bezug der Produkte oder in Form einer Beteiligung am Gewinn der Unternehmung.

Zu beachten ist, dass die eingebrachten Gelder zweckgebunden an das veröffentlichte Projekt sind und daher bei einer möglichen Nichterreichung des Finanzierungszieles durch die Plattform zurückerstattet werden. Die Gelder dürfen nicht zur Finanzierung anderer Projekte zweckentfremdet werden. Der Anbieter einer solchen Plattform fungiert also in der Aufbauphase als Treuhänder für beide Seiten.

Vorgehensweise und Details

Wer kann teilnehmen

Das „Crowdfunding“ sieht in der Regel das Vorhandensein der folgenden vier Gruppen vor:

  • Der Ideengeber (Kapitalnehmer): Dieser ist der Projektverantwortliche und versucht die benötigten Mittel zu erhalten. Er hat zwar eine vielversprechende Idee, ist aber nicht in der Lage diese finanziell umzusetzen, bzw. möchte nicht allein das Risiko eines Misserfolges tragen.
  • Die Geldgeber (Investoren): Hierbei handelt es sich um die Masse (Crowd) der Personen die bereit sind eine gewisse Geldsumme zu investieren, um das Projekt und die Idee des Entwicklers zu unterstützen bzw. auf eine lohnende Investition hoffen.
  • Den Umsetzer (Dienstleister des Ideengebers): Die Realisierung des Projektes wird durch den Umsetzer gewährleistet, der die Entwicklung und das Erreichen der Marktreife des Produktes unterstützt.
  • Den Betreiber der Plattform:  Er stellt die nötige Infrastruktur bereit und kann mit seinem Image maßgeblich für den Erfolg oder Misserfolg der Auktion verantwortlich sein.

Vorteile des Crowdfundings

Die Kapitalaufnahme via „Crowdfunding“ mehrt nicht das Fremdkapital innerhalb des Unternehmens und führt daher nicht zu einer Verschlechterung der Kreditwürdigkeit.

Der Unternehmer muss den Teilhabern keine Mitspracherechte bezüglich der Geschäftsführung gewähren.

Das Engagement des Investors ist von langfristigen Motiven geleitet, führt also nicht zu einem direkten Erfolgsdruck auf das geförderte Unternehmen.

Der Investor kann in der Regel keine Sicherheiten für seine Beteiligung verlangen.

Bei erfolgreichen Unternehmen können auf Investorenseite überdurchschnittliche Renditen erwirtschaftet werden.

Nachteile des Crowdfundings

Sehr kapitalintensive Projekte haben oftmals Schwierigkeiten mit diesem Format das zum Gelingen des Projektes benötigte Kapitalvolumen zu erreichen. Aus diesem Grund bieten sich dort eher die klassischen Formen der Finanzierung an.

Zum anderen ist es oftmals schwer über eine solche Plattform die typischen Geldgeber wie Kapitalfonds oder Großinvestoren zu mobilisieren.

Der Investor hat lediglich einen Anspruch auf einen Anteil am Gewinn des Unternehmens bzw. des Projektes, je nach Ausgestaltung. Ohne hinreichende Gewinne findet keine Verzinsung des Kapitals statt. Sollte die Gegenleistung in Naturalien bestehen, so sind diese ebenfalls von der Verwirklichung des Projektes abhängig.

Im Falle der Insolvenz des Unternehmens droht ein Totalverlust des Kapitals.

Kosten

Meist verlangt der Betreiber der Plattform zwischen 5% - 10% der vereinnahmten Summe für die Bereitstellung sowie die Veröffentlichung der Auktion. Er übernimmt unter Umständen auch im Vorfeld der Auktion gewisse Handlungen, die der Bekanntmachung dienen.

Die Erstellung von Werbe- und Informationsmitteln kann durchaus kostenintensive Züge annehmen.

Weitere Kosten bemessen sich nach den individuell vereinbarten Modalitäten der Gegenleistung für das erhaltene Kapital.

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