Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds für Unternehmen

Zum letzten Mal aktualisiert am 24.07.2020

Mit der Gründung des Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds (Fonds de relance et de solidarité) möchte die Luxemburger Regierung:

  • die Beschäftigung fördern und aufrechterhalten und;
  • die Unternehmen in den von der Gesundheitskrise stark betroffenen Branchen unterstützen:
    • Tourismus;
    • Veranstaltungsbranche;
    • Hotel- und Gastronomiegewerbe;
    • Kulturwesen;
    • Unterhaltungswesen.

Zielgruppe

Alle Unternehmen der oben genannten Branchen, die in den Monaten Juni bis November 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 Umsatzeinbußen von mindestens 25 % erlitten haben, haben Anspruch auf eine monatliche Beihilfe, deren Höhe unter Berücksichtigung der Zahl der Arbeitnehmer und Selbstständigen des Unternehmens berechnet wird.

Folgende Unternehmen kommen für den Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds infrage:

  1. Hotels und Campingplätze;
  2. Gastronomiebetriebe;
  3. Getränkeausschänke mit oder ohne Darbietungen;
  4. Großhändler für Lebensmittel und Getränke;
  5. Catering ohne Ladenverkauf;
  6. Reisebüros und Reiseveranstalter;
  7. Fahrgastbeförderung per Taxi und sonstige Personenbeförderungsleistungen im Landverkehr;
  8. Tierpensionen;
  9. Eventagenturen;
  10. Betrieb von Eventlocations und Tagungs-, Kongress- und Ausstellungsräumen;
  11. Verleih von Möbeln, Sanitäranlagen, Küchenmaterial und Partyzubehör zu Veranstaltungszwecken;
  12. Fotografie, Druck und Grafik zu Veranstaltungszwecken;
  13. Werbegegenstände, Plakate und Werbesendungen zu Veranstaltungszwecken;
  14. Beschilderung, Druck und Großformat;
  15. Bau von Messeständen;
  16. Künstleragenturen (Karriereplanung, Vertragsverhandlungen, Projektmanagement im Zusammenhang mit künstlerischen Tätigkeiten);
  17. audiovisuelle Produktionen, Video, Ton, Licht;
  18. Producer und Veranstalter von Live-Veranstaltungen, Konzerten, Kongressen (Veranstalter, Anbieter, Booker);
  19. Tonstudios und Tonproduktion;
  20. Bühnengestaltung;
  21. Filmvorführungen;
  22. gewerbliche Schausteller;
  23. Fitness- und Sportstudios sowie Tanzschulen;
  24. Indoor-Spielplätze;
  25. Freizeitparks;
  26. Dolmetscher.

Voraussetzungen

Das Unternehmen:

  • muss seine Tätigkeit vor dem 15. März 2020 ausgeübt haben und sie ebenfalls während des Monats, für den die Beihilfe beantragt wird, ausüben;
  • muss, wenn es Personal beschäftigt, ordnungsgemäß bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) eingetragen sein;
  • muss eine der oben genannten Tätigkeiten ausüben;
  • muss über eine gültige Niederlassungsgenehmigung verfügen, die von der Generaldirektion für Mittelstand (Direction générale des classes moyennes) des Ministeriums für Wirtschaft ausgestellt wurde;
  • muss in den Monaten Juni bis November 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Steuerjahres 2019 monatliche Umsatzeinbußen von mindestens 25 % erlitten haben;
  • muss im Steuerjahr 2019 einen Umsatz von mindestens 15.000 Euro erzielt haben;
  • darf im Laufe des Monats, für den die Beihilfe beantragt wird, oder der förderungsfähigen Monate nicht mehr als 25 % der Mitarbeiter aus nicht personenbedingten Gründen entlassen haben.

Bei Unternehmen, die im Laufe des Steuerjahres 2019 oder 2020 gegründet wurden, wird der Betrag anteilig unter Berücksichtigung des Datums der Aufnahme der Tätigkeit ermittelt (anteiliger Umsatz über ein Jahr mit dem zwischen der Aufnahme der Tätigkeit und der COVID-19-Krise erzielten Umsatz als Berechnungsgrundlage).

Fristen

Für die Einreichung der Anträge im Rahmen des Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds gelten folgende Fristen:

  • bis zum 15. September 2020 für Anträge, die den Monat Juni 2020 betreffen;
  • 1. August bis 15. September 2020 für Anträge, die den Monat Juli 2020 betreffen;
  • 1. bis 15. September 2020 für Anträge, die den Monat August 2020 betreffen;
  • 1. bis 31. Oktober 2020 für Anträge, die den Monat September 2020 betreffen;
  • 1. bis 30. November 2020 für Anträge, die den Monat Oktober 2020 betreffen;
  • 1. bis 15. Dezember 2020 für Anträge, die den Monat November 2020 betreffen.

Vorgehensweise und Details

Antragstellung

Der Antrag im Rahmen des Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds ist mithilfe eines Online-Assistenten einzureichen, der auf MyGuichet.lu verfügbar ist

Die Person, die den Antrag einreicht, benötigt dazu ein LuxTrust-Produkt (z. B. Token, Smartcard oder Signing Stick) oder einen elektronischen Personalausweis (eID).

Wie wird ein beruflicher Bereich auf MyGuichet.lu erstellt?

Es gibt 2 Möglichkeiten:

  • Die Person, die den Antrag einreicht, nutzt MyGuichet.lu zum ersten Mal und hat noch keinen privaten Bereich:
    Die Erstellung des Bereichs erfolgt in 2 Schritten:
    1. Registrierung als Nutzer;
    2. Erstellung des beruflichen Bereichs.
  • Ein Tutorial im Video- oder PDF-Format hilft Ihnen dabei.

  • Die Person, die den Antrag einreicht, ist bereits MyGuichet.lu-Nutzer und verfügt über einen privaten Bereich: Ein neuer beruflicher Bereich muss erstellt werden.

  • Ein Tutorial im Video- oder PDF-Format hilft Ihnen dabei.

Belege

Der Antrag im Rahmen des Wirtschaftsförderungs- und Solidaritätsfonds muss Folgendes beinhalten:

  • eine Liste der Personen, die für das Unternehmen arbeiten, mit:
    • der Identifikationsnummer (matricule);
    • der Tätigkeit;
    • dem Status des jeweiligen Arbeitnehmers (in Kurzarbeit oder aktiv und Beschäftigungsgrad).

Auch der Selbstständige kann in dieser Liste stehen.

  • die Buchhaltungsunterlagen betreffend den in dem Monat, für den die Beihilfe beantragt wird, erzielten Umsatz (z. B. Hauptbuch, Rechnungen, MwSt.-Erklärung);
  • die Buchhaltungsunterlagen betreffend den in der Vergangenheit erzielten Umsatz (z. B. Hauptbuch, Rechnungen, MwSt.-Erklärung).

Kürzlich gegründete Unternehmen müssen die Buchhaltungsunterlagen betreffend den Umsatz seit der Gründung des Unternehmens (nach Monaten aufgeschlüsselt) einreichen.

  • einen Bankidentitätsnachweis des Unternehmens;
  • bei juristischen Personen:
    • die Bilanz;
    • die Gewinn- und Verlustrechnung;
  • bei Unternehmen, die Teil einer Unternehmensgruppe sind (Teilhaber mit mehr als 25 % der Anteile anderer Gesellschaften): ein Organigramm der Unternehmensgruppe mit Angabe für jede Einheit:
    • des Prozentsatzes der Anteile;
    • des VZÄ;
    • des Umsatzes;
    • der Gesamtbilanz;
  • eine eidesstattliche Erklärung.

Dauer der Beihilfe

Für jeden Monat muss ein gesonderter Antrag gestellt werden, d. h. jeweils ein Antrag für Juni, Juli, August, September, Oktober und November 2020.

Höhe der Beihilfe

Das Unternehmen erhält 1.250 Euro pro aktiven Arbeitnehmer und Selbstständigen (der im Rahmen der förderungsfähigen Tätigkeit angestellt ist) und 250 Euro pro Arbeitnehmer, der in dem Monat, für den die Beihilfe beantragt wird, in Kurzarbeit ist (und im Rahmen der förderungsfähigen Tätigkeit angestellt ist).

Die Höhe der Beihilfe ist auf 85 % der monatlichen Umsatzeinbuße begrenzt.

Der Höchstbetrag der Beihilfe pro Monat (für jeden Monat von Juni bis November) pro Einzelunternehmen darf folgenden Betrag nicht überschreiten:

  • 10.000 Euro für ein Kleinstunternehmen;
  • 50.000 Euro für ein kleines Unternehmen;
  • 100.000 Euro für ein mittleres Unternehmen;
  • 100.000 Euro für ein Großunternehmen.

Art der Beihilfe

Es handelt sich um eine direkte, nicht rückzahlbare Beihilfe.

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