Aufenthalt und/oder Beschäftigung eines Familienangehörigen eines EU-Bürgers in Luxemburg

Für Bürger aus Drittstaaten (d. h. Staaten, die weder EU-Mitgliedstaaten noch diesen gleichgestellt sind), die einen Familienangehörigen, der selbst Bürger eines EU-Mitgliedstaates (oder eines gleichgestellten Staates) ist, nach Luxemburg begleiten oder ihm dorthin nachziehen möchten, gelten im Vergleich zu anderen Drittstaatsangehörigen vereinfachte Formalitäten.

Welche Formalitäten zu erledigen sind, hängt davon ab, ob die Aufenthaltsdauer 90 Tage überschreitet oder nicht:

Bei einem Aufenthalt von weniger als 90 Tagen (Urlaubsreise, Familienbesuch, Geschäftsreise usw.) müssen Familienangehörige eines EU-Bürgers unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit keinerlei Formalitäten erledigen. Sie müssen lediglich im Besitz eines gültigen und gegebenenfalls mit einem Visum versehenen Reisedokuments sein.

Bei einem Aufenthalt von mehr als 90 Tagen müssen Drittstaatsangehörige, die Familienangehörige eines EU-Bürgers sind:

  • im Besitz eines gültigen Reisepasses sein und
  • sich bei ihrer neuen Wohnsitzgemeinde anmelden, ganz gleich, welche Staatsangehörigkeit sie besitzen;
  • eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers beantragen.

Die Familienangehörigen eines EU-Bürgers haben ohne vorherige Erlaubnis uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt.

Handelt es sich bei den Familienangehörigen selbst um EU-Bürger oder Bürger eines gleichgestellten Staates, unterliegen sie den gleichen Einreise- und Aufenthaltsbedingungen wie der EU-Bürger, zu dessen Familie sie gehören.

Zielgruppe

Folgende Familienangehörige aus einem Drittstaat können einen EU-Bürger (oder Bürger eines gleichgestellten Staates) nach Luxemburg begleiten oder ihm dorthin nachziehen, um sich dort mit ihm aufzuhalten:

  • der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner des EU-Bürgers (oder des Bürgers eines gleichgestellten Staates);
  • die unter 21 Jahre alten oder noch wirtschaftlich abhängigen direkten Nachkommen (Kinder) des EU-Bürgers oder seines Ehe-/Lebenspartners;
  • die direkten Vorfahren (Eltern) des EU-Bürgers oder seines Ehe-/Lebenspartners, die von dem EU-Bürger unterhalten werden.

Unterhaltsberechtigte Person: Die Person, die den Unterhaltsanspruch geltend macht, muss den Nachweis für die finanzielle Unterstützung erbringen.
Beispiele: Nachweis für die Abhängigkeit im Herkunftsland, Nachweis für regelmäßige Geldüberweisungen usw.

Zudem kann jede Person mit der entsprechenden ministeriellen Genehmigung zu einem EU-Bürger nachziehen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • beim Antragsteller handelt es sich um den (nicht eingetragenen) Lebensgefährten des EU-Bürgers, sofern eine dauerhafte Beziehung nachgewiesen werden kann.
    Die Dauerhaftigkeit kann bescheinigt werden, wenn der Drittstaatsangehörige und der EU-Bürger ordnungsgemäß und ununterbrochen während mindestens 1 Jahr vor dem Antrag zusammengelebt haben oder wenn sie ein gemeinsames Kind haben;
  • der EU-Bürger hat im Herkunftsland für den Lebensunterhalt des Antragstellers gesorgt oder Letzterer hat zu dessen Haushalt gehört;
  • der EU-Bürger muss sich aufgrund von schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen des Antragstellers unbedingt persönlich um diesen kümmern.

Wenn der EU-Bürger (oder Bürger eines gleichgestellten Staates) in Luxemburg studiert, dürfen nur folgende Familienangehörige nachziehen:

  • der Ehegatte/eingetragene Lebenspartner;
  • unterhaltsberechtigte Kinder.

Anträge für Kinder unter 10 Jahren können von deren gesetzlichem Vertreter eingereicht werden, ohne dass die Kinder dazu anwesend sein müssen.

Aufenthalt zwecks Eheschließung:

Für Drittstaatsangehörige, die einer in Luxemburg niedergelassenen Person nachziehen, um diese zu heiraten, besteht kein gesondertes Verfahren.

Sie müssen das übliche Verfahren für einen Aufenthalt von weniger als 90 Tagen befolgen, um nach Luxemburg einreisen zu können.

Nach der Eheschließung, die innerhalb des Zeitraums des legalen Aufenthalts (in der Regel 3 Monate) stattfinden muss, stellt die betroffene Person einen Antrag auf Erhalt einer Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

Der Drittstaatsangehörige muss zum Zeitpunkt der Planung seiner Reise:

  • im Besitz eines gültigen Reisepasses sein;
  • überprüfen, ob er ein Visum benötigt, um in den Schengen-Raum einzureisen;

Den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gleichgestellt sind folgende Staaten:

  • Island, Liechtenstein und Norwegen als Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR);
  • die Schweiz.

Vorgehensweise und Details

Aufenthalt von weniger als 90 Tagen

Familienangehörige eines Bürgers eines EU-Mitgliedsstaates (oder eines gleichgestellten Staates), die selbst aus einem Drittstaat stammen, und nach Luxemburg einreisen möchten, um sich dort weniger als 90 Tage aufzuhalten (Urlaubsreise, Familienbesuch, Geschäftsreise usw.) müssen gegebenenfalls vor ihrem Aufenthalt ein Visum bekommen. Anschließend müssen sie in Luxemburg keine weiteren besonderen Formalitäten erledigen.

Vor der Einreise: Reisepass und Visum

Falls sie für die Einreise ein Visum benötigen, müssen Drittstaatsangehörige vor ihrer Reise in ihrem jeweiligen Herkunftsland bei der diplomatischen oder konsularischen Vertretung Luxemburgs oder beim Ministerium für auswärtige Angelegenheiten in Luxemburg ein Visum beantragen.

Das Visum mit einer höchstens 3-monatigen Gültigkeitsdauer wird in Form eines Aufklebers in den Reisepass eingetragen.

Falls ein Drittstaatsangehöriger über eine von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellte gültige Aufenthaltskarte verfügt, ist kein Visum erforderlich.

Einreise: keine weiteren Formalitäten

Familienangehörige eines Bürgers aus einem EU-Mitgliedstaat (oder einem gleichgestellten Staat) müssen bei der Einreise nach Luxemburg keine besonderen Formalitäten erledigen.

Sie müssen lediglich im Besitz eines gültigen Reisepasses sein, der gegebenenfalls das erforderliche Visum enthält, oder gleichzeitig eine von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellte gültige Aufenthaltskarte besitzen.

Aufenthalt von mehr als 90 Tagen

Bei einem Aufenthalt von mehr als 90 Tagen müssen aus einem Drittstaat stammende Familienangehörige eines EU-Bürgers (oder eines Bürgers eines gleichgestellten Staates) im Besitz eines gültigen Reisepasses sein, um sich bei ihrer neuen Wohnsitzgemeinde anmelden und anschließend eine Aufenthaltskarte beantragen zu können.

Anmerkung: Der EU-Bürger, zu dem der Familienangehörige nachzieht, muss selbst ordnungsgemäß in Luxemburg niedergelassen sein.

Vor der Einreise: Reisepass und Visum

Falls sie für die Einreise ein Visum benötigen, müssen Drittstaatsangehörige vor ihrer Reise in ihrem jeweiligen Herkunftsland bei der diplomatischen oder konsularischen Vertretung Luxemburgs oder beim Ministerium für auswärtige Angelegenheiten in Luxemburg ein Visum beantragen.

Gegen Vorlage eines Nachweises für die Familienangehörigkeit wird das Visum kostenlos und schnellstmöglich ausgestellt.

Das Visum mit einer höchstens 3-monatigen Gültigkeitsdauer wird in Form eines Aufklebers in den Reisepass eingetragen.

Falls der Reisepass des Antragstellers in weniger als 6 Monaten abläuft, wird empfohlen, vor der Einreise nach Luxemburg einen neuen Reisepass zu beantragen.

Falls ein Drittstaatsangehöriger über eine von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellte gültige Aufenthaltskarte verfügt, ist kein Visum erforderlich.

Nach der Einreise:

Anmeldung

Familienangehörige müssen sich innerhalb von 8 Tagen nach ihrer Ankunft in Luxemburg bei der Gemeindeverwaltung des Ortes, an dem sie und der Familienangehörige, den sie begleiten oder dem sie nachziehen, sich niedergelassen haben, anmelden und dabei folgende Dokumente vorlegen:

  • ein gültiges Reisedokument (Reisepass und gegebenenfalls Visum oder von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellte(r) Aufenthaltskarte bzw. Aufenthaltstitel);
  • ihr Familienstammbuch oder eine Heirats- oder Lebenspartnerschaftsurkunde;
  • die Geburtsurkunden der Kinder oder das Familienstammbuch;
  • gegebenenfalls die von der Gemeindeverwaltung des vorherigen Wohnorts ausgestellte Bescheinigung der Abmeldung.

Nach der Anmeldung bei der Gemeinde kann der Anmelder sich eine Wohnsitzbescheinigung ausstellen lassen;

Antrag auf Erhalt einer Aufenthaltskarte

Drittstaatsangehörige müssen innerhalb von 90 Tagen nach ihrer Ankunft in Luxemburg eine Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers (oder Bürgers eines gleichgestellten Staates) bei derselben Gemeindeverwaltung beantragen.

Dem Antrag auf Erhalt einer Aufenthaltskarte sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine vollständige Kopie des Reisedokuments (Reisepass);
  • ein Dokument zur Bestätigung der erfolgten Eheschließung, der eingetragenen Lebenspartnerschaft, des Verwandtschaftsverhältnisses oder der dauerhaften Beziehung;
  • eine Kopie der Anmeldebescheinigung des EU-Bürgers, zu dem der jeweilige Familienangehörige nachzieht, oder eine Wohnsitzbescheinigung, wenn es sich um einen luxemburgischen Staatsangehörigen handelt;
  • ein den ICAO-Normen entsprechendes Passbild (kürzlich aufgenommen, Farbbild, gute Qualität, frontal aufgenommen, 45x35 mm);
  • im Falle von unterhaltsberechtigten Vorfahren oder Nachkommen: jedes Dokument, mit dem bestätigt wird, dass das Familienoberhaupt tatsächlich für den Unterhalt des Antragstellers aufkommt (Beispiel: Steuerbescheid, Rechnungen im Zusammenhang mit dem Schulbesuch des Kindes, sofern dieses älter als 21 Jahre ist, Rechnungen im Zusammenhang mit dem Unterhalt dieser Person am Familienwohnsitz usw.).

Die Unterlagen müssen in Form eines Originals oder einer beglaubigten Kopie beigefügt werden. Bei Zweifeln hinsichtlich der Echtheit eines Dokuments kann der für die Einwanderung zuständige Minister verlangen, dass von der zuständigen örtlichen Behörde die Echtheit bestätigt wird und das Dokument von der Botschaft beglaubigt wird (oder dass es mit der Haager Apostille versehen wird).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen.

Der Anmelder erhält umgehend eine Empfangsbestätigung für seinen Antrag. Diese Bestätigung gilt für einen Zeitraum von höchstens 6 Monaten als Aufenthaltskarte.

Wird dem Antrag stattgegeben, wird der Antragsteller von der Gemeindeverwaltung aufgefordert, sich persönlich mit seinem Ausweis zu seiner Gemeindeverwaltung zu begeben, um seine „Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers“ abzuholen.

Die Gültigkeitsdauer der Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers beträgt 5 Jahre oder entspricht der geplanten Aufenthaltsdauer des EU-Bürgers, von dem der Familienangehörige wirtschaftlich abhängig ist, sofern diese weniger als 5 Jahre beträgt.

Vor Ablauf der Karte: Erneuerung der Aufenthaltskarte

2 Monate vor Ablauf der Aufenthaltskarte muss der Drittstaatsangehörige bei der Gemeindeverwaltung seines Wohnortes einen Antrag auf Erneuerung seiner Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers stellen.

Dem Antrag auf Erhalt einer Aufenthaltskarte sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine vollständige Kopie des Reisedokuments (Reisepass);
  • ein Dokument zur Bestätigung der erfolgten Eheschließung, der eingetragenen Lebenspartnerschaft oder des Verwandtschaftsverhältnisses;
  • eine Kopie der Anmeldebescheinigung des EU-Bürgers, zu dem der jeweilige Familienangehörige nachgezogen ist;
  • im Falle von unterhaltsberechtigten Vorfahren oder Nachkommen: jedes Dokument, mit dem bestätigt wird, dass das Familienoberhaupt tatsächlich für den Unterhalt des Antragstellers aufkommt (Beispiel: Steuerbescheid, Rechnungen im Zusammenhang mit dem Schulbesuch des Kindes, sofern dieses älter als 21 Jahre ist, Rechnungen im Zusammenhang mit dem Unterhalt dieser Person am Familienwohnsitz usw.).

Nach einem 5-jährigen Aufenthalt in Luxemburg können Familienangehörige eines EU-Bürgers, die selbst aus einem Drittstaat stammen, unter bestimmten Bedingungen eine dauerhafte Aufenthaltskarte bekommen.

Im Falle einer Scheidung, eines Wegzugs oder des Ablebens des EU-Bürgers: die Beibehaltung des Aufenthaltsrechts

Im Falle des Ablebens eines EU-Bürgers bleibt das Aufenthaltsrecht seiner Familienangehörigen, die selbst aus einem Drittstaat stammen, bestehen, sofern sie zum Zeitpunkt seines Todes mindestens 1 Jahr in Luxemburg gelebt haben.

Im Falle eines Wegzugs aus Luxemburg eines EU-Bürgers oder im Falle seines Ablebens, bleibt das Aufenthaltsrecht seiner Kinder und des sorgeberechtigten Elternteils bestehen, wenn sie sich im Land aufhalten und die Kinder dort in einer Schule angemeldet sind, damit diese ihre schulische Laufbahn dort beenden können.

Im Falle einer Scheidung oder einer Annullierung der Ehe oder im Falle einer Auflösung der Lebenspartnerschaft, bleibt das Aufenthaltsrecht der Familienangehörigen bestehen, wenn:

  • die Ehe oder die eingetragene Lebenspartnerschaft mindestens 3 Jahre vor Beginn des Scheidungs- oder Annullierungsverfahrens oder der Auflösung der Partnerschaft bestanden hat, und davon mindestens ein Jahr im Großherzogtum Luxemburg;
  • das Sorgerecht für die Kinder eines Bürgers eines EU-Mitgliedstaates (oder eines gleichgestellten Staates) durch Vereinbarung zwischen den Ehegatten oder Lebenspartnern oder per Gerichtsbeschluss dem Ehegatten oder Lebenspartner übertragen wurde, der aus einem Drittstaat stammt;
  • besonders schwierige Umstände dies erfordern (insbesondere wenn die Lebensgemeinschaft auf Betreiben eines Ehegatten aufgelöst wurde, der Opfer häuslicher Gewalt wurde);
  • dem aus einem Drittstaat stammenden Ehegatten oder Lebenspartner durch Vereinbarung zwischen den Ehegatten oder Lebenspartnern oder per Gerichtsbeschluss ein Besuchsrecht für ein minderjähriges Kind zugesprochen wurde, sofern der Richter verfügt hat, dass die Besuche, solange sie für notwendig erachtet werden, in Luxemburg stattfinden sollen.

Verlust, Diebstahl oder Zerstörung der Aufenthaltskarte

Bei Verlust oder Diebstahl einer Aufenthaltskarte muss der Familienangehörige eines EU-Bürgers einen Antrag auf Ausstellung einer Ersatzkarte ausfüllen und diesem Antrag folgende Unterlagen beifügen:

  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses;
  • die von der Polizei ausgestellte Verlust- oder Diebstahlanzeige;

Bei Beschädigung einer Aufenthaltskarte muss der Familienangehörige eines EU-Bürgers einen Antrag auf Ausstellung einer Ersatzkarte ausfüllen und diesem Antrag folgende Unterlagen beifügen:

  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses;
  • die beschädigte Aufenthaltskarte.

Arbeiten in Luxemburg

Familienangehörige eines EU-Bürgers oder eines Bürgers eines gleichgestellten Staates, die selbst aus einem Drittstaat stammen

Familienangehörige eines EU-Bürgers (oder eines Bürgers eines gleichgestellten Staates) haben ohne besondere Genehmigung Zugang zum Arbeitsmarkt.

Sie haben ebenfalls Zugang zum Erziehungswesen und zur Orientierung und Ausbildung sowie zu beruflichen Fortbildungs- und Umschulungskursen.

Familienangehörige eines EU-Bürgers, die selbst EU-Bürger sind, können sich bei der Arbeitsagentur (Agence pour le développement de l'emploi - ADEM) arbeitsuchend melden und bekommen unter den gleichen Bedingungen wie EU-Bürger Zugang zum luxemburgischen Arbeitsmarkt.

Formulare/Online-Dienste

Déclaration d'enregistrement - citoyen de l'Union ou pays assimilé

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