Anerkennung von Abschlusszeugnissen des Sekundarunterrichts (Abitur/Reifezeugnis)

Um in Luxemburg bestimmte Berufe (Lehramt, Anwalt, Medizinberufe) ausüben zu dürfen, müssen unter Umständen relevante Abschlusszeugnisse anerkannt werden.

Um einen Hochschulabschluss in Luxemburg anerkennen zu lassen, muss der Bewerber zunächst sein im Ausland erhaltenes Abschlusszeugnis des Sekundarunterrichts als dem luxemburgischen Abschlusszeugnis des Sekundarunterrichts (Abitur) gleichwertig anerkennen lassen.

Der Antrag auf Anerkennung eines im Ausland verliehenen Abschlusszeugnisses des Sekundarunterrichts oder berufsbildenden Unterrichts ist an die Abteilung für Diplomanerkennung (Service de la reconnaissance des diplômes) zu richten.

Zielgruppe

Die Anerkennung der Gleichwertigkeit eines im Ausland erhaltenen Abschlusszeugnisses des Sekundarunterrichts im Hinblick das luxemburgische Abschlusszeugnis des Sekundarunterrichts (Abitur) kann insbesondere erforderlich sein:

  • bei Personen, die beabsichtigen, ein Hochschuldiplom in Luxemburg anerkennen zu lassen, um hier einem bestimmten Beruf nachgehen zu können (z. B. als Arzt, Zahnarzt, Tierarzt oder Apotheker mit einem Abschluss aus einem Drittstaat oder Rechtsanwalt mit ausländischem Abschluss);
  • bei Personen, die die Anerkennung ihres Abschlusses benötigen, um Zugang zum Arbeitsmarkt zu erhalten oder in Luxemburg ein Studium aufzunehmen.

Die folgenden Diplome/Zeugnisse werden grundsätzlich als dem luxemburgischen „Abitur“ gleichwertig angesehen:

  • A-Level (Großbritannien);
  • Abitur/Reifeprüfung (Deutschland, Bulgarien, Estland, Finnland usw.);
  • Baccalauréat (Frankreich);
  • Bachillerato (Spanien);
  • Certificat d’enseignement secondaire supérieur (Belgien);
  • High School diploma (Vereinigte Staaten, Kanada);
  • Maturità (Italien, Tschechische Republik, Slowakei usw.);
  • Maturité/Matura (Albanien, Österreich, Belgien, Bulgarien, Kroatien, Schweiz usw.);
  • Selectividad (Spanien) usw.

Für die Eintragung eines Abschlusszeugnisses ins Diplom- und Titelregister ist die Anerkennung eines ausländischen Abschlusszeugnisses des Sekundarunterrichts nicht erforderlich.

Voraussetzungen

In einem Unterzeichnerstaat der Übereinkommen von Paris und/oder Lissabon über die Anerkennung von Diplomen erworbene Diplome

Abschlusszeugnisse des Sekundarunterrichts, die in den Unterzeichnerstaaten der Übereinkommen über die gegenseitige Anerkennung von Diplomen und Zeugnissen ausgestellt wurden, können in Luxemburg grundsätzlich anerkannt werden, sofern:

  • sie nach einer schulischen Laufbahn ausgestellt wurden, die einen mindestens 12-jährigen ununterbrochenen erfolgreichen Schulbesuch aufweist
  • und zur Aufnahme eines Studiums an einer Hochschule oder Universität im Herkunftsland berechtigen.

Es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Anerkennung dieser Diplome nicht automatisch erfolgt, sondern Gegenstand einer individuellen Entscheidung ist.

Liste der Unterzeichnerstaaten der Übereinkommen des Europarates von Paris und/oder Lissabon über die gegenseitige Anerkennung von Diplomen und Zeugnissen:

  • Mitgliedstaaten des Europarates: Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Malta, Montenegro, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Republik Moldau, Rumänien, Russland, San Marino, Schweden, Schweiz, Serbien, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ukraine, Ungarn, Vereinigtes Königreich, Zypern;
  • Nicht-Mitglieder des Europarates: Australien, Belarus, Israel, Kasachstan, Kirgisische Republik, Neuseeland, der Heilige Stuhl (Vatikanstadt).

Diplome/Zeugnisse aus Nicht-Unterzeichnerstaaten dieser Übereinkommen

Abschlusszeugnisse des Sekundarunterrichts, die von einem Nicht-Unterzeichnerstaat des Übereinkommens über die gegenseitige Anerkennung von Diplomen und Zeugnissen ausgestellt wurden, können nur dann in Luxemburg anerkannt werden, wenn sie die für den Unterzeichnerstaat (siehe oben) geltenden Voraussetzungen erfüllen und der Antragsteller Folgendes vorlegen kann:

  • entweder ein Diplom/Zeugnis, das von einer anerkannten Hochschule mit Sitz in einem EU-Mitgliedstaat nach Abschluss eines mindestens 3-jährigen Studiengangs (Abitur +3 Jahre Studium, 180 ECTS-Leistungspunkte in einem beliebigen Bereich) ausgestellt wurde,
  • oder eine förmliche Immatrikulation für ein Hochschulstudium in einem EU-Mitgliedstaat, wobei die Prüfung zur Erlangung des Abschlusszeugnisses die folgenden Bereiche betroffen haben muss:
    • mindestens 2 Sprachen (darunter Französisch oder Deutsch);
    • Geistes- und Sozialwissenschaften;
    • Naturwissenschaften
    • Mathematik;
    • Technologie;
    • Kunst und Musik;
  • oder ein Diplom einer anerkannten Hochschule eines Drittstaates, welches den Abschluss eines mindestens 3-jährigen Hochschulstudiums bestätigt (Bac+3, 180 ECTS-Credits), und außerdem:
    • einen Nachweis über Luxemburgisch-, Französisch- oder Deutsch-Kenntnisse auf Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen oder
    • einen Nachweis, dass er im Laufe seiner Schulzeit 3 Jahre Unterricht in einer der vorgenannten Sprachen hatte, oder
    • einen Beleg, dass Luxemburgisch, Französisch oder Deutsch bei den Abschlussprüfungen des Sekundarunterrichts bestanden wurde.

Das International Baccalaureate (IB)

Das International Baccalaureate (Internationales Abitur) wird in Luxemburg anerkannt, wenn es außer den Kriterien der Prüfungsordnung der International Baccalaureate Organisation (IBO) in Genf den folgenden Voraussetzungen genügt:

  • die Prüfungen des International Baccalaureate müssen sich auf folgende Bereiche beziehen:
    • 2 Sprachen (Gruppe 1: Sprache A1, Gruppe 2: Sprache A2), darunter mindestens eine der folgenden Sprachen:
      • Französisch,
      • Englisch oder
      • Deutsch;
    • jeweils ein Fach der folgenden Fächergruppen:
      • Gruppe 3 „Gesellschaftswissenschaften“: insbesondere Geschichte, Erdkunde, Wirtschaft, Philosophie, Psychologie, Handel und Organisation;
      • Gruppe 4 „Naturwissenschaften“: insbesondere Biologie, Chemie, Physik;
      • Gruppe 5 „Mathematik und Informatik“: mathematische Studien, Teilgebiete der Mathematik, Ergänzungsgebiete der Mathematik, Informatik;
    • wahlweise:
      • entweder Gruppe 6 „Kunst“: insbesondere bildende Kunst, Musik, Theater und Film;
      • oder ein 2. Fach aus den Gruppen 1 bis 5.
  • es müssen mindestens 3 Fächer als Leistungskurse (Higher Level) belegt werden, die übrigen als Grundkurse (Standard Level);
  • die schulische Laufbahn des Schülers muss mindestens 12 Jahre Grundschulunterricht und Sekundarunterricht mit aufsteigenden Jahrgangsstufen umfassen;
  • der Schüler muss im Laufe seiner schulischen Laufbahn einen vierjährigen Lehrzyklus in einer Fremdsprache absolviert haben, die nicht mit einer der beiden Sprachen A1 und A2 identisch ist.
Ansonsten kann das International Baccalaureate unter denselben Bedingungen in Luxemburg anerkannt werden, wie die Diplome/Zeugnisse aus Nicht-Unterzeichnerstaaten der Übereinkommen von Paris und/oder Lissabon (siehe oben).

Kosten

Jeder Antrag auf Anerkennung eines Zeugnisses vom Typ Hochschulreife (Abitur) unterliegt der Zahlung einer Gebühr von:

  • 75 Euro für Zeugnisse, die von Unterzeichnerstaaten der Übereinkommen von Paris oder Lissabon ausgestellt wurden.
  • 125 Euro für Zeugnisse, die von Staaten ausgestellt wurden, die nicht die Übereinkommen von Paris und Lissabon unterzeichnet haben.
  • 125 Euro für das International Baccalaureate.

Die Zahlung wird für die Bearbeitung der Unterlagen fällig, sie bedeutet nicht, dass die Anerkennung gewährt wird. Bei jedem Antrag müssen die Bedingungen für die Anerkennung erfüllt sein.

Die Gebühr ist per Überweisung auf das Postscheckkonto der Administration de l'enregistrement et des domaines zu zahlen:
IBAN LU13 1111 0011 4679 0000
BIC CCPLLULL
Betreff : Taxe reconnaissance des diplômes, MENJE, Name des Antragsstellers, Datum des Antrags

Der Antragsteller muss den Zahlungsbeleg seinem Antrag beifügen.

Eine Ablehnung der Gleichwertigkeit des Diploms gibt keinen Anspruch auf Rückzahlung der Gebühr.
Gegen Zahlung einer Gebühr von 10 Euro kann dem Antragsteller ein Duplikat der Anerkennungsurkunde ausgestellt werden.

Vorgehensweise und Details

In einem Unterzeichnerstaat der Übereinkommen von Paris und/oder Lissabon über die Anerkennung von Diplomen erworbene Diplome

Im Hinblick auf die Anerkennung der Gleichwertigkeit seines Abschlusszeugnisses des Sekundarunterrichts muss der Betreffende vollständige Unterlagen per Post an die Abteilung für Diplomanerkennung schicken, einschließlich:

  • eines Antrags auf Anerkennung eines Diploms mit Begründung;
  • eines Lebenslaufs, der u.a. die Schullaufbahn sowie Angaben zum Geburtsort und -datum umfasst;
  • einer Kopie eines gültigen Identitätsnachweises (Personalausweis, Reisepass, Aufenthaltstitel);
  • einer Kopie der Diplome/Zeugnisse;
  • eines Zahlungsnachweises über die Entrichtung der Gebühr.

Alle Kopien von Dokumenten aus Nicht-EU-Staaten müssen von einer diesbezüglich befugten Behörde beglaubigt werden (Gemeindeverwaltung, Botschaft oder Konsulat).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen. Der Stempel des Übersetzers muss sich zum Teil auf der Übersetzung und zum Teil auf dem Originaldokument befinden. Die Unterschrift des Übersetzers muss sich auf allen Dokumenten befinden.

Diplome/Zeugnisse aus Nicht-Unterzeichnerstaaten dieser Übereinkommen

Im Hinblick auf die Anerkennung der Gleichwertigkeit seines Abschlusszeugnisses des Sekundarunterrichts muss der Betreffende vollständige Unterlagen per Post an die Abteilung für Diplomanerkennung schicken, einschließlich:

  • eines Antrags auf Anerkennung eines Diploms mit Begründung;
  • eines Lebenslaufs, der u.a. die Schullaufbahn sowie Angaben zum Geburtsort und -datum umfasst;
  • einer Kopie eines gültigen Identitätsnachweises (Personalausweis, Reisepass, Aufenthaltstitel);
  • einer Kopie der Diplome/Zeugnisse;
  • einer Wohnsitzbescheinigung über einen Wohnsitz in einem EU-Mitgliedstaat;
  • wenn ein internationaler Schutzstatus vorliegt: eines Nachweises darüber, dass der Antragsteller in Luxemburg diesen Status innehat;
  • eines Zahlungsnachweises über die Entrichtung der Gebühr.

Der Bewerber muss seinem Antrag zudem Folgendes beifügen.

  • ein Diplom/Zeugnis als Nachweis für den erfolgreichen Abschluss eines mindestens 3-jährigen Hochschul- oder Universitätsstudiums in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder
  • einen Immatrikulationsnachweis einer Hochschule oder Universität in einem EU-Mitgliedstaat sowie eine Aufstellung der Fächer, in denen die Reifeprüfung abgelegt wurde (z. B. Notenaufstellung) oder
  • ein Diplom einer anerkannten Hochschule eines Drittstaates, welches den Abschluss eines mindestens 3-jährigen Hochschulstudiums bestätigt (Bac+3, 180 ECTS-Credits), und außerdem:
    • einen Nachweis über Luxemburgisch-, Französisch- oder Deutsch-Kenntnisse auf Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen oder
    • einen Nachweis, dass er im Laufe seiner Schulzeit 3 Jahre Unterricht in einer der vorgenannten Sprachen hatte, oder
    • einen Beleg, dass Luxemburgisch, Französisch oder Deutsch bei den Abschlussprüfungen des Sekundarunterrichts bestanden wurde.

Alle Kopien von Dokumenten aus Nicht-EU-Staaten müssen von einer diesbezüglich befugten Behörde beglaubigt werden (Gemeindeverwaltung, Botschaft oder Konsulat).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen. Der Stempel des Übersetzers muss sich zum Teil auf der Übersetzung und zum Teil auf dem Originaldokument befinden. Die Unterschrift des Übersetzers muss sich auf allen Dokumenten befinden.

Bewilligung der Anerkennung

Fehlen Nachweise, benachrichtigt die Abteilung für Diplomanerkennung den Antragsteller per Post, sodass er seine Unterlagen vervollständigen kann. Liegen die fehlenden Nachweise nach 3 Jahren nicht vor, muss der Antrag erneut gestellt werden.

Sobald die Unterlagen vollständig sind, bearbeitet die Abteilung für Diplomanerkennung den Antrag innerhalb von 2 bis 6 Wochen.

In dringenden Fällen kann der Antragsteller die Anerkennung des Bildungsstandes ohne Abschlusszeugnis beantragen (zügigere Bearbeitung des Antrags).

Beim Verwaltungsgericht von Luxemburg können Rechtsmittel gegen die Entscheidung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend eingelegt werden; hierzu muss ein Anwalt hinzugezogen werden.

Weitere Informationen sind bei der Abteilung für Diplomanerkennung erhältlich (E-Mail: reconnaissance@men.lu).

Formulare/Online-Dienste

Demande de reconnaissance de diplôme de type baccalauréat / diplôme de maturité

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