Personal von Bildungs- und Betreuungseinrichtungen

Das Personal einer Bildungs- und Betreuungseinrichtung muss mehrere Bedingungen bezüglich der beruflichen Qualifikationen erfüllen.

Leitendes Personal

Zum leitenden Personal gehören alle Mitarbeiter, deren Hauptaufgabe darin besteht:

  • die Organisation zu gewährleisten;
  • ein pädagogisches Konzept festzulegen;
  • das Personal zu betreuen und anzuleiten;
  • die Umsetzung der Leistungen zu beaufsichtigen;
  • die Beziehungen zwischen den Partnern des sozialen Umfelds des Kindes zu pflegen.

Mindestens ein Mitglied des leitenden Personals muss alle nachfolgenden Bedingungen erfüllen:

  • in den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik ein Diplom oder eine Ausbildung nachweisen, das/die den Inhaber zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt:
    • einen im Diplom- und Titelregister eingetragenen Hochschulabschluss oder;
    • eine anerkannte Berufsausbildung, die mindestens dem Abschluss des allgemeinen oder technischen Sekundarunterrichts entspricht, oder;
    • eine Zulassung zu einem Gesundheitsberuf in Luxemburg aus einem der obengenannten Bereiche;
  • eine mindestens 3-jährige Berufserfahrung in den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik nachweisen;
  • eine Arbeitszeit von mindestens 20 Stunden pro Woche haben.

Bei einer Aufnahmekapazität ab 40 Kindern muss mindestens ein Mitglied des leitenden Personals:

  • entweder über einen Bachelor aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik verfügen, der zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt;
  • oder im Besitz einer Zulassung zu einem Gesundheitsberuf in Luxemburg sein und über einen Bachelor aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik verfügen.

Verlässt ein Mitglied des leitenden Personals die Einrichtung, muss dieses binnen 6 Monaten ersetzt werden.

Die Abteilung Erziehung und Betreuung (Service de l’éducation et de l’accueil) des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend (Ministère de l’Education nationale, de l’Enfance et de la Jeunesse) muss schnellstmöglich über sämtliche Änderungen bezüglich des leitenden Personals informiert werden. Das neue Mitglied des Personals muss folgende Belege einreichen:

  • eine Kopie des gültigen Personalausweises;
  • die Originale aktueller Auszüge aus dem Strafregister;
  • eine Kopie des Diploms;
  • gegebenenfalls den Nachweis für die Anerkennung des Diploms und/oder die Eintragung in das Diplom- und Titelregister;
  • eine Kopie des Arbeitsvertrags, in dem die Funktion und der Haupteinsatzbereich erwähnt sind;
  • eine Kopie des Lebenslaufs.

Betreuer

Die Mitglieder des Betreuerteams müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Die Betreuer müssen folgende Aufgaben übernehmen:

  • die direkte pädagogische Betreuung der Kinder;
  • die Vorbereitung der Aktivitäten;
  • die Teilnahme an den Teambesprechungen;
  • die Teilnahme an den Besprechungen mit den Lehrkräften;
  • die Gespräche mit den Eltern der Kinder.

Jeder in Vollzeit angestellte Betreuer verfügt über 103 Stunden pro Jahr für Besprechungen und Vorbereitungen. Diese Stunden sind verhältnismäßig zur Arbeitszeit anzupassen:

  • 103 Stunden/Jahr für Mitarbeiter, die 40 Stunden/Woche arbeiten;
  • 77,25 Stunden/Jahr für Mitarbeiter, die 30 Stunden/Woche arbeiten;
  • 51,5 Stunden/Jahr für Mitarbeiter, die 20 Stunden/Woche arbeiten usw.

Die für die Betreuer in einer Bildungs- und Betreuungseinrichtung erforderlichen Qualifikationen hängen von der Art der Einrichtung ab: Einrichtungen für Kleinkinder oder Einrichtungen für Schulkinder.

Einrichtungen für Kleinkinder

Die Betreuer in Einrichtungen für Kleinkinder müssen bezüglich ihrer beruflichen Qualifikation folgende Mindestbedingungen erfüllen:

  • Für mindestens 60 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen:
    •  entweder ein von dem für den Sekundarunterricht zuständigen Minister anerkanntes Diplom, das mindestens dem Abschluss des allgemeinen oder technischen Sekundarunterrichts entspricht;
    • oder einen von dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister anerkannten Hochschulabschluss aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik, der zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt.
  • Für höchstens 30 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen: 
    • eine Zulassung zu einem Gesundheitsberuf in Luxemburg;
    • eine(n) von dem für den Sekundarunterricht bzw. dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister anerkannte(n) berufliche Qualifikation bzw. Hochschulabschluss in den Bereichen Motorik, Sprache, Kunst oder Musik;
    • ein von dem für die Berufsausbildung zuständigen Minister anerkanntes Berufsbefähigungszeugnis oder Diplom über die berufliche Reife aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik, das zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt.
  • Für höchstens 10 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen:
    • einen Ausbildungsnachweis als Familienhelfer;
    • eine von dem für die Kinder zuständigen Minister anerkannte Weiterbildung von mindestens 100 Stunden im Bereich der sozialpädagogischen Kinderbetreuung;
    • ein von dem für die Berufsausbildung zuständigen Minister anerkanntes Berufsbefähigungszeugnis oder Diplom über die berufliche Reife und eine von dem für die Kinder zuständigen Minister anerkannte Weiterbildung von mindestens 100 Stunden im Bereich der sozialpädagogischen Kinderbetreuung.

Einrichtungen für Schulkinder

Die Betreuer in Einrichtungen für Schulkinder müssen bezüglich ihrer beruflichen Qualifikation folgende Mindestbedingungen erfüllen:

  • Für mindestens 50 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen:
    • entweder ein von dem für den Sekundarunterricht zuständigen Minister anerkanntes Diplom, das mindestens dem Abschluss des allgemeinen oder technischen Sekundarunterrichts entspricht;
    • oder einen von dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister anerkannten Hochschulabschluss aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik, der zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt.
  • Für höchstens 40 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen:  
    • eine Zulassung zu einem Gesundheitsberuf in Luxemburg;
    • eine(n) von dem für den Sekundarunterricht bzw. dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister anerkannte(n) berufliche Qualifikation bzw. Hochschulabschluss in den Bereichen Motorik, Sprache, Kunst oder Musik;
    • ein von dem für die Berufsausbildung zuständigen Minister anerkanntes Berufsbefähigungszeugnis oder Diplom über die berufliche Reife aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik, das zur beruflichen Kinderbetreuung berechtigt.
  •  Für höchstens 10 % der gesamten Betreuungsstunden einer Einrichtung müssen die Betreuer Folgendes nachweisen:
    • einen Ausbildungsnachweis als Familienhelfer;
    • eine von dem für die Kinder zuständigen Minister anerkannte Weiterbildung von mindestens 100 Stunden im Bereich der sozialpädagogischen Kinderbetreuung;
    • ein von dem für die Berufsausbildung zuständigen Minister anerkanntes Berufsbefähigungszeugnis oder Diplom über die berufliche Reife und eine von dem für die Kinder zuständigen Minister anerkannte Weiterbildung von mindestens 100 Stunden im Bereich der sozialpädagogischen Kinderbetreuung.

Betreuer in Ausbildung

Als Betreuer in Ausbildung gelten Personen, die sich in einer Ausbildung befinden, die mit einer beruflichen Qualifikation abgeschlossen wird, die einem Abschluss des Sekundarunterrichts oder einem Hochschulabschluss in den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik entspricht.

Sie dürfen höchstens 20 % der gesamten Betreuungsstunden ausmachen. Dies entspricht:

  • 2/3 des Kontingents der 30 % des für die Betreuung von Kleinkindern zuständigen Personals;
  • der Hälfte des Kontingents der 40 % des für die Betreuung von Schulkindern zuständigen Personals.

Weiterbildung von mindestens 100 Stunden

Nicht-qualifizierte Mitarbeiter sowie Inhaber eines Diploms über die berufliche Reife oder eines Zeugnisses über fachliche und berufliche Befähigung (certificat d’aptitude technique et professionnelle) aus einem anderen Bereich als der Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag müssen eine Weiterbildung von mindestens 100 Stunden absolviert haben. Diese Weiterbildung ist auf die sozialpädagogische Kinderbetreuung ausgerichtet und wird von dem für die Kinder zuständigen Minister anerkannt.

Haben sie keine solche Weiterbildung absolviert, müssen sie dies binnen 3 Jahren ab ihrer Einstellung nachholen.

Ferienaktivitäten

Für Ferienaktivitäten können die Einrichtungen auf die Dienste von Schülern oder Studierenden zurückgreifen, vorausgesetzt:

Koch

Sobald in einer Einrichtung, in der ein Mittagessen angeboten wird (ob in Eigenregie oder über einen Unterauftragnehmer), mehr als 60 Mahlzeiten serviert werden, muss sie einen Nachweis dafür erbringen, dass der Koch Inhaber eines Gesellenbriefs (DAP oder gleichwertig) ist.

Unabhängig von der Anzahl an Mahlzeiten muss der Koch nachweisen, dass er eine Fortbildung im Bereich Kochen für Kinder absolviert hat. Hat er das nicht, muss er die Fortbildung innerhalb eines Jahres nachholen.

Anerkennung von Diplomen

Für die Anerkennung von ausländischen Zeugnissen und Diplomen ist die Abteilung für Diplomanerkennung des Ministeriums für Bildung, Kinder und Jugend (MEN) zuständig.

Die Zulassung für die Ausübung eines sozialpädagogischen Berufs wird von der Abteilung für Diplomanerkennung ausgestellt.

Einstufung von beruflichen Qualifikationen

Bei dem für die Kinder zuständigen Minister wird ein Ausschuss eingerichtet.

Dieser hat folgende Aufgaben:

  • dem Minister eine Liste der Diplome oder Abschlüsse aus den Bereichen Sozialpsychologie, Pädagogik oder Sozialpädagogik vorzuschlagen;
  • dem Minister eine Liste der Gesundheitsberufe vorzuschlagen, die für das leitende Personal infrage kommen;
  • dem Minister auf Ersuchen des Antragstellers seine Stellungnahme zu unterbreiten, um die Niveaustufe der beruflichen Qualifikation entsprechend den für die Betreuer und das leitende Personal vorgesehenen Qualifikationen zu bestimmen (sofern das Diplom nicht auf der obengenannten Liste steht).

Entsprechende Anträge sind an das Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend zu richten.

Es handelt sich um eine Einstufung der Qualifikation im Vergleich zu den von der großherzoglichen Verordnung über die Bildungs- und Betreuungseinrichtungen vorgesehenen Bestimmungen zur Qualifikation der Betreuer und des leitenden Personals und nicht um eine Diplomanerkennung.

Die Anerkennung und die Zulassung müssen vor dem Einstufungsantrag beantragt werden.

Personalakten

Während des Betriebs muss der Betreiber für jedes Mitglied des Personals über eine aktualisierte Personalakte verfügen, die Folgendes enthält:

  • den Arbeitsvertrag oder eine Kopie des Ernennungsbeschlusses;
  • Unterlagen zur Bescheinigung der beruflichen Qualifikation, Erfahrung und Fortbildungen;
  • ein ärztliches Attest;
  • einen aktuellen Auszug aus dem Strafregister (Führungszeugnis Nr. 3, Führungszeugnis Nr. 5 und/oder ausländischer Strafregisterauszug).

Ein aktueller Auszug aus dem Strafregister ist ein Auszug, der vor weniger als 2 Monaten ausgestellt wurde.

Im Hinblick auf den Ablauf der Aufbewahrungsfrist des Führungszeugnisses muss der Arbeitgeber in der Personalakte des betreffenden Mitarbeiters angeben, dass er dessen Ehrenhaftigkeit geprüft hat und gegen Vorlage der Führungszeugnisse feststellen konnte, dass dieser die Ehrenhaftigkeitsbedingungen erfüllt.

Jedes Mitglied des Personals einer Einrichtung, das einer Straftat gegen Minderjährige beschuldigt oder wegen einer solchen Straftat verurteilt wird, muss seinen Arbeitgeber unverzüglich davon in Kenntnis setzen.

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