Im Rahmen des garantierten Mindesteinkommens (RMG) ein Betriebspraktikum absolvieren

Das garantierte Mindesteinkommen (revenu minimum garanti - RMG) richtet sich an Personen und Haushalte, deren Einkommen unter einer gewissen gesetzlich festgelegten Grenze liegt.

Zu den vom RMG-Gesetz vorgesehenen Leistungen zählt u.a. die Eingliederungsentschädigung.

Um diese Entschädigung beziehen zu können, muss der Antragsteller an einer beruflichen Eingliederungsaktivität teilnehmen.

Zu diesen beruflichen Eingliederungsmaßnahmen gehören u.a. Betriebspraktika.

Zielgruppe

Folgende Personen kommen für ein solches Praktikum in Frage:

  • Personen, die die Voraussetzungen erfüllen, um eine vom Gesetz über das garantierte Mindesteinkommen (RMG) vorgesehene Leistung zu beziehen, und
  • die mit dem Nationalen Sozialamt (Service national d’action sociale - SNAS) einen Eingliederungsvertrag geschlossen haben, in dem die Teilnahme an einem solchen Praktikum vorgesehen ist, und
  • die nicht durch das SNAS von der Teilnahme an einer beruflichen Eingliederungsaktivität freigestellt wurden.

Voraussetzungen

Um ein Betriebspraktikum im Rahmen des garantierten Mindesteinkommens absolvieren zu können, muss der Antragsteller beim Nationalen Sozialamt (SNAS) einen Antrag auf Eingliederungsentschädigung gestellt haben.

Vorgehensweise und Details

Praktikumsangebot

Nach seinem Antrag auf Bewilligung einer Eingliederungsentschädigung unterzeichnet der Antragsteller einen Eingliederungsvertrag, in dem seine Teilnahme an einer beruflichen Wiedereingliederungsaktivität des Typs „Betriebspraktikum“ vorgesehen ist.

Das Betriebspraktikum wird dem Unterzeichner des Eingliederungsvertrags unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten und Kompetenzen, entsprechend den von den Unternehmen, die mit dem SNAS zur Verbesserung seines Berufsbildungsangebots zusammenarbeiten, angebotenen Möglichkeiten und im Hinblick auf die Erhöhung seiner Chancen, entweder in dem Unternehmen, in dem er das Praktikum absolviert, oder in einem anderen Unternehmen eine Beschäftigung zu finden, vom Nationalen Sozialamt (SNAS) angeboten.

Merkmale des Praktikums

Arbeitszeit

Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt 40 Stunden, außer wenn gesetzliche Bestimmungen oder der im jeweiligen Unternehmen geltende Tarifvertrag eine geringere Arbeitszeit vorsehen.

Bei Personen, die vom Nationalen Sozialamt von der Teilnahme an einer beruflichen Eingliederungsaktivität teilweise freigestellt sind, kann die wöchentliche Arbeitszeit verringert werden.

Fehlzeiten während des Praktikums gelten als Arbeitszeit, wenn:

  • der Praktikant aufgrund eines von der Agentur für Arbeit (Agence pour le développement de l’emploi - ADEM) vorgeschlagenen Stellenangebots abwesend ist und das Praktikumsunternehmen im Vorfeld über seine Abwesenheit informiert hat; oder
  • der Praktikant zur Vermittlungsstelle der ADEM muss und das Praktikumsunternehmen im Vorfeld über seine Abwesenheit informiert hat; oder
  • sie durch eine Krankheit oder einen Unfall bedingt sind; in diesem Fall muss der Praktikant dem Praktikumsunternehmen am 1. Tag der Abwesenheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen.

Dauer des Praktikums

Das Praktikum kann bis zu 12 Monate dauern.

Der zuständige Sozialarbeiter, der Praktikant und das Praktikumsunternehmen können eine einmalige Verlängerung der Praktikumsvereinbarung um bis zu 12 Monate vereinbaren. Die maximale Gesamtpraktikumsdauer im selben Unternehmen beträgt somit 24 Monate.

Eine Verlängerung des Praktikums im selben Unternehmen ist nur unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • es bestehen realistische Aussichten, dass der Praktikant einen befristeten oder unbefristeten Arbeitsvertrag erhält; oder
  • das Unternehmen verpflichtet sich, den Praktikanten bevorzugt einzustellen, wenn neue Mitarbeiter gesucht werden.

Das Praktikumsunternehmen evaluiert gemeinsam mit dem Nationalen Sozialamt die potenziellen Aussichten des Praktikanten auf eine Einstellung.

Arbeitsrecht

Der Praktikant unterliegt der Arbeitsordnung des Unternehmens.

Zudem gelten für ihn die gesetzlichen Bestimmungen bezüglich:

  • der Arbeitszeit;
  • der Urlaubs- und Feiertage;
  • der wöchentlichen Ruhezeit;
  • der Nachtarbeit;
  • der Sicherheit am Arbeitsplatz;
  • der Beschäftigung von Frauen, Kindern und jungen Arbeitnehmern.

Entschädigung des Praktikanten

Der Praktikant ist kein Angestellter des Unternehmens. Er erhält eine Eingliederungsentschädigung in Höhe des sozialen Mindestlohns. Diese wird vom Nationalen Solidaritätsfonds (Fonds national de solidarité - FNS) gezahlt, der auch den Arbeitgeberanteil der Sozialabgaben übernimmt.

Die Eingliederungsentschädigung kann um 20 % erhöht werden, wenn der Praktikant zum Zeitpunkt des Praktikumsantritts eine berufliche Qualifikation vorweisen kann.

Pflichten des Praktikanten

Die Einzelheiten des Praktikums werden in einer Vereinbarung zur Organisation einer beruflichen Eingliederungsaktivität festgehalten. Diese ist vom Praktikanten, vom Praktikumsunternehmen und vom Nationalen Sozialamt zu unterzeichnen und wird an den Eingliederungsvertrag angehängt.

Der Praktikant muss sich einer Einstellungsuntersuchung beim multisektoriellen arbeitsmedizinischen Dienst (Service de santé au travail multisectoriel - STM) unterziehen.

Der Praktikant darf das Praktikum nicht durch sein Verhalten beeinträchtigen. Er muss seine Arbeit nach bestem Gewissen unter Einhaltung der Arbeitsordnung des Unternehmens und der Sicherheitsmaßnahmen am Praktikumsort erledigen.

Ende des Praktikums

Das Praktikum endet automatisch nach Ablauf des Zeitraums, der in der von den 3 Parteien unterzeichneten Vereinbarung festgehalten wurde.

Es endet ebenfalls, wenn der Praktikant im Praktikumsunternehmen oder in einem anderen Unternehmen eingestellt wird (befristeter oder unbefristeter Vertrag). In diesem Fall endet das Praktikum ohne Kündigungsfrist am Tag vor dem Anfangsdatum des Arbeitsvertrags.

Ferner endet das Betriebspraktikum, wenn dem Praktikanten der Anspruch auf die Eingliederungsentschädigung infolge eines Verstoßes gegen seinen Eingliederungsvertrag aberkannt wird oder wenn der Praktikant die gesetzlichen Bedingungen für den Bezug einer Leistung im Rahmen des garantierten Mindesteinkommens nicht mehr erfüllt. Das Nationale Sozialamt informiert das Unternehmen dann über das Ende des Praktikums.

Eine vorzeitige Kündigung des Praktikums durch eine der Parteien ist nur nach einem Gespräch zwischen dem Praktikumsunternehmen und dem Praktikanten möglich, bei dem auch ein Vertreter des Nationalen Sozialamts anwesend ist.

Zuständige Kontaktstellen

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