Jugendliche für die Mittel- und Oberstufe des technischen Sekundarunterrichts an einer öffentlichen Schule anmelden

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Ziel der Mittel- und Oberstufe des technischen Sekundarunterrichts ist das Erlernen eines Berufes sowie die Vorbereitung auf ein Hochschulstudium. Der Unterricht enthält in einigen Fällen einen praktischen Teil in einem Betrieb in Form eines Ausbildungsvertrags und den Besuch von Unterrichtseinheiten in einem technischen Gymnasium.

Am Ende der 9. Klasse wird der Schüler entsprechend seinen schulischen Leistungen in der Unterstufe des technischen Sekundarunterrichts (enseignement secondaire technique - EST) in Richtung einer technischen oder beruflichen Ausbildung in verschiedenen Bereichen orientiert: Landwirtschaft, Handwerk, kaufmännisches Gewerbe, Hotelgewerbe und Tourismus, Industrie, Haushalt, Gesundheitswesen und Sozialberufe.

Bis zum Alter von 16 Jahren besteht Schulpflicht. Schüler, die das 15. Lebensjahr erreicht haben und eine Ausbildung antreten können, kommen der Schulpflicht nach, indem sie den begleitenden Berufsschulunterricht besuchen (praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb in Kombination mit einer theoretischen Ausbildung im Gymnasium).

Die Mittel- und Oberstufe des EST umfasst 3 verschiedene Ausbildungszweige und erstreckt sich je nach Orientierung auf eine bestimmte Anzahl an Jahren, (zwischen 2 und 5 Jahren):

  • den beruflich-technischen Ausbildungszweig (10.–13. Klasse, 14. Klasse für die Berufe der gesundheits- und sozialberuflichen Fachrichtung), der mit einem Abschlusszeugnis des technischen Sekundarunterrichts (Technisches Abitur) (diplôme de fin d'études secondaires techniques) abgeschlossen wird;
  • die Technikerausbildung (10.–13. Klasse), die mit dem Techniker-Diplom (technische Fachhochschulreife) (diplôme de technicien) abgeschlossen wird;
  • den berufsbildenden (dualen) Ausbildungszweig, der mit dem Diplom über die berufliche Reife (Gesellenbrief) (diplôme d'aptitude professionnelle - DAP) oder dem Berufsbefähigungszeugnis (certificat de capacité professionnelle - CCP) abgeschlossen wird.

Zielgruppe

  • Beruflich-technischer Ausbildungszweig des EST: für die Schüler, die nach der 9. Klasse des theoretischen Unterrichts (9e théorique) eine erweiterte technische, theoretische und praktische Ausbildung erwerben möchten.
  • Technikerausbildung des EST: für die Schüler, die nach der 9. Klasse des theoretischen Unterrichts (9e théorique) oder des Orientierungsunterrichts (9e polyvalente) eine sowohl theoretische als auch praktische Berufsausbildung erwerben möchten.
  • Berufsbildender (dualer) Ausbildungszweig des EST: für die Schüler, die nach einer 9. Klasse (in den meisten Fällen einer 9. Klasse des praxisbezogenen Unterrichts - 9e pratique) im Laufe einer 2- bis 3-jährigen Ausbildung einen direkten Zugang zu einer beruflichen Qualifikation suchen.

Voraussetzungen

  • Um den Unterricht im beruflich-technischen Ausbildungszweig fortzusetzen, müssen die Schüler gemäß dem Versetzungsbeschluss des Orientierungsrats eine 9. Klasse des theoretischen Unterrichts bestanden haben. Zudem müssen sie je nach gewählter Fachrichtung bestimmte fachrichtungsbezogene Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, insbesondere in Bezug auf den Notendurchschnitt der erzielten Jahresnoten.
  • Um den Unterricht in der Technikerausbildung fortzusetzen, müssen die Schüler gemäß dem Versetzungsbeschluss des Orientierungsrats eine 9. Klasse des theoretischen oder des Orientierungsunterrichts bestanden haben. Zu einer 12. Klasse der Technikerausbildung können ebenfalls Inhaber einer CATP oder eines DAP aus der gleichen Handwerkssparte zugelassen werden. Zudem müssen sie je nach gewählter Fachrichtung bestimmte fachrichtungsbezogene Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, insbesondere in Bezug auf den Notendurchschnitt der erzielten Jahresnoten.
  • Um eine Ausbildung im Hinblick auf den Erwerb eines Diploms über die berufliche Reife (Gesellenbrief) (diplôme d'aptitude professionnelle - DAP) (berufsbildender Ausbildungszweig - berufliche Erstausbildung) zu absolvieren, müssen die Schüler eine 9. Klasse (des theoretische, Orientierungs- oder praxisbezogenen Unterrichts) bestanden haben, während eine Zulassung zur Ausbildung im Hinblick auf das Berufsbefähigungszeugnis (certificat de capacité professionnelle - CCP) (berufsbildender Ausbildungszweig - berufliche Grundausbildung) lediglich eine beendete Schulpflicht voraussetzt.

Vorgehensweise und Details

Anmeldemodalitäten für die 10. Klasse

Am Ende der 9. Klasse des theoretischen, Orientierungs- oder praxisbezogenen Unterrichts entscheidet der Schüler auf der Grundlage des Orientierungsbescheids, in welchem Ausbildungszweig er seine Ausbildung fortsetzen möchte. Die Anmeldung erfolgt nicht automatisch: der Schüler muss sich selbst für die 10. Klasse (Beginn der Mittelstufe) anmelden, zum Beispiel anlässlich der speziellen Anmeldetage, die Mitte Juli stattfinden.

Die Bewerbung des Schülers muss folgende Unterlagen enthalten:

  • einen im jeweiligen Schulsekretariat erhältlichen Anmeldebogen;
  • die Zeugnisse der 9. Klasse;
  • den Orientierungsbescheid;
  • eine Abschrift der Geburtsurkunde (erhältlich im jeweiligen Gemeindesekretariat).
Selbst wenn der Schüler an der gleichen Schule bleibt, muss er sich anmelden, damit ihm ein Platz gesichert wird.

Um genau zu wissen, in welchen Gymnasien die gewählte Ausbildung absolviert werden kann, ist es empfehlenswert:

  • sich beim entsprechenden Gymnasium über die angebotenen Fachrichtungen und
  • bei dem Dienst für schulpsychologische Beratung und Schulorientierung (Service psycho-social et d'accompagnement scolaires - SePAS) zu erkundigen.

Wenn der Schüler die Entscheidung getroffen hat, eine Berufsausbildung unter Ausbildungsvertrag zu absolvieren, muss er sich an die Berufsberatungsstelle (Service de l'orientation professionnelle) der Arbeitsagentur (Administration de l'emploi - ADEM) wenden. Er muss einen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb oder einem Handwerksmeister abschließen und sich ebenfalls für den Berufsschulunterricht an einem technischen Gymnasium anmelden.

Besonderheiten der 3 Ausbildungszweige des EST

Beruflich-technischer Ausbildungszweig


Der beruflich-technische Ausbildungszweig wird mit dem Abschlusszeugnis des technischen Sekundarunterrichts (Technisches Abitur) (Diplôme de fin d'études secondaires) abgeschlossen.

Er umfasst 3 Fachrichtungen:

  • verwaltungstechnische und kaufmännische Fachrichtung;
  • allgemeine technische Fachrichtung;
  • gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung.

Er zählt 4 oder 5 Ausbildungsjahre (10. und 11. Klasse der Mittelstufe und 12. und 13. Klasse der Oberstufe bzw. 14. Klasse der Oberstufe für die gesundheits- und sozialberufliche Fachrichtung). Er berechtigt zum Hochschul- oder Universitätsstudium.

Technikerausbildung

Der beruflich-technischer Ausbildungszweig wird mit dem Techniker-Diplom (Technisches Abitur) (diplôme de technicien) abgeschlossen.

Er umfasst 3 Fachrichtungen:

  • verwaltungstechnische und kaufmännische Fachrichtung;
  • Landwirtschaft;
  • Kunst;
  • Chemie;
  • Elektrotechnik;
  • Hoch- und Tiefbau (génie civil);
  • Hotelwesen und Tourismus;
  • Informatik;
  • Mechanik;
  • Gesundheitswesen und Sozialberufe;
  • Gebäudetechnik.

Sie erstreckt sich über die 10. und 11. Klasse der Mittelstufe und die 12. und 13. Klasse der Oberstufe. Dieser Ausbildungszweig bereitet in erster Linie auf das Berufsleben vor. In der gewählten Fachrichtung ist jedoch auch ein Fachhochschulstudium möglich.

Berufsbildender (dualer) Ausbildungszweig

Diplome des berufsbildenden Ausbildungszweiges

Im berufsbildenden Ausbildungszweig können die 12. Klasse oder die 3 Ausbildungsjahre mit folgenden Zeugnissen abgeschlossen werden:

  • das Diplom über die berufliche Reife (Gesellenbrief) (Diplôme d'aptitude professionelle - DAP) wird nach der beruflichen Erstausbildung (Formation professionelle initiale) ausgestellt. Inhaber dieses Diploms können ihre Ausbildung im Hinblick auf den Erhalt eines Meisterbriefes fortsetzen und sich anschließend als Handwerksmeister niederlassen;
  • das Berufsbefähigungszeugnis (Certificat de capacité professionnelle - CCP) wird nach der beruflichen Grundausbildung (Formation professionnelle de base) ausgestellt, welche vor allem in theoretischer Hinsicht ein vereinfachtes Programm im Vergleich zur DAP-Ausbildung anbietet. Es ermöglicht entweder den Einstieg in den Arbeitsmarkt oder den Übergang zur beruflichen Erstausbildung.

Der Unterricht im berufsbildenden Ausbildungszweig wird in Form von Modulen erteilt.

Anmeldemodalitäten für die Lehre bei einem Arbeitgeber

Zu Beginn des dem Antritt der Lehre vorangehenden Schuljahres muss der Schüler sich an die Berufsberatungsstelle (Service de l'orientation professionnelle) der Arbeitsagentur (Agence pour le développement de l'emploi - ADEM) wenden.

Bei dieser Beratungsstelle der ADEM und insbesondere im Berufsinformationszentrum (BIZ) erhalten die Schüler die notwendigen Informationen: verfügbare Plätze, Ausbildungsvoraussetzungen, Arbeitsmarktlage usw. Sollte ein Schüler sich noch nicht für einen Beruf entschieden haben, kann er sich ebenfalls für ein Gespräch an einen Orientierungsberater der ADEM wenden.

In der Regel erhält er bei der Berufsberatungsstelle eine Liste der Unternehmen oder Handwerksmeister, die auf der Suche nach Auszubildenden sind. Der Schüler vereinbart anschließend selbst einen Termin in einem dieser Ausbildungsbetriebe. Im Falle einer Einigung kehrt er zur ADEM zurück und erhält dort die nötigen Unterlagen für einen Ausbildungsvertrag mit seinem zukünftigen Ausbilder. Der Schüler muss sich ebenfalls für den begleitenden Berufsschulunterricht in einem technischen Gymnasium anmelden.

Die Ausbildungsverträge müssen vor dem 1. April bzw. vor dem 1. Oktober (Fristen, um die Ausbildung zu beginnen) abgeschlossen werden.

Wichtige Etappen bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz

Beginn des Schuljahres vor Antritt der Ausbildung

Beratung durch die Berufsberatungsstelle der ADEM

Ende des Schuljahres (Mitte Juli)

Vorlage der erforderlichen Unterlagen bei der Berufsberatungsstelle, um eine Meldeaufforderung (Carte d'assignation) für den Ausbildungsbetrieb sowie eine Bescheinigung für das technische Gymnasium zu bekommen

Mitte September

Beginn des alternierenden Unterrichts

1. Oktober

Letzter Termin, um die Ausbildung zu beginnen

Zuständige Kontaktstellen

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