Ein Kind mit besonderem Förderbedarf zum integrativen Grundschulunterricht anmelden

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Ab dem 4. Lebensjahr ist der Besuch des Grundschulunterrichts für alle Kinder Pflicht. Der Grundschulunterricht zählt 9 Schuljahre, aufgeteilt in 4 Lernzyklen. Er beginnt im 1. Zyklus mit der ehemaligen Früherziehung/Vorschule und wird in den anschließenden 2., 3. und 4. Zyklen, die den ehemaligen Primärunterricht bilden, weitergeführt. Jeder Lernzyklus dauert 2 Jahre.

Wenn ein Kind mit Förderbedarf das Grundschulalter erreicht hat, werden ihm Fördermaßnahmen angeboten, die von der Anpassung des Unterrichts und der Nachhilfe durch die Lehrkräfte der Klasse bis hin zum Besuch einer Klasse des Förderschulsystems reichen, der integrierender Bestandteil des Grundschulunterrichts ist.

Zielgruppe

Alle Kinder, die zum 31. August des laufenden Jahres das 4. bzw. das 6. Lebensjahr vollendet haben und demnach im Grundschulalter sind, sind in der Regel schulpflichtig.

Voraussetzungen

Um zum öffentlichen Regelunterricht zugelassen zu werden, müssen die Kinder:

  • zuvor zusammen mit ihren Eltern/dem Sorgeberechtigten im Melderegister der Wohnsitzgemeinde eingetragen gewesen sein;
  • zum 31. August des laufenden Jahres das 4. Lebensjahr vollendet haben, um eine Grundschulklasse (Vorschule) besuchen zu können;
  • zum 31. August des laufenden Jahres das 6. Lebensjahr vollendet haben, um eine Grundschulklasse besuchen zu können.

Vorgehensweise und Details

Auswahl der Eltern und Betreuung

Die Eltern können:

  • das Kind entweder in eine spezialisierte Einrichtung des Förderschulsystems (Education différenciée) anmelden;
  • oder sich für eine teilweise oder vollständige Integration in den Regelunterricht entscheiden;
  • gegebenenfalls können sie sich für eine Aufnahme in eine zugelassene Einrichtung im Ausland entscheiden.

Bei ihrer Entscheidung werden sie von der Kommission für schulische Inklusion (Commission d'inclusion scolaire - CIS) betreut und begleitet. Diese Kommission bietet eine auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnittene schulische Orientierung an. Diese Kommission setzt sich unter anderem aus dem Bezirksinspektor, einem Lehrer und 3 Mitgliedern des multiprofessionellen Teams (in dem Psychologen, Psychomotoriker oder Erzieher vertreten sind) zusammen, und hat zur Aufgabe, entweder auf Antrag der Eltern oder auf Antrag der Lehrkraft mit Einwilligung der Eltern die betroffenen Schüler zu betreuen.

Förderunterricht und Differenzierung

Ein Grundsatz der Grundschule ist die Absprache zwischen dem Klassenlehrer und seinen Kollegen aus dem gleichen Zyklus, um den Unterricht an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen. Man spricht hierbei von „Differenzierung“. Demnach kann ein Schüler, der Schwierigkeiten hat, in den Genuss einer zusätzlichen Unterstützung namens Förderunterricht gelangen: er kann sich einzeln oder mit einer Gruppe von Schülern mit ähnlichen Schwierigkeiten während oder nach dem Unterricht vom Lehrer helfen lassen.

Bei Lernschwierigkeiten kann ein Zyklus um ein Jahr verlängert werden. Wenn ein Schüler den jeweiligen Kompetenzsockel nicht innerhalb von 2 Jahren erreichen kann, wird ein sich über 3 Jahre erstreckender angepasster Lehrplan vom pädagogischen Team ausgearbeitet. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Wiederholung der Klasse als solche, sondern der Schüler erhält einen an seine Lernbedürfnisse angepassten Unterricht.

Bei speziellen Bedürfnissen, wie z. B. bei Dyslexie, Hyperaktivität oder einer körperlichen Behinderung, greift das pädagogische Team auf die Fachleute des multiprofessionellen Teams (ein Team bestehend aus Grundschullehrkräften sowie Personal aus dem Förderschulsystem und dem logopädischen Zentrum) zurück.

Den Entschluss für diese Unterstützung fasst die Kommission für schulische Inklusion, die sich aus einem Bezirksinspektor, Fachleuten des multiprofessionellen Teams und gegebenenfalls einem Arzt und einem Sozialarbeiter zusammensetzt.

Eingehende Diagnose bei Kindern mir Förderbedarf

Falls ein Problem aufgedeckt wird, hat die Kommission für schulische Inklusion den Auftrag, entweder auf Antrag der Eltern oder auf Antrag des Inspektors (sofern die Eltern ihre vorherige Zustimmung erteilt haben), die Betreuung des betroffenen Schülers zu definieren.

Hierzu lässt sie von folgenden Personen eine eingehende Diagnose erstellen:

  • dem Klassenlehrer in Absprache mit dem pädagogischen Team;
  • den Mitgliedern des entsprechenden multiprofessionellen Teams;
  • gegebenenfalls den Mitgliedern der (ministeriell anerkannten) Einrichtungen, welche die Betreuung des Kindes gewährleisten oder gewährleistet haben.

Diese Diagnose beinhaltet namentlich:

  • eine Diagnose der Bedürfnisse des Schülers im kognitiven, körperlichen, physischen, pädagogischen und sozialen Bereich;
  • die für ihn in Frage kommenden Unterstützungsmaßnahmen;
  • einen individuell zugeschnitten Betreuungsplan.

Sonstige von Fachleuten erstellte Bilanzen oder Berichte, die insbesondere Aufschluss über die mögliche spezifische Behinderung geben, können herangezogen werden.

Der individuell zugeschnittene Betreuungsplan

Der individuell zugeschnittene Betreuungsplan wird nach Absprache mit den Eltern vom multiprofessionellen Team in Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer und/oder dem pädagogischen Team erstellt.

Der Plan kann Folgendes vorsehen:

  • die Anpassung des vom Klassenlehrer in Zusammenarbeit mit dem pädagogischen Team (das für die Klassen eines Zyklus zuständige Lehr- und Erzieherpersonal) erteilten Klassenunterrichts;
  • den Beistand in der Klasse durch ein oder mehrere Mitglieder des multiprofessionellen Teams, das für die Dauer des Einsatzes dem pädagogischen Team angeschlossen ist;
  • den zeitweiligen Besuch einer anderen Klasse als der Regelklasse zwecks Aneignung bestimmter Lernstoffe;
  • Unterricht in einer Klasse des Förderschulsystems;
  • Unterricht in einer Förderschule in Luxemburg oder im Ausland.

Der Plan kann ebenfalls zusätzliche Unterstützungsmaßnahmen für die schulische Betreuung des Kindes angeben. Gegebenenfalls sieht er die erforderlichen Anpassungen und Ausstattungen in Bezug auf die zu erreichenden Kompetenzen und die anzuwendenden Bewertungsmodalitäten vor.

Der Plan wird den Eltern zwecks Zustimmung vorgelegt. Die CIS bewertet den Plan auf jährlicher Basis und nimmt die für erforderlich erachteten Anpassungen vor, um den schulischen Fortschritt des Schülers zu gewährleisten. Was die letzten beiden Punkte angeht, wird die Akte der Nationalen schulmedizinischen Kommission (Commission médico-psycho-pédagogique nationale - CMPPN) zwecks Billigung vorgelegt.

Ansprechpartner der Eltern

Die CIS ernennt aus ihrer Mitte für jeden ihr gemeldeten Schüler eine Bezugsperson, die zusammen mit dem Bezirksinspektor die Zusammenarbeit zwischen dem Schulpersonal, dem außerschulischen Betreuungspersonal, den betreffenden Mitgliedern des multiprofessionellen Teams und den betreffenden Mitgliedern des schulmedizinischen Teams überwacht.

Diese Person ist der Ansprechpartner für den Schüler und seine Eltern. Die Eltern und der betreffende Klassenlehrer werden über die empfohlene Vorgehensweise informiert und in die im Interesse des Schülers vorgeschlagenen Maßnahmen einbezogen.

Widerspruch bei Uneinigkeit

Sollten die Eltern dem gegebenenfalls von der Nationalen schulmedizinischen Kommission gebilligten Betreuungsvorschlag der CIS nicht zustimmen, können sie sich an den Minister wenden, der die Akte einer Gruppe von durch ihn ernannten Experten vorlegt.

Die Expertengruppe kann den Betreuungsvorschlag der CIS entweder bestätigen oder einen alternativen Vorschlag unterbreiten.

Zuständige Kontaktstellen

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