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Seine Rechtsnachfolge regeln

Wer kann seine Rechtsnachfolge regeln?

Jedem steht es frei, seinen Nachlass nach seinen eigenen Vorstellungen zu regeln. Es geht darum, im Vorfeld die Begünstigten der zum Zeitpunkt des Todes vorhandenen Vermögenswerte zu bestimmen.

Wer kann ein Testament aufsetzen und wie?

Jede Person, die in der Lage ist, ihren Willen rechtsgültig und frei auszudrücken, kann ein Testament aufsetzen. Diese Person (der Erblasser) kann verfügen, was nach ihrem Tod mit ihrem Vermögen oder einem Teil ihres Vermögens geschehen soll.

Es gibt 3 Arten von Testamenten, die dieselbe Rechtswirkung haben. Diese sind:

  • das eigenhändige Testament: vom Erblasser vollständig von Hand niedergeschrieben, datiert und unterschrieben;
  • das öffentliche Testament, das:
    • vom Erblasser diktiert wird;
    • entweder von 2 Notaren oder von 1 Notar in Gegenwart von 2 Zeugen aufgesetzt wird;
  • das mystische Testament (oder geheime Testament): Dabei handelt es sich um eine vom Erblasser oder von einer anderen Person verfassten Urkunde, die vom Erblasser in einem verschlossenen und versiegelten Umschlag in Gegenwart von 2 Zeugen einem Notar übergeben wird. Der Notar erstellt eine öffentliche Urkunde über die Annahme des Testaments. Diese Urkunde wird vom Erblasser, vom Notar und von den 2 Zeugen unterzeichnet.

Der Erblasser kann sein Testament jederzeit ändern oder widerrufen.

Was passiert, wenn kein Testament vorhanden ist?

Stirbt eine Person, ohne ein Testament zu hinterlassen, findet die gesetzliche Erbfolge Anwendung. Demnach sind die ersten Erben im Allgemeinen die Nachkommen (Kinder, Enkelkinder) und der überlebende Ehepartner, dann folgen der Vater, die Mutter sowie die Geschwister des Verstorbenen und deren Nachkommen usw.

Haben die Ehepartner jedoch per Ehevertrag die allgemeine Gütergemeinschaft mit Zuerkennung des gemeinsamen Vermögens an den Überlebenden (Überlebensklausel) vereinbart, wird das gesamte Vermögen des Verstorbenen dem überlebenden Ehepartner zugeschrieben. Der Nachlass beider Ehepartner wird demnach erst nach dem Tod des überlebenden Ehepartners eröffnet.

Wieso sollte man eine Schenkung vornehmen?

Mit einer Schenkung kann schon vor dem Tod die Rechtsnachfolge geregelt und das Vermögen verteilt werden.

Wenn Sie Kinder haben, können Sie jedoch nicht die Gesamtheit Ihrer Güter schenken. In der Tat darf die Schenkung nicht mehr als die Hälfte der Vermögenswerte betragen, wenn Sie bei Ihrem Tod ein Kind hinterlassen, nicht mehr als ein Drittel bei 2 Kindern und nicht mehr als ein Viertel bei 3 oder mehr Kindern.

Schenkungen müssen grundsätzlich vor einem Notar erfolgen. Sie unterliegen der Schenkungssteuer, die auf der Grundlage des Marktwertes der geschenkten Güter am Tag der Schenkung berechnet wird. Diese Eintragungsgebühren schwanken auch je nach dem Verwandtschaftsgrad zwischen dem Schenker und dem Beschenkten.

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