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Vorübergehende Maßnahmen betreffend die Sozialversicherungsbeiträge für Selbstständige

Coronavirus / Covid-19

Angesichts der Auswirkungen von COVID-19 auf die Unternehmen und Selbstständigen in Luxemburg haben die Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre commun de la sécurité sociale - CCSS) und der Minister für soziale Sicherheit eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Unternehmen und Selbstständigen bei der Verwaltung der Zahlung ihrer Sozialversicherungsbeiträge zu unterstützen, indem ihnen mehr Flexibilität eingeräumt wird.

Ab dem 1. April 2020 und bis auf Weiteres gelten seitens der CCSS die folgenden vorübergehenden Maßnahmen:

  • Aussetzung der Einleitung von Verfahren zur Zwangsbeitreibung der Beiträge;
  • Aussetzung der Vollstreckung von Zahlungsbefehlen durch den Gerichtsvollzieher;
  • Aussetzung der Bußgelder gegen Arbeitgeber, die in Bezug auf die bei der CCSS vorzunehmenden Meldungen in Verzug sind.

Dank dieser Maßnahmen können Selbstständige, die sich infolge von COVID-19 in einer prekären finanziellen Lage befinden, die Zahlung ihrer Sozialversicherungsbeiträge besser verwalten. Sie gelten:

  • für die kommenden Beitragsabrechnungen;
  • für die derzeit ausstehenden Sozialversicherungsbeiträge, ungeachtet etwaiger Vermerke (Zinsen, Bußgelder usw.) auf dem Auszug der CCSS vom 14. März 2020.
Die Sozialversicherungsbeiträge werden weiterhin geschuldet. Dank dieser Maßnahmen können sich die Selbstständigen aber bezüglich ihres Cashflows besser organisieren.

Antrag auf Senkung oder Freistellung von Sozialversicherungsbeiträgen

Selbstständige, die sich mit einer Verringerung ihres beruflichen Einkommens für das Jahr 2020 konfrontiert sehen, insbesondere wegen der Covid-19-Krise, können jederzeit ihre Beitragsbemessungsgrundlage senken, welche der CCSS als Grundlage für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge dient.

Anmerkung: Die Min­dest­beitragsbemessungsgrenze bleibt der soziale Mindestlohn (aktuell bei 2.141,99 Euro/Monat).

Allerdings können Selbstständige, deren Einkommen geringer als der soziale Mindestlohn ist, einen Antrag stellen:

  • auf Senkung der Rentenversicherungsbeiträge oder;
  • auf eine Freistellung von allen Sozialversicherungsbeiträgen, sollte das geschätzte Einkommen unter einem Drittel des sozialen Mindestlohns liegen (714 Euro/Monat).
Anmerkung: Eine Freistellung der Sozialversicherungsbeiträge führt dazu, dass keinerlei Sozialversicherungsschutz besteht, außer als Familienmitglied eines anderen Hauptversicherten, der krankenversichert ist.

Die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge oder die Freistellung davon wird ausschließlich auf ordnungsgemäß unterzeichneten Antrag genehmigt, welcher an die CCSS zu richten ist.

Eine FAQ für Selbstständige zu diesem Thema finden Sie auf der Website der Zentralstelle der Sozialversicherungen.

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