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Was tun, um Rechnungen in der Europäischen Union einzutreiben?

Sie sind Gewerbetreibender und möchten unbezahlte Rechnungen eintreiben? Wenn Ihr Schuldner in der Europäischen Union (EU) ansässig ist – außer in Dänemark, stehen Ihnen verschiedene Mittel zur Verfügung, um Ihre Forderungen einzutreiben, je nachdem, ob die Forderung mehr oder weniger als 5.000 Euro beträgt.

Wer kann Rechnungen eintreiben?

Jeder luxemburgische oder ausländische Gläubiger (natürliche oder juristische Person), der eine Forderung an eine Person oder Gesellschaft mit Sitz im Ausland oder in Luxemburg hat.

Was kann ich tun, bevor ich rechtliche Schritte einleite?

Falls Ihr Schuldner die von Ihnen ausgestellte Rechnung auch nach zahlreichen Mahnungen und Erinnerungen nicht beglichen hat, können Sie ihm entweder per Einschreiben mit Rückschein oder über einen Gerichtsvollzieher eine Zahlungsaufforderung zukommen lassen.

Falls die Inverzugsetzung ohne Wirkung bleibt, können Sie rechtliche Schritte einleiten.

Was tun, um Rechnungen von weniger als 4.000 oder 5.000 Euro einzutreiben?

Wenn Ihre Forderung weniger als 5.000 Euro beträgt, können Sie einen Antrag auf Einleitung eines Verfahrens für geringfügige Forderungen an das Friedensgericht (das zuständige Gericht in Luxemburg) richten.

Wenn Ihr Antrag vollständig ist, schickt das Gericht Ihrem Schuldner ein Antwortformblatt sowie eine Kopie Ihres Antrags. Ihr Schuldner hat dann 30 Tage Zeit, um zu antworten. Nach Ablauf dieser Frist oder wenn Ihr Schuldner antwortet, erlässt das Gericht eine Entscheidung. Fällt diese zu Ihren Gunsten aus, können Sie sie von einem Gerichtsvollzieher vollstrecken lassen.

Wenn Ihre Forderung weniger als 4.000 Euro beträgt, können Sie sich für ein vereinfachtes Beitreibungsverfahren durch einen Gerichtsvollzieher entscheiden.

Was tun, um Rechnungen über 5.000 Euro einzutreiben?

Sie können einen Antrag auf einen Europäischen Zahlungsbefehl stellen:

  • an das Friedensgericht, wenn Ihre Forderung weniger als 10.000 Euro beträgt;
  • an den Vorsitzenden des Bezirksgerichts, wenn Ihre Forderung mehr als 10.000 Euro beträgt.

Ist Ihr Antrag vollständig und begründet, erlässt das Gericht einen Europäischen Zahlungsbefehl. Ihr Schuldner hat dann 30 Tage Zeit, Widerspruch gegen den Zahlungsbefehl einzulegen. In diesem Fall erlässt das zuständige Gericht eine Entscheidung. Wenn kein Widerspruch eingelegt wird oder die Gerichtsentscheidung zu Ihren Gunsten ausfällt, können Sie sich an einen Gerichtsvollzieher wenden, um Ihre Forderung einzutreiben.

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