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Was tun, um unbezahlte Rechnungen einzutreiben?

Unbezahlte Rechnungen stellen ein hohes Risiko für Gewerbetreibende dar. Sollte die gütliche Eintreibung Ihrer Schulden nicht den gewünschten Erfolg bringen, haben Sie die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten.

Auf welches Verfahren Sie zur Eintreibung Ihrer Schulden zurückgreifen können, hängt davon ab, ob die unbezahlte Rechnung mehr oder weniger als 10.000 Euro beträgt.

Wer kann Rechnungen eintreiben?

Jeder Gläubiger (natürliche oder juristische Person), der eine Forderung gegen eine Person oder ein Unternehmen hat, wie z. B. eine unbezahlte Rechnung.

Was kann ich tun, bevor ich rechtliche Schritte einleite?

In einem ersten Schritt: Falls Ihr Schuldner seine Schulden auch nach zahlreichen Mahnungen und Erinnerungen nicht beglichen hat, können Sie ihm entweder per Einschreiben mit Rückschein oder über einen Gerichtsvollzieher eine Zahlungsaufforderung zukommen lassen.

Dieser Schritt ist nicht verpflichtend. Falls die Inverzugsetzung ohne Wirkung bleibt, haben Sie die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten.

Was tun, um Rechnungen von weniger als 10.000 Euro einzutreiben?

Sie müssen einen Antrag an das zuständige Friedensgericht (tribunal de paix) in Luxemburg, Esch-sur-Alzette oder Diekirch richten, entweder:

  • einen Antrag auf Erlass eines bedingten Zahlungsbefehls. Wird Ihrem Antrag stattgegeben, hat Ihr Schuldner 15 Tage ab Zustellung des Zahlungsbefehls Zeit, um die Rechnung zu begleichen oder Widerspruch gegen die Zahlung zu erheben. Im Falle eines Widerspruchs hört der Friedensrichter beide Parteien an und fällt dann ein Urteil;
  • einen Antrag auf Ladung vor Gericht: Die Ladung vor Gericht wird Ihrem Schuldner durch einen Gerichtsvollzieher zugestellt. Das Gericht hört beide Parteien an. Daraufhin wird ein Urteil gefällt, durch das Ihr Antrag entweder angenommen (ganz oder teilweise) oder zurückgewiesen wird.

Was tun, um Rechnungen über 10.000 Euro einzutreiben?

Sie müssen einen Antrag an den Vorsitzenden des zuständigen Bezirksgerichts (tribunal d’arrondissement) in Luxemburg oder Diekirch richten, entweder:

  • einen Antrag auf Erlass eines bedingten Zahlungsbefehls. Es handelt sich um das gleiche Verfahren wie das vor dem Friedensgericht;
  • einen Antrag auf Vorladung zwecks Erlass einer einstweiligen Verfügung. In diesem Fall müssen Sie sich von einem bei Gericht zugelassenen Anwalt vertreten lassen. Am Verhandlungstag hört das Gericht beide Parteien an. Daraufhin fällt er einen Beschluss, mit dem Ihr Antrag entweder angenommen (ganz oder teilweise) oder zurückgewiesen wird.
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