Unternehmen Bürger

Arbeitsunfähigkeit und Krankengeld

Coronavirus / Covid-19

Im Bereich der sozialen Sicherheit wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, insbesondere im Hinblick auf krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeit.

Aussetzen der Berechnung der 78 Wochen Arbeitsunfähigkeit

Gemäß der Gesetzgebung darf die Gesamtdauer der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit – innerhalb eines Bezugszeitraums von 104 Wochen – 78 Wochen nicht überschreitet.

Aufgrund der durch die Ausbreitung von Covid-19 verursachten Ausnahmesituation hat die Regierung beschlossen, sämtliche auf eine Krankheit zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeitstage seit Beginn des Krisenzustands bei der Berechnung der 78-Wochen-Grenze auszuschließen.

Das bedeutet, dass die Arbeitsunfähigkeitstage zwischen dem 18. März 2020 und dem Ende des Krisenzustands bei der Berechnung dieser Grenze nicht berücksichtigt werden.

Diese Maßnahme betrifft alle Versicherten, die aufgrund einer ordnungsgemäß von einem Arzt bescheinigten Krankheit arbeitsunfähig sind.

Übernahme der Geldleistungen im Falle einer Arbeitsunfähigkeit

Zudem muss der Arbeitgeber dem krankheitsbedingt arbeitsunfähigen Arbeitnehmer während einer gesetzlich festgelegten Dauer weiterhin seinen Lohn zahlen. Dem Arbeitgeber werden 80 % der gesamten Lohnkosten zurückerstattet. Nach dieser gesetzlich festgelegten Dauer übernimmt die Kranken- und Mutterschaftsversicherung direkt die Zahlung des Krankengelds.

Die Regierung hat beschlossen, dass vom 1. April 2020 bis zum letzten Tag des Monats, in dem der Krisenzustand endet, alle Tage der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit oder der progressiven Arbeitsaufnahme direkt von der Kranken- und Mutterschaftsversicherung übernommen werden.

Daher muss der Arbeitgeber für die Tage der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit oder der progressiven Arbeitsaufnahme zwischen dem 1. April und dem letzten Tag des Monats, in dem der Krisenzustand endet, keine Lohnfortzahlung leisten.

Demnach muss der Versicherte seine ärztliche Bescheinigung so schnell wie möglich, spätestens jedoch am 3. Tag seiner Arbeitsunfähigkeit, an die Nationale Gesundheitskasse (CNS) schicken.

Auf der Grundlage des ärztlichen Attests überweist die CNS die fällige Geldleistung. Am Ende des Monats sendet die CNS dem Versicherten eine Lohnabrechnung mit Einzelheiten zu der geleisteten Zahlung.

Die Höhe der Zahlung wird auf der Grundlage der der CNS zum Zeitpunkt der Berechnung zur Verfügung stehenden Daten gemäß den im Sozialversicherungsgesetzbuch festgelegten Vorschriften bestimmt.

Nach Ende des Krisenzustands ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, dem Arbeitnehmer eine Abrechnung zukommen zu lassen. Diese Abrechnung enthält Einzelheiten zu der Vergütung, die für den betreffenden Zeitraum gemäß dem Mechanismus der Lohnfortzahlung fällig gewesen wäre. Bei einer Differenz zum von der CNS gezahlten Betrag ist der Arbeitgeber verpflichtet, diese zu begleichen.

Diese Maßnahme gilt nur für die Geldleistung, die bei krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit und progressiver Arbeitsaufnahme aus therapeutischen Gründen gezahlt wird.

Sonderurlaub, der dem Arbeitgeber von den zuständigen Sozialversicherungsträgern zu 100 % erstattet wird, ist von dieser Ausnahmeregelung nicht betroffen. Es handelt sich dabei um folgenden Sonderurlaub:

  • Urlaub aus familiären Gründen (einschließlich dem im Falle einer Epidemie oder Pandemie geltenden Urlaub);
  • Sonderurlaub zur Sterbebegleitung;
  • den am 3. April 2020 neu eingeführten Urlaub zur Unterstützung der Familie (gilt rückwirkend ab dem 18. März).
Für diese Arten von Sonderurlaub gilt weiterhin das übliche Verfahren: Der Arbeitgeber zahlt dem Arbeitnehmer während des Sonderurlaubs weiterhin sein Gehalt, das dem Arbeitgeber dann basierend auf der monatlichen Anzeige, die er an die Zentralstelle der Sozialversicherungen (CCSS) zu übermitteln hat, von der Mutualität der Arbeitgeber zurückerstattet wird.

 

Versicherte

Worum handelt es sich?

Aufgrund der wirtschaftlichen und finanziellen Auswirkungen der Verbreitung von COVID-19 auf viele Gesellschaften und Unternehmen hat die Regierung beschlossen, dass ab dem 1. April 2020 und bis zum letzten Tag des Monats, in dem der Krisenzustand endet, alle auf eine Krankheit oder eine schrittweise Wiederaufnahme der Arbeit zurückzuführenden Arbeitsunfähigkeitstage der Arbeitnehmer und Selbstständigen direkt von der Kranken-/Mutterschaftsversicherung, d. h. von der CNS, übernommen werden.

 

Inwiefern stellt dies eine Änderung dar?

Normalerweise zahlt der Arbeitgeber den Lohn seines Arbeitnehmers während 77 Tagen weiter. Erst danach übernimmt die Kranken-/Mutterschaftsversicherung das Krankengeld.

Um welche Leistungen handelt es sich?

Es handelt sich nur um das bei Krankheit und Unfall gezahlte Krankengeld.

Die einzelnen Sonderurlaube aus familiären Gründen, zur Unterstützung der Familie und der Sonderurlaub zur Sterbebegleitung sind von dieser Maßnahme ausgeschlossen. Diese werden vom Arbeitgeber gezahlt, der daraufhin eine Erstattung von den zuständigen Sozialversicherungsträgern erhält.

Was muss der Versicherte tun?

Der Versicherte muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung schnellstmöglich an die CNS schicken, und zwar spätestens am 3. Tag seiner Arbeitsunfähigkeit.

Das Original ist per Post an die CNS zu schicken: CNS – Service Contrôle et gestion des CIT – L-2980 Luxembourg.

Ist dies nicht möglich, kann die Bescheinigung ausnahmsweise per E-Mail an saisieCIT.cns@secu.lu geschickt werden (nur in der derzeitigen Krisenzeit).

Hinweis: Im Falle von Telekonsultationen, die über die Plattform eConsult der Agentur eSanté erfolgen, werden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen automatisch an die CNS und den Versicherten gesendet. Der Versicherte muss seinen Arbeitgeber in Kenntnis setzen und ihm ein Exemplar der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zukommen lassen.

Wie bearbeitet die CNS die erhaltenen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen?

Die CNS erfasst die Bescheinigungen in ihren Systemen und entschädigt den Versicherten direkt. Bei dieser Zahlung werden die bis zum Datum des Abschlusses des Vorgangs und der Erstellung der Abrechnung des laufenden Monats erfassten Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen (AU) berücksichtigt. In der Abrechnung werden die Einzelheiten der Zahlung aufgeführt. Sie wird dem Versicherten am Monatsende zugesandt.

Die nach dem Datum der Erstellung der Abrechnung des laufenden Monats eingegangenen AU, welche nicht berücksichtigt werden konnten, werden später gezahlt und ihnen geht jeweils der Versand einer Abrechnung an den Versicherten voran.

Die Daten der monatlichen Abschlüsse werden im Voraus festgelegt und sind hier abrufbar.

 

Wie wird die Höhe des Krankengeldes berechnet?

Der von der CNS zur Ermittlung des geschuldeten monatlichen Krankengeldes berücksichtigte Grundbetrag entspricht der höchsten Grundvergütung, die der Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber im Laufe eines der 3 Kalendermonate vor dem Beginn der Übernahme des Krankengeldes durch die Nationale Gesundheitskasse erhalten hat (d. h. zwischen Januar und März für Leistungen im April).

Darüber hinaus werden die Zulagen und Vergünstigungen anhand des Durchschnitts der 12 Kalendermonate vor Eintritt der Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt.

 

Wie wird die Höhe des Krankengeldes berechnet, wenn es sich nicht um einen ganzen Monat handelt?

Wenn die durch die ärztlichen Atteste bescheinigte Arbeitsunfähigkeit keinen vollen Kalendermonat abdeckt, wird der Betrag der monatlichen Grundvergütung durch die Zahl der Tage des betroffenen Kalendermonats (30 Tage für April, 31 für Mai usw.) geteilt und mit der aus dem bzw. den ärztlichen Attest(en) hervorgehenden Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage multipliziert.

Beispiel: Beläuft sich die Zahl der Arbeitsunfähigkeitstage im April auf 5 Tage, beträgt das von der CNS geschuldete Krankengeld also 5 x 1/30 der festgehaltenen monatlichen Grundvergütung.

Die CNS wendet dieses anteilige Berechnungsverfahren (Proratisierung) an, weil sie zum Zeitpunkt der Auszahlung des Krankengeldes die genaue Organisation der Arbeitszeit des Versicherten nicht kennt.

WICHTIG: Der von der CNS gezahlte Betrag kann daher von dem Betrag abweichen, den der Arbeitgeber gezahlt hätte. Für diese Fälle ist vorgesehen, dass der Arbeitgeber diese Differenz nach Ende des Krisenzustands an seinen Arbeitnehmer zahlen muss. Demnach muss der Arbeitgeber nach dem Krisenzustand dem Arbeitnehmer eine Aufstellung aushändigen, aus der die Einzelheiten der ihm nach dem üblichen Mechanismus der Lohnfortzahlung geschuldeten Vergütung hervorgehen.

Bei Fragen im Falle einer Differenz zwischen der von der CNS gezahlten Leistung und dem Gehalt, das der Versicherte normalerweise von seinem Arbeitgeber erhalten hätte, wird der Versicherte gebeten, sich an seinen Arbeitgeber zu wenden.

Wie erfolgen die Zahlungen der CNS?

Die Zahlungen erfolgen ausschließlich per Banküberweisung. Die CNS benötigt demnach die Bankverbindung des Versicherten.

 

Wann erfolgen die Zahlungen der CNS?

Die Daten der monatlichen Auszahlungen werden im Voraus festgelegt und sind auf der Website der CNS abrufbar.

An wen muss ich mich bei Fragen wenden, die nicht in dieser FAQ behandelt werden?

Bei Fragen im Falle einer Differenz zwischen der von der CNS gezahlten Leistung und dem Gehalt, das der Versicherte normalerweise von seinem Arbeitgeber erhalten hätte, wird der Versicherte gebeten, sich an seinen Arbeitgeber zu wenden.

Bei allgemeinen Fragen:

  • Hotline (Bürger/Unternehmen) 8002 8080;
  • Hotline aus dem Ausland (+352) 49 77 1 9200.

Für Fragen, die die CNS betreffen, wählen Sie bitte die Telefonnummer 2757- 4800 oder schicken Sie eine E-Mail an die auf der Abrechnung angegebene Adresse.

Arbeitgeber

Was muss der Arbeitgeber tun?

Das Krankengeld wird zu 100 % direkt von der CNS übernommen. Der Arbeitgeber muss demnach die Vergütung seiner kranken Arbeitnehmer nicht weiterhin zahlen. Er muss die krankheitsbedingten Abwesenheitstage jedoch bei der Zentralstelle der Sozialversicherungen (Centre Commun de la sécurité sociale - CCSS) melden. Diese Meldungen sind wichtig für die korrekte Ermittlung des Krankengeldes.

WICHTIG: Nach dem Krisenzustand muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Aufstellung (eine Art fiktiver Lohnabrechnung) aushändigen, aus der die Einzelheiten der ihm für den betroffenen Zeitraum nach dem üblichen Mechanismus der Lohnfortzahlung geschuldeten Vergütung hervorgehen. Bei einer Differenz zum von der CNS gezahlten Betrag ist der Arbeitgeber verpflichtet, diese zu begleichen.

Wie lange wird diese Maßnahme gelten?

Diese außergewöhnliche Maßnahme gilt nur bis zum Ende des Monats, in dem der Krisenzustand endet.

Gilt diese Maßnahme ebenfalls für den Urlaub aus familiären Gründen oder den Urlaub zur Unterstützung der Familie?

Nein, diese Maßnahme betrifft nicht die Sonderurlaube. Für diese Arten von Urlaub muss der Arbeitgeber weiterhin den Lohn seines Arbeitnehmers zahlen und sich diesen anschließend erstatten lassen.

Welche Zahlungsmodalitäten gelten für den Urlaub aus familiären Gründen und für den Urlaub zur Unterstützung der Familie?
Arbeitnehmer

In der Regel kommen die Arbeitnehmer aus dem Privatsektor in den Genuss einer Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber.

Die entsprechende Vergütung wird vom Arbeitgeber verauslagt. Dieser kann sich die im Rahmen dieses Urlaubs gezahlten Lohnkosten integral von der Mutualität der Arbeitgeber (Mutualité des employeurs - MDE) erstatten lassen.

In der derzeitigen Krisensituation kann der Arbeitgeber einen Vorschuss beantragen, um seinen Arbeitnehmer weiterhin bezahlen zu können.

Selbstständige

Der Urlaub aus familiären Gründen für den Zeitraum vom 16. bis zum 31. März 2020 wird dem Kontoauszug der CCSS des Monats März 2020 gutgeschrieben und dem Selbstständigen im Mai 2020 ausgezahlt, sofern der Selbstständige einen entsprechenden Antrag anhand des hierfür vorgesehenen speziellen Formulars eingereicht und den Zeitraum angegeben hat, in dem er tatsächlich nicht gearbeitet bzw. Urlaub genommen hat. Die spezielle Bescheinigung ist per E-Mail an cns-crf-nonsalaries@secu.lu zu schicken. 

Ein etwaiger Habensaldo auf dem Kontoauszug kann demnach unter Befolgung des entsprechenden Verfahrens bei der CCSS erstattet werden. Der Urlaub aus familiären Gründen für den Monat April 2020 wird dementsprechend im Juni erstattet und so weiter.

Privathaushalte

Es gelten weiterhin die üblichen Bestimmungen.

Der Urlaub aus familiären Gründen, der Urlaub zur Unterstützung der Familie und die Arbeitsunfähigkeitszeiten werden vom Arbeitgeber des Privathaushalts gezahlt und von der CNS auf der Grundlage einer Erklärung erstattet.

Zu diesem Zweck erhält der Arbeitgeber jeden Monat spezielle Formulare, die vom Arbeitgeber ausgefüllt und zurückgeschickt werden müssen, wobei er eine Kopie des von seinem Arbeitnehmer gestellten Antrags beilegen muss.

Wie verhält es sich mit dem Mutterschaftsurlaub?

Das Mutterschaftsgeld wird am Ende jedes Monats gezahlt. Die Auszahlungsdaten werden im Voraus festgelegt und sind hier abrufbar.

Wie verhält es sich mit den Freistellungen?

Die Freistellungen werden am Ende jedes Monats gezahlt. Die Auszahlungsdaten werden im Voraus festgelegt und sind hier abrufbar.

Modalitäten für die Anwendung der Abweichungen in Bezug auf die Berechnung der 78 Wochen

Werden die Arbeitsunfähigkeitstage bei der Berechnung der 78 Wochen berücksichtigt?

Nein, die Arbeitsunfähigkeitstage während der Krisenzeit werden bei der Berechnung der 78 Wochen, die den Anspruch auf Krankengeld in der Regel bestimmen und beschränken, nicht berücksichtigt.

Zum letzten Mal aktualisiert am 

Weitere Neuigkeiten