Sich als ein von einem Unternehmen mit Sitz in der EU entsandter Arbeitnehmer aus einem Drittstaat für mehr als 3 Monate in Luxemburg aufhalten

Letzte Änderung dieser Seite am 01-04-2016

Um sich während ihrer Entsendung in Luxemburg aufhalten zu können, müssen sich als Arbeitnehmer entsandte Drittstaatsangehörige bei ihrer neuen Wohnsitzgemeinde anmelden.

Im Falle eines Aufenthalts von mehr als 3 Monaten müssen sie ebenfalls Folgendes tun:

  • sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen und
  • einen Aufenthaltstitel als Arbeitnehmer eines EU-Dienstleistungsunternehmens beantragen.

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Zielgruppe

Jeder von einem in der EU oder einem gleichgestellten Staat (Island, Liechtenstein, Norwegen oder Schweiz) niedergelassenen Erbringer von grenzüberschreitenden Dienstleistungen nach Luxemburg entsandte Arbeitnehmer kann unabhängig von seiner Staatsangehörigkeit während seiner Entsendung ohne vorherige Aufenthaltserlaubnis in Luxemburg arbeiten und/oder sich dort aufhalten, vorausgesetzt er ist im Land des entsendenden Unternehmens ordnungsgemäß arbeitsberechtigt.

Von einem Dienstleister mit Sitz außerhalb der EU entsandte Arbeitnehmer sind nicht betroffen: damit seine Arbeitnehmer vor ihrer Einreise eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, muss ihr Arbeitgeber eine kollektive Entsendungsgenehmigung beantragen.

Voraussetzungen

In der EU oder einem gleichgestellten Staat niedergelassene Unternehmen können ihre Arbeitnehmer unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit beliebig nach Luxemburg entsenden, vorausgesetzt die entsandten Arbeitnehmer sind während der Dauer der Entsendung befugt, in dem Land, in dem das entsendende Unternehmen seinen Sitz hat, zu arbeiten und sich dort aufzuhalten.

Die vorübergehende Entsendung muss im Rahmen eines Vertrags zwischen dem entsendenden Unternehmen und Empfänger der Dienstleistungen in Luxemburg erfolgen.

Als entsandter Arbeitnehmer gilt jeder Arbeitnehmer:

  • der üblicherweise im Ausland arbeitet;
  • seine Arbeit auf dem Staatsgebiet des Großherzogtums Luxemburg verrichtet;
  • dies während der genau bestimmten Dauer der Dienstleistung, für die der Dienstleistungsvertrag abgeschlossen wurde.

Demnach wird der entsandte Arbeitnehmer für eine begrenzte Dauer nach Luxemburg geschickt, wobei seine Weisungsgebundenheit an das entsendende Unternehmen aufrechterhalten wird.

Die begrenzte Dauer hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Dauer, Häufigkeit, Regelmäßigkeit und Kontinuität der Dienstleistung und
  • Art der Tätigkeit, die Gegenstand der Entsendung ist.

Im Vorfeld zu erledigende Schritte

In der EU (oder einem gleichgestellten Staat) niedergelassene Unternehmen müssen im Vorfeld für jeden der zu entsendenden Arbeitnehmer eine Bescheinigung A1 (E101) beim Sozialversicherungsträger ihres Herkunftslandes beantragen.

Als Arbeitnehmer entsandte Drittstaatsangehörige müssen im Vorfeld:

  • im Besitz eines gültigen Reisepasses sein;
  • einen Arbeitsvertrag mit ihrem jeweiligen Unternehmen abgeschlossen haben;
  • im Besitz eines gültigen Aufenthaltstitels oder einer gültigen Arbeitserlaubnis in der EU sein.

Vorgehensweise und Details

1. Schritt: Vor der Einreise nach Luxemburg

Um ordnungsgemäß nach Luxemburg einreisen zu können, müssen Drittstaatsangehörige im Besitz eines gültigen Reisepasses und eines Aufenthaltstitels (oder gegebenenfalls einer Arbeitserlaubnis) des EU-Landes sein, in dem sie üblicherweise leben (oder arbeiten).

Falls der Reisepass des Antragstellers in weniger als 6 Monaten abläuft, wird empfohlen, vor der Einreise nach Luxemburg einen neuen Reisepass zu beantragen.

2. Schritt: Nach der Einreise nach Luxemburg

Anmeldung

Unabhängig von der Dauer des Aufenthalts in Luxemburg müssen sich als Arbeitnehmer entsandte Drittstaatsangehörige innerhalb von 3 Tagen nach ihrer Ankunft in Luxemburg bei ihrer neuen Wohnsitzgemeinde anmelden und dort folgende Unterlagen vorlegen:

  • ein gültiges Reisedokument (Reisepass);
  • den Aufenthaltstitel und/oder die Arbeitserlaubnis des EU-Mitgliedstaates des arbeitgebenden Unternehmens;
  • die von ihrem Arbeitgeber vor der Entsendung übermittelte Bescheinigung A1 oder E101;
  • gegebenenfalls die von der Gemeindeverwaltung des vorherigen Wohnorts ausgestellte Bescheinigung der Abmeldung.

Bei einem Aufenthalt von mehr als 3 Monaten verweigern einige Gemeinden die Anmeldung, da im Vorfeld keine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis ausgestellt wurde. In diesem Fall muss sich der Antragsteller für weniger als 3 Monate anmelden und schnellstmöglich einen Aufenthaltstitel beantragen.

Medizinische Untersuchung

Entsandte Arbeitnehmer müssen sich keiner medizinischen Untersuchung unterziehen, da davon ausgegangen wird, dass diese Untersuchung in dem EU-Land durchgeführt wurde, in dem der Arbeitnehmer üblicherweise niedergelassen ist.

Antrag auf Aufenthaltstitel

Im Falle eines Aufenthalts von mehr als 90 Tagen, muss der Drittstaatsangehörige innerhalb von 3 Monaten nach seiner Einreise bei der Einwanderungsbehörde (Direction de l'immigration) einen Antrag auf Aufenthaltstitel für entsandte Arbeitnehmer eines EU-Dienstleistungsunternehmens stellen und dabei Folgendes angeben:

  • Name und Gesellschaftsbezeichnung des Arbeitgebers
  • und des Empfängers der Dienstleistungen in Luxemburg.

Das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten überprüft, ob die Bedingungen für den Erhalt erfüllt sind und stellt den Aufenthaltstitel aus.

Sofern dem Antrag stattgegeben wird, erhält der Antragsteller ein Schreiben, durch welches er aufgefordert wird, während der Öffnungszeiten mit seinem gültigen Reisepass persönlich bei der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten vorstellig zu werden, damit dort für seinen Aufenthaltstitel ein Foto von ihm gemacht wird und seine Fingerabdrücke abgenommen werden. Der Antragsteller kann ebenfalls ein aktuelles den ICAO-Normen entsprechendes Passbild (Standard biometrischer Reisepass) mitbringen.

Einige Tage nach Erfassung der biometrischen Daten kann der Antragsteller seinen Aufenthaltstitel persönlich bei der Einwanderungsbehörde abholen. Das genaue Datum hierfür wird ihm bei der Erfassung seiner biometrischen Daten mitgeteilt.

Der Aufenthaltstitel hat die Form einer Chipkarte mit den biometrischen Daten des Inhabers. Er beinhaltet die Arbeitserlaubnis.

Gültigkeit und Erneuerung

Der „Aufenthaltstitel für Arbeitnehmer eines EU-Dienstleistungsunternehmens” gilt:

  • höchstens für die Dauer der Entsendung;
  • lediglich für den Arbeitgeber, der die Entsendungsgenehmigung beantragt hat.

Im Falle einer Verlängerung der ursprünglichen Entsendung muss der entsandte Arbeitnehmer für die Dauer der Verlängerung der Entsendung eine Erneuerung seines Aufenthaltstitels beantragen.

Dieser Antrag auf Erneuerung ist innerhalb der 2 dem Ablaufdatum des Aufenthaltstitels vorangehenden Monate bei der Einwanderungsbehörde zu stellen, wobei folgende Unterlagen beizufügen sind:

  • eine Kopie der Genehmigung der Verlängerung der Entsendung des Arbeitgebers;
  • eine Kopie des Nachtrags zum Dienstleistungsvertrag;
  • eine vollständige beglaubigte Kopie des Reisepasses;
  • ein Strafregisterauszug;
  • ein Zahlungsbeleg über die Gebühr von 80 Euro auf das Konto IBAN LU46 1111 2582 2814 0000 (BIC-Code: CCPLLULL, Zahlungsempfänger: Ministerium für auswärtige Angelegenheiten, Einwanderungsbehörde; Verwendungszweck: Aufenthaltstitel für …).

Verlust, Diebstahl oder Beschädigung des Aufenthaltstitels

Bei Verlust, Diebstahl oder Beschädigung des Aufenthaltstitels ist ein spezielles Verfahren zu befolgen.

Zuständige Kontaktstellen

Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten
26, route d'Arlon
Luxemburg
Postanschrift Postfach 752 L-2017 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-84040 (von 14.00 bis 16.00 Uhr)
Fax: (+352) 22 16 08
E-Mail immigration.public@mae.etat.lu

Öffnungszeiten
Informationsschalter: 8.30 bis 12.00 Uhr von Montag bis Freitag; Antrags- und Austellungstelle für biometrische Aufenthaltstitel (nur mit Termin): 8.30 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr von Montag bis Freitag