Als Drittstaatsangehöriger einen Antrag auf Familienzusammenführung stellen

Letzte Änderung dieser Seite am 28-04-2017

Drittstaatsangehörige, die sich für mehr als 3 Monate im Rahmen einer Familienzusammenführung mit einem anderen Drittstaatsangehörigen in Luxemburg niederlassen möchten, müssen ein 2-stufiges Verfahren befolgen:

  • 1. Schritt: vorder Einreise nach Luxemburg:
    • eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis bei der Einwanderungsbehörde (Direction de l’Immigration) des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten (Ministère des Affaires étrangères et européennes) beantragen;
    • im Besitz eines gültigen Reisepasses sein;
    • im Falle von Personen, die für die Einreise nach Luxemburg einer Visumpflicht unterliegen: nach Erhalt der vorübergehenden Aufenthaltserlaubnis ein Visum vom Typ D beantragen.
  • 2. Schritt: nachder Einreise nach Luxemburg:
    • sich bei ihrer neuen Wohnsitzgemeinde in Luxemburg anmelden;
    • sich einer medizinischen Untersuchung unterziehen;
    • anschließend einen Aufenthaltstitel beantragen.

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Zielgruppe

Eine Aufenthaltserlaubnis und ein anschließender Aufenthaltstitel sind für sämtliche Drittstaatsangehörigen (d. h. Angehörige eines Landes, das weder ein EU-Mitgliedstaat noch einem EU-Mitgliedstaat gleichgestellt ist - Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz) erforderlich, die im Ausland leben und sich in Luxemburg niederlassen möchten, um dort mit einem Familienangehörigen zusammenzuleben, der auch ein Drittstaatsangehöriger ist.

Der Antrag auf Aufenthaltserlaubnis muss vor der Einreise des Familienangehörigen vom Zusammenführenden (in Luxemburg lebender Drittstaatsangehöriger) eingereicht werden. Er kann jedoch eine Drittperson bevollmächtigen, die erforderlichen Schritte zu unternehmen.

Betroffen sind Familienangehörige eines Drittstaatsangehörigen, die selbst Drittstaatsangehörige sind (d. h. Staatsangehörige eines Landes, das nicht zu den EU-Mitgliedstaaten oder den diesen gleichgestellten Staaten zählt) und diesem nachziehen wollen, um mit ihm in Luxemburg zu leben.

Eine Familienzusammenführung ist jedoch nicht für alle Familienangehörigen möglich. Als Familienangehörige gelten per Definition:

  • der Ehegatte oder eingetragene Lebenspartner des Zusammenführenden, der bei Antragstellung zur Familienzusammenführung über 18 Jahre alt ist (im Falle einer Mehrehe wird der Aufenthalt eines Ehegatten nicht gestattet, wenn bereits ein Ehegatte beim Zusammenführenden in Luxemburg wohnt);
  • unter 18-jährige ledige Kinder des Zusammenführenden und/oder seines Ehegatten oder Lebenspartners, für die er das Sorgerecht hat und unterhaltspflichtig ist, wobei im Falle eines gemeinsamen Sorgerechts der andere Sorgeberechtigte dem Aufenthalt beim Zusammenführenden zugestimmt haben muss;
  • direkte Vorfahren ersten Grades (Mutter und Vater) des unbegleiteten Minderjährigen, dem internationaler Schutz zuerkannt wurde.

Der Minister kann die Familienzusammenführung auf folgende Personen ausweiten, vorausgesetzt der Antragsteller hält sich schon seit mindestens 12 Monaten rechtmäßig in Luxemburg auf:

  • Vorfahren ersten Grades in gerader Linie des Zusammenführenden oder seines Ehegatten oder Lebenspartners (Mutter und Vater), wenn dieser für ihren Unterhalt sorgt und sie in ihrem Herkunftsland nicht die notwendige familiäre Unterstützung erfahren;
  • volljährige ledige Kinder des Zusammenführenden oder seines Ehegatten oder Lebenspartners, wenn diese aufgrund ihres Gesundheitszustands objektiv nicht in der Lage sind, selbst für ihren Unterhalt zu sorgen;
  • den gesetzlichen Vormund oder jedes andere Mitglied der Familie des unbegleiteten Minderjährigen, dem internationaler Schutz zuerkannt wurde und der keine direkten Vorfahren hat.

Es sei angemerkt, dass sich Drittstaatsangehörige, bei denen es sich um Familienangehörige eines Bürgers eines EU-Mitgliedstaates (oder eines gleichgestellten Staates) handelt, einen Aufenthaltstitel besorgen müssen. Das zu befolgende Verfahren hängt von der Dauer des Aufenthalts ab:

Sonderfall: Spezielles vereinfachtes Verfahren bei in Luxemburg neugeborenen Kindern

Für in Luxemburg neugeborene Kinder von Drittstaatsangehörigen, die sich rechtmäßig in Luxemburg aufhalten, besteht ein spezielles vereinfachtes Verfahren. Diese Kinder erhalten auf Antrag einen Aufenthaltstitel als „Familienangehöriger”. Der Antrag ist anhand eines speziellen Formulars zu stellen und es sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine beglaubigte Kopie der ausgefüllten Seiten des gültigen Reisepasses;
  • eine Geburtsurkunde des Kindes;
  • ein Passbild gemäß den ICAO-Normen;
  • ein Zahlungsbeleg über die Gebühr von 80 Euro auf das Konto IBAN LU46 1111 2582 2814 0000 (BIC-Code: CCPLLULL, Zahlungsempfänger: Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Einwanderungsbehörde; Verwendungszweck: Aufenthaltstitel für …).

Sonderfall von Drittstaatsangehörigen, die nach Luxemburg kommen möchten, um zu heiraten

Es gibt keine besondere Bestimmung für die Einreise im Hinblick auf eine Heirat. Ein Drittstaatsangehöriger, der einen rechtmäßig in Luxemburg niedergelassenen Drittstaatsangehörigen heiraten möchte, muss das übliche Verfahren für einen Aufenthalt von weniger als 3 Monaten befolgen. Erforderlichenfalls muss er ebenfalls ein Kurzzeitvisum beantragen und die Bedingungen für die Einreise und den Kurzaufenthalt erfüllen.

Voraussetzungen

Damit er seine Familie nach Luxemburg kommen lassen kann, muss ein in Luxemburg niedergelassener Drittstaatsangehöriger (der „Zusammenführende”) mehrere Bedingungen erfüllen. Er muss:

  • Inhaber eines mindestens ein Jahr gültigen Aufenthaltstitels sein;
  • begründete Aussicht darauf haben, dass ihm ein langfristiges Aufenthaltsrecht gewährt wird;
  • den Nachweis dafür erbringen, dass er über feste, regelmäßige und ausreichende Mittel zur Bestreitung des Lebensunterhalts für sich und seine unterhaltsberechtigten Familienangehörigen verfügt, und damit nicht auf das luxemburgische Sozialfürsorgesystem zurückgreifen muss (Löhne/Gehälter, Honorare, Einkünfte aus Vermögen). Die Höhe der Einnahmen des die Familienzusammenführung beantragenden Drittstaatsangehörigen wird unter Bezugnahme auf die durchschnittliche monatliche Höhe des sozialen Mindestlohns eines nicht qualifizierten Arbeitnehmers über einen Zeitraum von 12 Monaten bewertet. Die Einnahmen des Drittstaatsangehörigen müssen mindestens den durch Bezugnahme auf den Mindestlohn festgelegten Betrag erreichen. Ist dies nicht der Fall, kann der Minister unter Berücksichtigung der weiteren Entwicklung der Verhältnisse des Drittstaatsangehörigen (z. B. Sicherheit seines Arbeitsplatzes und seiner Einnahmen, Zugang zu Wohneigentum oder kostenfreie Nutzung einer Wohnung) dennoch einen positiven Bescheid erteilen;
  • über eine geeignete Wohnung zur Aufnahme des/der Familienangehörigen verfügen (die Wohnfläche darf nicht weniger als 12 m² für den Erstnutzer der Wohnung und 9 m² für jeden weiteren Bewohner betragen, natürliche Beleuchtung durch Fenster, die sich öffnen und hermetisch schließen lassen und mindestens 1/10 der Bodenfläche ausmachen müssen, beheizbar, fließendes Wasser, Stromanschluss usw.);
  • über eine Krankenversicherung für sich selbst und seine Familie verfügen (eine vom ausländischen Sozialversicherungsträger und/oder einer privaten Versicherungsgesellschaft ausgestellte Bescheinigung bezüglich des Krankenversicherungsschutzes oder für Mitversicherung während des Aufenthalts in Luxemburg).

Die Bedingung bezüglich der Mindestdauer des Aufenthalts in Luxemburg findet in folgenden Fällen keine Anwendung:

  • bei Zusammenführenden, die ihre minderjährigen Kinder nachziehen lassen wollen, falls sie das alleinige Sorgerecht für sie haben;
  • bei Zusammenführenden, die im Besitz eines Aufenthaltstitels der Art „Blaue Karte EU” (hochqualifizierte Arbeitnehmer), „versetzter Arbeitnehmer” oder „Forscher” sind oder in einem anderen EU-Mitgliedstaat die Rechtsstellung eines langfristig Aufenthaltsberechtigten besitzen, und von ihrem Aufenthaltsrecht in Luxemburg Gebrauch machen und deren Familie bereits im ersten Mitgliedstaat gegründet wurde. Diese Personen können sich von ihrem Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartner sowie von ihren ledigen Kindern unter 18 Jahren nach Luxemburg begleiten lassen.

Sonderfall: Sonderbestimmungen für Personen, denen internationaler Schutz zuerkannt wurde

Eine Person, der internationaler Schutz zuerkannt wurde, kann die Familienzusammenführung beantragen, wobei die vorstehenden Bedingungen nur dann erfüllt werden müssen, wenn der Zusammenführende seinen Antrag nach Ablauf einer 3-monatigen Frist nach Gewährung seines internationalen Schutzes stellt.

Neben den oben genannten Familienangehörigen können sie ebenfalls die Zusammenführung mit folgenden Personen beantragen:

  • direkte Vorfahren ersten Grades (Mutter und Vater) des unbegleiteten Minderjährigen, dem internationaler Schutz zuerkannt wurde;
  • nach Genehmigung des Ministers: den gesetzlichen Vormund oder jedes andere Mitglied der Familie des unbegleiteten Minderjährigen, dem internationaler Schutz zuerkannt wurde und der keine direkten Vorfahren hat.

Der jeweilige Familienangehörige des Zusammenführenden muss zum Zeitpunkt der Planung seiner Reise:

Vorgehensweise und Details

1. Schritt: Vor der Einreise nach Luxemburg

Antrag auf Aufenthaltserlaubnis

Der Drittstaatsangehörige muss von seinem Herkunftsland aus bei einer der folgenden Stellen einen (formlosen) Antrag auf eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis einreichen:

Außer in Ausnahmefällen (z. B. Drittstaatsangehörige, die bereits über einen Aufenthaltstitel für Luxemburg verfügen) muss der Antrag vor der Einreise nach Luxemburg eingereicht und bewilligt werden. Ein Antrag, der nach der Einreise eingereicht wird, wird für unzulässig erklärt.

Im Antrag auf die vorübergehende Aufenthaltserlaubnis sind die Personalien des Antragstellers (Name(n), Vorname(n) und genaue Adresse) anzugeben und folgende Unterlagen und Informationen sind beizufügen:

  • eine Kopie des für mehr als ein Jahr gültigen Aufenthaltstitels des Zusammenführenden;
  • der Nachweis über die ausreichenden Mittel des Zusammenführenden, um den Lebensunterhalt für sich selbst und seine Familienangehörigen zu bestreiten (Löhne/Gehälter, Honorare, Einkünfte aus Vermögen), die mindestens dem sozialen Mindestlohn für nicht qualifizierte Arbeitnehmer über einen Zeitraum von 12 Monaten entsprechen müssen; Die Belege müssen den Zeitraum der 12 dem Antrag vorangehenden Monate abdecken;
  • der Nachweis über eine geeignete Wohnung auf luxemburgischem Staatsgebiet (die Wohnfläche darf nicht weniger als 12 m² für den Erstnutzer der Wohnung und 9 m² für jeden weiteren Bewohner betragen, natürliche Beleuchtung durch Fenster, die sich öffnen und hermetisch schließen lassen und mindestens 1/10 der Bodenfläche ausmachen müssen, beheizbar, fließendes Wasser, Stromanschluss usw.);
  • der Nachweis über eine Krankenversicherung für den Zusammenführenden und seine Familienangehörigen (vom ausländischen Sozialversicherungsträger und/oder einer privaten Versicherungsgesellschaft ausgestellte Bescheinigung bezüglich des Krankenversicherungsschutzes oder für Mitversicherung während des Aufenthalts in Luxemburg);
  • gegebenenfalls eine Vollmacht.

Vollmacht: Drittstaatsangehörige können einer Drittperson eine Vollmacht erteilen, um den Antrag an ihrer Stelle einzureichen. In diesem Fall muss der Vollmachtnehmer, mit Ausnahme von juristischen Beratern, eine vom Vollmachtgeber ordnungsgemäß datierte und unterzeichnete Vollmacht vorlegen können, wobei der Unterschrift der handschriftliche Vermerk „gilt als Vollmacht” (bon pour procuration) vorangehen muss.

Diese Unterlagen müssen von Drittstaatsangehörigen, die im Besitz eines Aufenthaltstitels für hochqualifizierte Arbeitnehmer („Blaue Karte EU”) sind, versetzten Arbeitnehmern oder Forschern, die den Antrag auf Aufenthaltserlaubnis für ihre Familienangehörigen gleichzeitig mit ihrem Antrag einreichen, nicht beigefügt werden.

Die Unterlagen müssen in Form eines Originals oder einer beglaubigten Kopie beigefügt werden. Bei Zweifeln hinsichtlich der Echtheit eines Dokuments kann der für die Einwanderung zuständige Minister verlangen, dass von der zuständigen örtlichen Behörde die Echtheit bestätigt wird und das Dokument von der Botschaft beglaubigt wird (oder dass es mit der Haager Apostille versehen wird).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen.

Nur vollständige Anträge werden bearbeitet. Unvollständige Anträge werden an den jeweiligen Antragsteller zurückgeschickt.

Je nach Sachlage beizufügende zusätzliche Dokumente

Ehegatte oder eingetragener Lebenspartner des Zusammenführenden:
  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses des Ehegatten/Lebenspartners;
  • eine Geburtsurkunde des Ehegatten/Lebenspartners;
  • ein kürzlich ausgestellter Auszug aus dem Strafregister oder Affidavit des Ehegatten/Lebenspartners aus dem Wohnsitzland;
  • ein Dokument zur Bestätigung der erfolgten Eheschließung oder der eingetragenen Lebenspartnerschaft (Heiratsurkunde, Lebenspartnerschaftsurkunde, Familienstammbuch usw.).
Nachkomme (Kind) des Zusammenführenden oder seines Ehegatten/Lebenspartners:
  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses des Kindes;
  • der Nachweis für das Familienverhältnis mit dem Zusammenführenden (Geburtsurkunde des Kindes, Familienstammbuch usw.);
  • im Falle einer Scheidung (nur bei minderjährigen Kindern):
    • das Urteil, welches dem in Luxemburg niedergelassenen Elternteil das Sorgerecht zuspricht, und
    • wenn der andere Elternteil ein Besuchs- oder Beherbergungsrecht besitzt: die notariell beglaubigte Einwilligung des im Ausland ansässigen Elternteils, dass das Kind nach Luxemburg ziehen darf (zusammen mit einem Identitätsnachweis des im Ausland ansässigen Elternteils);
  • im Falle des gemeinsamen Sorgerechts (nur bei minderjährigen Kindern): die notariell beglaubigte Einwilligung des nicht in Luxemburg ansässigen Elternteils, dass das Kind nach Luxemburg ziehen darf (zusammen mit einem Identitätsnachweis des im Ausland ansässigen Elternteils).
Vorfahr (Elternteil) des Zusammenführender oder seines Ehegatten/Lebenspartners:
  • eine beglaubigte Kopie des vollständigen gültigen Reisepasses des Vorfahren;
  • eine Geburtsurkunde des Vorfahren;
  • ein kürzlich ausgestellter Auszug aus dem Strafregister oder Affidavit des Vorfahren aus dem Wohnsitzland;
  • der Nachweis für das Verwandtschaftsverhältnis (Geburtsurkunde des Zusammenführenden oder seines Ehegatten/Lebenspartners usw.);
  • der Nachweis über den Personenstand und die familiäre Situation des Antragstellers sowie der Nachweis dafür, dass er in seinem Herkunftsland über keinerlei familiäre Unterstützung verfügt (Familienstammbuch, jedes sonstige von den Behörden des Herkunftslands des Antragstellers ausgestellte gleichwertige Dokument usw.);
  • der Nachweis dafür, dass der Zusammenführende vor dem Antrag auf Familienzusammenführung für den Unterhalt des Vorfahren aufkam (Nachweis für regelmäßige Zahlungen an den Vorfahren usw.);
  • ein Dokument zur Bescheinigung der finanziellen Lage des Elternteils im Herkunftsland (Nachweis für eigene Mittel wie Einkünfte, Besitz usw.).

Die Unterlagen müssen in Form eines Originals oder einer beglaubigten Kopie beigefügt werden. Bei Zweifeln hinsichtlich der Echtheit eines Dokuments kann der für die Einwanderung zuständige Minister verlangen, dass von der zuständigen örtlichen Behörde die Echtheit bestätigt wird und das Dokument von der Botschaft beglaubigt wird (oder dass es mit der Haager Apostille versehen wird).

Sofern die Dokumente nicht auf Deutsch, Französisch oder Englisch verfasst sind, ist eine beglaubigte Übersetzung eines vereidigten Übersetzers beizufügen.

Nur vollständige Anträge werden bearbeitet. Unvollständige Anträge werden an den jeweiligen Antragsteller zurückgeschickt.

Antwortfrist des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten

Die Antwortfrist des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten liegt in der Regel bei maximal 9 Monaten. Bei Ausbleiben einer Antwort innerhalb dieser Frist ist davon auszugehen, dass der Antrag abgelehnt wurde.

Wird dem Antrag stattgegeben, erhält der Drittstaatsangehörige eine „vorübergehende Aufenthaltserlaubnis”, die ihm per Post zugeschickt wird. Diese vorübergehende Aufenthaltserlaubnis ist 90 Tage lang gültig. Während dieser Zeit muss der Drittstaatsangehörige:

  • entweder ein Einreisevisum beantragen, falls eine Visumpflicht zur Einreise in den Schengen-Raum besteht,
  • oder, wenn er keiner Visumpflicht unterliegt, nach Luxemburg einreisen und sich bei der Gemeindeverwaltung seines Wohnsitzortes anmelden.

Nach seiner Einreise nach Luxemburg muss der Drittstaatsangehörige die erforderlichen Formalitäten erledigen, um einen Aufenthaltstitel zu bekommen.

Reisepass und Visum

Falls keine Visumpflicht besteht, kann der Drittstaatsangehörige mit seiner Aufenthaltserlaubnis und einem gültigen Reisepass nach Luxemburg einreisen.

Falls er für die Einreise ein Visum benötigt, muss er vor seiner Reise in seinem Herkunftsland ein Visum vom Typ D beantragen und dabei seine Aufenthaltserlaubnis vorlegen, dies:

Das Visum mit einer höchstens 3-monatigen Gültigkeitsdauer wird in Form eines Aufklebers in den Reisepass eingetragen.

Falls der Reisepass des Antragstellers in weniger als 6 Monaten abläuft, wird empfohlen, vor der Einreise nach Luxemburg einen neuen Reisepass zu beantragen.

Sofern ein Drittstaatsangehöriger im Besitz einer Aufenthaltskarte für Familienangehörige eines Unionsbürgers oder eines von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellten gültigen Aufenthaltstitels ist, benötigt er kein Visum. Der Drittstaatsangehörige muss jedoch im Besitz der vorübergehenden Aufenthaltserlaubnis sein.

2. Schritt: Nach der Einreise nach Luxemburg

Anmeldung

Bei seiner Einreise muss der Drittstaatsangehörige ein gültiges Reisedokument (Reisepass und gegebenenfalls Visum) sowie seine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis mit sich führen.

Innerhalb von 3 Tagen nach seiner Ankunft in Luxemburg muss er sich bei seiner neuen Wohnsitzgemeinde anmelden und dort folgende Unterlagen vorlegen:

  • ein gültiges Reisedokument (Reisepass und gegebenenfalls Visum oder von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellte(r) Aufenthaltskarte bzw. Aufenthaltstitel);
  • das Original der vorübergehenden Aufenthaltserlaubnis;
  • gegebenenfalls einen Wohnsitznachweis (z. B. Mietvertrag, Stromrechnung usw.).

Der Anmelder erhält dann eine Kopie seiner Anmeldung als Empfangsbestätigung.

Diese Kopie gilt zusammen mit der Aufenthaltserlaubnis bis zur Ausstellung des Aufenthaltstitels ebenfalls als Aufenthaltsgenehmigung.

Medizinische Untersuchung

Der Drittstaatsangehörige muss sich schnellstmöglich einer medizinischen Untersuchung für Einwanderer unterziehen, die sich aus den folgenden Teilen zusammensetzt:

  • einer medizinischen Untersuchung bei einem in Luxemburg niedergelassenen und zugelassenen Allgemeinmediziner, Facharzt für innere Medizin oder Kinderarzt;
  • einem Tuberkulintest bei der Sozialmedizinischen Liga (Ligue médico-sociale - LMS).

Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Untersuchungen stellt der Medizinische Dienst für Einwanderer (Service Médical de l'Immigration - SMI) der Gesundheitsbehörde (Direction de la Santé) eine ärztliche Bescheinigung aus, welche der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten im Hinblick auf die Bearbeitung des Antrags auf Erhalt eines Aufenthaltstitels übermittelt wird.

Antrag auf Aufenthaltstitel

Innerhalb von 3 Monaten nach seiner Einreise muss der Drittstaatsangehörige einen Antrag auf Aufenthaltstitel für Drittstaatsangehörige bei der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten stellen.

Der Antrag auf Aufenthaltstitel ist anhand eines speziellen Formulars zu stellen und es sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine beglaubigte Kopie der ausgefüllten Seiten des gültigen Reisepasses;
  • eine Kopie der Aufenthaltserlaubnis;
  • eine Kopie der von der Gemeindeverwaltung ausgestellten Anmeldebescheinigung;
  • ein Zahlungsbeleg über die Gebühr von 80 Euro auf das Konto IBAN LU46 1111 2582 2814 0000 (BIC-Code: CCPLLULL, Zahlungsempfänger: Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Einwanderungsbehörde; Verwendungszweck: Aufenthaltstitel für …).

Sofern dem Antrag stattgegeben wird, erhält der Antragsteller ein Schreiben, durch welches er aufgefordert wird, während der Öffnungszeiten mit seinem gültigen Reisepass und dem besagten Schreiben persönlich bei der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten vorstellig zu werden, damit dort für seinen Aufenthaltstitel ein Foto von ihm gemacht wird und seine Fingerabdrücke abgenommen werden. Der Antragsteller kann ebenfalls ein aktuelles den ICAO-Normen entsprechendes Passbild (Standard biometrischer Reisepass) mitbringen.

Einige Tage nach Erfassung der biometrischen Daten kann der Antragsteller seinen Aufenthaltstitel persönlich bei der Einwanderungsbehörde abholen. Das genaue Datum hierfür wird ihm bei der Erfassung seiner biometrischen Daten mitgeteilt.

Der Aufenthaltstitel hat die Form einer Chipkarte mit den biometrischen Daten des Inhabers. Er beinhaltet die Arbeitserlaubnis.

Der Aufenthaltstitel enthält Informationen über seinen Inhaber (Name(n), Vorname(n), Staatsangehörigkeit, Geburtsdatum und -ort) sowie spezifische Angaben zum Aufenthaltstitel (Art, Beginn und Ende der Gültigkeit).

Einige Arten von Aufenthaltstiteln enthalten zusätzliche Informationen, die unter „Anmerkungen” auf dem Titel angegeben sind. Der Aufenthaltstitel für „Familienangehörige” enthält unter „Anmerkungen” eine Information bezüglich des Zugangs zum Arbeitsmarkt.

Gültigkeit und Erneuerung

Gültigkeitsdauer des Aufenthaltstitels

Der Aufenthaltstitel gilt ab dem Datum der Anmeldung bei der Gemeinde. Sofern die Bedingungen zum Erhalt weiterhin erfüllt sind, ist der Aufenthaltstitel auf Antrag erneuerbar.

Achtung: Ausländer, die das Großherzogtum Luxemburg für mehr als 6 Monate verlassen wollen, müssen ihren Aufenthaltstitel beim Minister abgeben und sich bei der Gemeindeverwaltung ihres bisherigen Wohnortes abmelden.

Der Aufenthaltstitel für „Familienangehörige” gewährt seinem Inhaber Zugang zu:

  • Bildungs- und Orientierungsangeboten;
  • Schulungsmaßnahmen;
  • beruflichen Fortbildungs- und Umschulungskursen.

Inhaber eines Aufenthaltstitels, die einer beruflichen Tätigkeit nachgehen möchten, müssen einen Antrag zum Ausüben einer Nebentätigkeit als Familienangehöriger, oder einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis als Arbeitnehmer oder Selbstständiger einreichen.

Der 1. Aufenthaltstitel ist ein Jahr lang gültig.

Ausnahmsweise steht es den Mitgliedern einer bereits in einem anderen EU-Mitgliedstaat gegründeten Familie frei, einen Drittstaatsangehörigen, dem eine langfristige Aufenthaltserlaubnis in einem anderen EU-Mitgliedstaat gewährt wurde und der von seinem Aufenthaltsrecht in Luxemburg Gebrauch macht, zu begleiten oder ihm nachzuziehen. Der jeweilige Familienangehörige erhält einen für 5 Jahre gültigen Aufenthaltstitel.

Erneuerung des Aufenthaltstitels

Drittstaatsangehörige müssen ihren Antrag auf Erneuerung des Aufenthaltstitels 2 Monate vor Ablauf der Gültigkeit des Aufenthaltstitels bei der Einwanderungsbehörde des Ministeriums für auswärtige und europäische Angelegenheiten einreichen.

Der Antrag auf Erneuerung ist anhand eines speziellen Formulars zu stellen und es sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • eine beglaubigte Kopie der ausgefüllten Seiten des gültigen Reisepasses;
  • ein kürzlich ausgestellter Sozialversicherungsnachweis, welcher sämtliche Mitgliedschaftszeiträume des Drittstaatsangehörigen bei der luxemburgischen Sozialversicherung auflistet, oder eine kürzlich ausgestellte Bescheinigung über die Eigenschaft als Mitversicherter;
  • ein aktueller luxemburgischer Strafregisterauszug (nur wenn der Antragsteller volljährig ist);
  • ein Zahlungsbeleg über die Gebühr von 80 Euro auf das Konto IBAN LU46 1111 2582 2814 0000 (BIC-Code: CCPLLULL, Zahlungsempfänger: Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten, Einwanderungsbehörde; Verwendungszweck: Aufenthaltstitel für …).

Achtung: Falls der Inhaber eines Aufenthaltstitels für „Familienangehörige” ebenfalls im Besitz einer Arbeitserlaubnis für die Ausübung einer Nebentätigkeit ist, muss er überprüfen, ob die Arbeitsgenehmigung gleichzeitig mit dem Aufenthaltstitel abläuft. In diesem Fall muss er seinem Antrag auf Erneuerung eine Kopie des ordnungsgemäß datierten und unterzeichneten (gemäß dem luxemburgischen Arbeitsrecht abgeschlossenen gültigen) Arbeitsvertrags hinzufügen.

Nach 5 Jahren rechtmäßigem und ununterbrochenem Aufenthalt auf luxemburgischem Staatsgebiet kann er einen Antrag auf Erteilung einer langfristigen Aufenthaltserlaubnis stellen.

Inhaber eines Aufenthaltstitels für Familienangehörige können spätestens nach 5 Jahren Aufenthalt unabhängig vom Aufenthaltstitel des Zusammenführenden einen eigenständigen Aufenthaltstitel beantragen, wenn sie ausreichende Existenzmittel nachweisen können.

Bei einer Änderung der Familienverhältnisse (Scheidung, Auflösung der eingetragenen Lebenspartnerschaft, Annullierung der Ehe, Tod des Zusammenführenden) dürfen Familienangehörige, die 3 Jahre ordnungsgemäßen Aufenthalt auf luxemburgischem Staatsgebiet nachweisen können, ein eigenständiges Aufenthaltsrecht (formlos) beantragen, durch welches sie nicht länger vom Aufenthaltsrecht des Zusammenführenden abhängig sind.

Dieses eigenständige Aufenthaltsrecht kann ebenfalls (formlos) ohne Einhalten der Bedingung einer vorherigen Aufenthaltsdauer von 3 Jahren beantragt werden, wenn ein Scheitern der Lebensgemeinschaft unter besonders schwierigen Umständen, insbesondere aufgrund von häuslicher Gewalt, dies erfordert.

Verlust, Diebstahl oder Beschädigung des Aufenthaltstitels

Bei Verlust, Diebstahl oder Beschädigung des Aufenthaltstitels ist ein spezielles Verfahren zu befolgen.

Zuständige Kontaktstellen

Ministerium für auswärtige und europäische Angelegenheiten
26, route d'Arlon
Luxemburg
Postanschrift Postfach 752 L-2017 Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Tel: (+352) 247-84040 (von 14.00 bis 16.00 Uhr)
Fax: (+352) 22 16 08
E-Mail immigration.public@mae.etat.lu

Öffnungszeiten
Informationsschalter: 8.30 bis 12.00 Uhr von Montag bis Freitag; Antrags- und Austellungstelle für biometrische Aufenthaltstitel (nur mit Termin): 8.30 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 16.00 Uhr von Montag bis Freitag